Wildtiere brauchen Ruhe

Die Brut- und Setzzeit hat begonnen: Hunde reißen hochtragende Ricke zwischen Olpe und Wenden

+

Kreis Olpe. Die Kreisjägerschaft Kurköln Olpe weist darauf hin, dass die Brut- und Setzzeit der Wildtiere in vollem Gange ist. Ende April, Anfang Mai beginnt das Brutgeschäft und die Zeit der Jungtiere. „Nicht nur die allen bekannten Singvögel beginnen jetzt mit der Brut. Auch Bodenbrüter, wie die Schnepfe oder Säugetiere, zum Beispiel unser heimischer Feldhase und unser Rehwild bekommen jetzt Nachwuchs,“ erklärt Karl-Josef Fischer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Kurköln Olpe.

Zur Zeit der Aufzucht brauchen die Wildtiere viel Ruhe, um ihre Jungen groß zu ziehen. Die Kreisjägerschaft macht aufmerksam, dass sich Stress und Störungen negativ auf die Tiere auswirken können. „Wir bitten alle verantwortungsvollen Spaziergänger, auf den Wegen zu bleiben und Hunde an der Leine zu führen,“ so Fischer, „leider ist es in der vergangenen Woche wieder zu zwei Zwischenfällen mit tragenden Rehen durch freilaufende Hunde gekommen. So wurden im Bereich Olpe/Wenden zwei Rehe von Hunden gerissen. Darunter eine Ricke, welche kurz vor dem Setzen ihrer Kitze zu Tode gehetzt wurde. Dieses Tierleid müssen wir unter allen Umständen verhindern,“ so Fischer weiter.

Wie man sich sicher vorstellen kann, sind die hochtragenden Rehe derzeit nicht in der Lage hetzenden Hunden zu entkommen. Auch bereits geborene Kitze drücken sich in den noch nicht gemähten Wiesen und ahnen nicht die Gefahr, welche von nicht angeleinten Hunden ausgeht.

Eine allgemeine Anleinpflicht gibt es zwar, sie gilt allerdings überwiegend für innerörtliche Bereiche, wie Fußgängerzonen und Parks. Große Hunde (mindestens 40 cm, mindestens 20 kg) sind darüber hinaus außerhalb eines befriedeten Besitztums auf allen öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen angeleint zu führen, wenn diese innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile liegen. Ausnahmeregelungen gelten für besonders ausgewiesene Hundeauslaufbereiche.

Zudem häufen sich Fälle falsch verstandener Tierliebe in den letzten Jahren immer mehr, berichtet die Kreisjägerschaft. Feldhasen und andere Junge werden aufgesammelt und mit nach Hause genommen. „Jungtiere sollten unter keinen Umständen angefasst werden,“ warnt Fischer, „es ist ganz normal, dass ein Rehkitz alleine, gut versteckt in Gras oder Feld liegt. Hier wird es in einem ruhigen Moment von seiner Mutter gesäugt.“ Wird ein Tier angefasst, muss es verhungern, weil die Mutter nicht mehr zurück kommt. Wer sich unsicher ist, ob ein Tier verletzt oder verlassen ist, sollte sich an eine sachkundige Stelle wenden. Hierfür stehen die Kreisjägerschaft Kurköln Olpe und ihre Jäger zur Verfügung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare