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"Brauchen Hilfe jedes einzelnen"

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Joachim Schlüter (r.) und Jörg Hennecke (l.) mit den Geehrten Dieter Weber (v.l.) und Georg Keppeler.  Foto: harpo
Joachim Schlüter (r.) und Jörg Hennecke (l.) mit den Geehrten Dieter Weber (v.l.) und Georg Keppeler. Foto: harpo

Mit einem dringenden Appell des Vorsitzenden Jörg Hennecke an Mitglieder und Olper Bürger um personelle und finanzielle Hilfe endete am Freitagabend die Jahreshauptversammlung der SpVg Olpe im Kolpinghaus. Gibt es keinen Umschwung, droht der Weg in die Insolvenz.

"Wir befinden und auf einem gefährlichen Weg, wenn es uns nicht gelingt, Geld zu beschaffen, kommt die Insolvenz, das ist ganz klar", redete Schatzmeister Dieter Hochstein vor den knapp 60 anwesenden von 511 Mitgliedern Klartext. Der SpVg brechen die Einnahmen weg: "Es sind zu viele Einnahmequellen weggefallen, Spenden, Einnahmen aus Turnieren; eine Reduzierung der Kosten ist bei einem Verein mit Westfalen- und Bezirksligamannschaft sowie zwei Juniorenlandesligisten nicht mehr möglich. Die Ausgaben vieler Bezirks- und Landesligisten sind deutlich höher."

Die Schulden betragen zum 30. Juni 2011 rund 170.000 Euro, dem stehen u.a. 110.000 Euro (Clubhaus: 70.000, Tribüne 40.000 Euro) auf der Habenseite gegenüber, die Nettoverschuldung beträgt etwa 63.000 Euro.

Eine Zahl, bei der nicht nur der Ex-Vorsitzende Georg Keppeler ganz tief durchatmen musste.

Hennecke und Hochstein baten daher inständig um Hilfe: "Wir sind auf die Hilfe jedes einzelnen - sportlich wie wirtschaftlich - angewiesen. Hennecke selbst zählte auf, dass er Kioskdienst, Fahrdienst für die 1. Mannschaft und Clubhausdienst "nebenher" auch noch ableiste: "Das gibt es in keinem anderen Club, ich würde ja alles machen, aber klonen kann ich mich nicht."

Die Finanzen sind nicht die einzige der "gefühlte zehn Baustellen" (Hennecke) im Verein: Zwei vakante Beiratsposten konnten nicht neu besetzt werden, ein Vereinsjugendtag kam erst gar nicht zustande (Jörg Hennecke: Das ist aber nicht die schuld des Jugendvorstandes; aber wenn sich im Jugendbereich nichts tut, bin ich weg."), die Internetseite ist eines Westfalenligisten unwürdig - die Liste ließe sich verlängern.

Vereinsmitglied Josef Marx erntete großen Beifall für seinen Vorschlag: "Die SpVg ist ein großer Werbeträger für die Stadt. Die Westfalenligamannschaft spielt hochklassig und hochklassigen Fußball. Von ihrem überregionalen Image profitieren alle Unternehmen vom Einzelhandel bis zur Industrie. Wir müssen alle fragen, ob sie gewillt sind, den Verein zu unterstützen."

Der finanziellen Baisse steht eine sportliche Hausse der "Ersten" gegenüber: "Wir haben in der vergangenen Saison mit einer ganz jungen Mannschaft viele ,Große' geärgert, unter anderem den späteren Meister Erndtebrück geschlagen. Und auch in dieser Saison werden wir wieder unser Ziel, den Klassenerhalt, erreichen", so ein stolzer Jörg Hennecke. Von allen Seiten erhalte die Truppe Komplimente für ihren tollen Fußball, "aber es könnten doppelt so viele Zuschauer an den Kreuzberg kommen, dann hätten wir auch doppelt so viele Einnahmen". Und weiter: "Sprecht über die Mannschaft und den Verein, arbeitet daran, dass alle Olper bei uns Mitglied werden und zu uns kommen wollen."

Zwei Verbandsehrungen sprach im Übrigen der FLVW-Kreisvorsitzende Joachim Schlüter aus. So erhielt Georg Keppeler, seit mehr als 35 Jahren im Verein ehrenamtlich tätig, unter anderem 9 Jahre als Vorsitzender, erhielt die FLVW-Verbandsnadel in Silber nebst Urkunde. Dieter Weber, seit 1952 Vereinsmitglied, von 1983 bis 2002 Vorsitzender und Stellvertreter und von 1996 bis 2006 Stadtsportverbandsvorsitzender, erhielt die DFB-Ehrenamtsuhr, die FLVW-Ehrennadel in Gold war ihm bereits 2006 verliehen worden.

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