Film erscheint auf YouTube, Facebook und Instagram

„Keine Tabuisierung“: Besonderer Stadtrundgang am Tag gegen Gewalt an Frauen

Drehten gemeinsam einen Film über die Ausstellung: Shahana Gitzen, Mitarbeiterin im Frauenhaus (l.), und Monika Leuenberg, Frauenberatungsstelle Olpe.
+
Drehten gemeinsam einen Film über die Ausstellung: Shahana Gitzen, Mitarbeiterin im Frauenhaus (l.), und Monika Leuenberg, Frauenberatungsstelle Olpe.

Zu einem ganz besonderen Stadtrundgang lud heute der Verein „Frauen helfen Frauen Olpe“ ein. Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen präsentierten 17 Geschäfte in der Olper Innenstadt mithilfe von Schaufensterpuppen verschiedene Gewaltsituationen, die den Beraterinnen so oder ähnlich geschildert wurden und überall in Deutschland passieren.

Olpe - „Für die meisten Menschen, die ein friedvolles, wohltuendes Zuhause haben, ist es schwer vorstellbar, was anderen Frauen und Mädchen zumeist im eigenen Heim so alles Erschreckendes passieren kann“, erklärte Shahana Gitzen, Mitarbeiterin im Frauenhaus. Dabei zeige sich Gewalt gegenüber Frauen in vielen verschiedenen Facetten: vom „Sexting“, dem Senden von sexuellen Inhalten wie Nachrichten, Fotos und Videos per Handy, über Missbrauch, bis hin zu Femizit, dem Mord an einer Frau aufgrund von Eifersucht des Ex-Partners. „Die digitale Gewalt im Internet nimmt immer mehr zu. Schon das ,Sexting‘ ist ein Straftatbestand und kann zur Anzeige gebracht werden“, erläuterte Monika Leuenberg von der Frauenberatungsstelle Olpe.

Die Schaufensterpuppen symbolisieren die Frauen, die sich bei der Frauenberatungsstelle Olpe Hilfe geholt haben. Vor den Szenerien klebt an den Schaufenstern ein Begleittext, der das Thema nocheinmal näherbringt.

Ich war 13 Jahre alt. Mein Vater kam nachts in mein Zimmer. Er schloss die Tür ab und legte sich zu mir...

„Es gibt viele kleine Dinge, die die Gewalt an Frauen ausmachen. Wir wollen Betroffene und Menschen aus dem Umfeld von Betroffenen schon für diese kleinen Dinge sensibilisieren und ihnen helfen, sich gegenüber anderen oder uns zu öffnen“, so Gitzen. „Deswegen müssen wir aufpassen und aufmerksam sein. Viele Frauen tabuisieren das Thema, weil es ihnen selbst peinlich ist. Es darf aber keine Tabuisierung geben. Ein Täter ist ein Täter.“

Die Ausstellung bleibt noch bis zu Sonntag, 29. November, in den Schaufenstern der teilnehmenden Geschäfte zu sehen. Mit dabei sind: Schwanen Apotheke, Apotheke am Markt, Krämerei am Markt, Xocolea, Tendenza Schuhmode, Stilsicher, Esprit Store, Trag´s mit Fassung, Casa Pitti, Maiworm Mode, Orthopädie Koch Sanitätshaus, Franziskus Apotheke, Schuhhaus Koch, Fashion Area, Linden Apotheke, Bodyline und Maiworm Spontan. Für die Nicht-Mode-Geschäfte hat Kraft Männermoden sieben Torsos für den Zeitraum ausgeliehen.

Interessierte, die die Ausstellung gerne noch einmal sehen wollen, persönlich jedoch nicht nach Olpe kommen können, sollten den YouTube-Kanal „Frauen helfen Frauen Olpe“ oder den Verein alternativ in den sozialen Medien (Facebook oder Instagram) suchen. Shahana Gitzen und Monika Leuenberg laden dort einen Film über die Ausstellung hoch.

Kontakt

Frauenhaus Olpe

Tel. 02761/834684

Frauenberatungsstelle Olpe

Friedrichstraße 24

57462 Olpe

Tel. 02761/1722

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare