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Debut bestens geglückt

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Peter Liese gab mit einer humorvollen Rede seinen Einstand als Major vor dem Olper Schützenvolk.
Peter Liese gab mit einer humorvollen Rede seinen Einstand als Major vor dem Olper Schützenvolk.

Eine humorvolle Ansprache des neuen Majors Peter Liese, ein grandioses Konzert des Feuerwehrmusikzugs Ennest und eine stattliche Königspolonaise, angeführt von Dirk und Tracy Thöne, machten den Schützenball des St.-Sebastianus-Schützenvereins Olpe zu einem stimmungsvollen Ereignis mit vielen zufriedenen Gästen in der Stadthalle der Kreisstadt.

Nach dem Einzug des Königspaares startete Dirigent Ingo Samp mit seinen etwa 60 Musikern traditionell mit einem Marsch in den Konzertabend. "Waidmannsheil" von August Reckling folgte die Overtüre zur Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauss. Nicht weniger musikalisch beeindruckend war die "Ouvertüre 1812" von Peter Tschaikowski, für deren Umsetzung die Musiker aus Ennest großen Applaus ernteten. Gespannt erwarteten die Gäste anschließend die erste Schützenballrede von Peter Liese in seiner Funktion als Major des Vereins. Mit etwa 45 Minuten toppte er zeitlich so manche Ansprache des Altmajors Paul Imhäuser, jedoch wurde es nie langweilig.

Eine Ansprache voller Witz und Humor

Mit guten Wünschen für das junge Jahr erntete er bereits zu Beginn Gelächter im Publikum, "Wünschen wir uns, dass die Talbrücke in Sondern vor dem Flughafen in Berlin fertiggestellt wird", und entschuldigte sich im gleichen Atemzug, dass er zu Fußball nichts sagen könne, wie sei Amtsvorgänger es immer getan habe. "Ich weiß nur, dass es lange her ist, dass wir im Malergeschäft die Farbe ,Königsblau‘ für ein Emblem mischen durften." Er begrüßte das Königspaar Dirk und Tracy Thöne, Landrat Frank Beckehoff, Bürgermeister Horst Müller, die Schützenvikare Rüsche und Steiling, die 40-jährige Jubelkönigin Sylvia Schröder, das 25-jährige Jubelpaar Barthel und Margarete Müller, den von ihm auserkorenen neuen Hauptmann Holger Harnischmacher und Altmajor Paul Imhäuser und erinnerte an das ereignisreiche Jahr 2012. Vom 100-jährigen Jubiläum der Korporalschaften über das verregnete Schützenfest im Juli bis hin zu seiner eigenen Wahl auf der Buß- und Bettagssitzung erwähnte Peter Liese die Begebenheiten des Schützenjahrs. Vor allem die Beschreibung der "Hallenbadbecken", welche sich beim Fahnehissen auf Beffprobe über die wettergeprüften Schützen ergoss, zauberte vielen Zuhörern ein Schmunzeln hervor, da auch sie einige der Gäste waren, welche während des Schützenfestes im Dauerregen auf dem Tanzboden ohne Regenschirm getanzt haben. Schließlich folgte die spannungsgeladene Beschreibung des Vogelschießens, bei welchem sich Stefan Neuhaus, Dirk Thöne und Leutnant Christian Ratte miteinander maßen. 110 Schuss benötigte es in diesem zweiten Anlauf Dirk Thönes, das zähe Federvieh aus dem Kugelfang zu holen. Er wählte seine aus Kanada stammende Frau Tracy zur Königin und sogar zu ihr hatte Peter Liese eine Geschichte parat. "Als die beiden Brüder aus Deutschland in Kanada zu Besuch waren, sollten sie Tracy etwas Deutsch beibringen und mit ihr für den abendlichen Besuch eine Suppe kochen. Als Dirk am Abend nach Hause kam, fragte er sie in perfektem Englisch, wie ihr Tag so gelaufen sei und sie antwortete im genauso perfekten Deutsch: Halt die Klappe, Schatz, ich hab Feierabend!"

Königin beherrscht "Sauerländisch"

Zum guten Schluss bekamen in alter Manier auch die Attendorner noch ihr Fett vom Major weg. "Es wird gemunkelt, dass eine Wagenbauergruppe im Karneval sich das Thema ,Attania‘ ausgesucht hat. Das ist die nackte, am Biggestrand schlafende Beton-Nixe. Alle sind gespannt auf die zehn Tonnen schwere und acht Meter lange Attendornerin im Festumzug. Schwer, groß, grau, gelockt…helfen Sie mir! Welcher Kattfiller mag hier wohl Modell gestanden haben?"

Emotional und mitreißend beschrieb Schützenkönig Dirk Thöne in seiner Ansprache die Planungen und letzten Minuten bis zum erfolgreichen Königsschuss. "Endlich zerspringt der verbliebene Span in tausend Zahnstocher! Die Stange ist leer und ich bin voll – voll im Ziel meiner Träume: Schützenkönig von Olpe!" Die Schießkarten für die Teilnahme am Vogelschießen, so berichtete Dirk Thöne, verdankte er seinem Bruder Leutnant Christian. "Ich habe noch ein paar übrig – liebe Brüder Christian und Michael – macht was draus!", forderte er vom Rednerpult auf. Doch der größte Dank ging an seine Königin, die das kalte, verregnete Wetter auf dem Schützenfest mit Humor genommen und sich mit Luftgitarre spielen warm gehalten hatte.

Wer ist Vorbild für "Attania"?

"Liebe Tracy, deine erste Bewährungsprobe als Schützenschwester hast du 2006 sehr gut gemeistert. Auch Dank des neuen Wortschatzes, den Dir meine Schützenbrüder liebevoll beigebracht haben: knisterkalt, pisswarm, 10 Bier und Prost. Am Ende kamen dann noch Gute Feiertage und das Sauerlandlied hinzu. Auch wenn du mir regelmäßig die Schau stiehlst, freue ich mich sehr auf die Zeit mit dir als Königin an meiner Seite."

Es folgten der Olper Schützenmarsch und "At Worlds End" aus dem Film "Fluch der Karibik", bevor das Konzert mit "Conga del Fuego Nuevo" sein Ende fand. Als Zugabe gab es noch den Barbier von Sevilla, Preußens Gloria und lang anhaltenden Applaus für die Musiker aus Ennest für ihre tolle musikalische Leistung.

Nachdem die Königspolonaise gemeistert war, spielte die Band "Sound Transfer" zum Tanz auf und es dauerte bis weit nach Mitternacht, bevor der letzte Gast die Tanzfläche verließ und den Heimweg antrat.

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