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Corona-Regeln in der Freizeit und auf der Arbeit: Stimmen aus dem Kreis Olpe

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Von: Sebastian Schulz

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Coronavirus - Berlin
Die 2G-Regeln werden flächendeckend auch in NRW kommen. © Fabian Sommer/dpa/Symbolbild

Die Corona-Pandemie ist mit Macht zurück. Überall steigen die Zahlen massiv, neue Regelungen für den Alltag sind auf dem Weg. Wie reagieren Betroffene aus dem Kreis Olpe darauf? Der Sauerlandkurier hat sich umgehört.

Kreis Olpe - Unter anderem wird eine flächendeckende 2G-Regelung für den Freizeitbereich und eine 3G-Regelung für den Arbeitsplatz kommen. Das betrifft etliche Bürger, vor allem auch Unternehmer und Betreiber von Freizeiteinrichtungen, aber auch Gastronomen. Die Stimmen dazu.

Corona: 3G am Arbeitsplatz - Firma Kemper aus Olpe äußert sich

„Die aktuelle Corona-Entwicklung macht solche Maßnahmen notwendig“, sagt Geschäftsführer Christian Küster über die 3G-Regel am Arbeitsplatz. „Wir begrüßen es, dass die ungeimpften Mitarbeiter selbst für die Tests verantwortlich sind. Wir werden täglich über alle Schichten hinweg die negativen Testergebnisse der Mitarbeiter kontrollieren, was zu einem hohen administrativen Aufwand führt. Eine Einführung einer allgemeinen Impfpflicht wäre aus unserer Sicht die beste Lösung gewesen.“ Anfang November hatte es einen Corona-Ausbruch unter den Beschäftigten der Firma Kemper gegeben. Die Geschäftsführung reagierte darauf sofort.

„Wir hatten eine sehr kurze Phase mit erhöhten Coronafällen in der Firma. Wir haben im Anschluss sofort zwei Massentestungen durchgeführt, wobei die zweite Testung nur noch zu negativen Testergebnissen geführt hat. Alle betroffenen Mitarbeiter haben die Infektion gut überstanden. Wir haben unsere Hygienemaßnahmen noch einmal nachgeschärft und haben seitdem keine Häufung von Coronafällen mehr“, erklärt Christian Küster weiter.

Corona: Absagen im Restaurant - Bernhard Schwermer vom Berggasthof im Rhein-Weser-Turm

Bernhard Schwermer, Betreiber einer Hotel- und Gastwirtschaft in Heinsberg sowie des Berggasthofs im Rhein-Weser-Turm, fühlt sich an den Beginn der Corona-Epidemie 2020 zurückversetzt. Allein am Freitagvormittag musste er Absagen für sieben bis acht Veranstaltungen entgegennehmen – insgesamt etwa 1500 Gäste, die ihm nun fehlen. „Bei uns gilt bereits seit mehreren Wochen die 2G-Regel; wenn wir am Telefon darauf hinweisen, bekommen wir häufig Absagen. Einige Gäste mussten wir bereits abweisen“, so Schwermer. Für ihn liegt das Problem bei den Ungeimpften und bei der Regierung, die keine Impfpflicht anordnet. „Anschnallpflicht und Rauchverbot wurden durchgesetzt, aber eine Entscheidung zur Impfpflicht ist bis jetzt nicht gefallen“, so Schwermer. „Völlig ohne Not und mit sehenden Augen“ seien wir nun in dieser schwierigen Situation, so der Gastronom weiter.

Er blickt aber auch über den Tellerrand und fühlt mit den übrigen Betroffenen, denn nicht nur die Gastronomen, auch die Veranstaltungsbranche und die Einzelhändler stünden wieder vor großen Problemen. Aber: „Wir machen auf und wir machen weiter“, sagt Bernhard Schwermer.

Corona: 2G beim Friseur - so sieht es die Inhaberin des Friseursalon Rocco Attendorn

Auch wenn Marina Müer, Inhaberin des Friseursalons Rocco in Attendorn, die 2G-Regelung privat befürwortet, so befürchtet sie, dass diese Regelung „für das Geschäft nicht gut ist“. Schon zuletzt, als die Schnelltests von den Bürgern noch aus eigener Tasche bezahlt werden musste, sei die Kundschaft weniger geworden, die Schwarzarbeit wahrscheinlich mehr. Nun sollen Ungeimpfte gar nicht mehr bei den Friseuren reinkommen – mit der Folge, dass zumindest im Friseursalon Rocco am Freitag noch einmal etliche Ungeimpfte mit Test zum Haareschneiden kamen. Wie es weitergeht? Abwarten. „Ich glaube, dass uns ein ähnlicher Lockdown wie in Österreich bevorsteht“, sagt Marina Müer.

Corona: Stimme zu den neuen Regelungen aus dem Pepa Funpark Grevenbrück

„2G wäre für uns gar nicht so schlimm“, sagt Bernhard Schneider, einer der Geschäftsführer des Pepa-Funparks in Grevenbrück, „denn wir beobachten ohnehin schon, dass viele unserer Besucher 2G vorweisen.“ Ob Eltern mit ihren Kindern durch die neuen Regeln vorsichtiger werden und den Besuch von Freizeiteinrichtungen meiden, werde man sehen. So oder so sei der Besuch jedenfalls sicher – wegen der Lüftungen und „weil wir durch unsere Fläche genügend Freiräume haben, sodass es sich nicht drubbelt“, sagt Schneider. „Kinder müssen sich nun mal bewegen – und das geht in unserer Halle gut und sorgenfrei.“

Corona: Noch nichts klar im Finto-Erlebnisbad Finnentrop

Mit Stand von Freitagmittag ist noch nicht klar, wie die Regelungen im Finto-Erlebnisbad aussehen werden, denn: „Die Rechtsgrundlage ist noch nicht da“, verwies Betriebsleiter Kai Harnischmacher auf die noch fehlende Coronaschutzverordnung. Deshalb heißt es im Finto noch: abwarten.

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