Demenz als Drama

Sie erkennen plötzlich ihre Lieben nicht mehr und führen vielleicht Vokabeln im Mund, die man nie zuvor von ihnen gehört hat. Dabei hat alles so harmlos angefangen? ein verlegter Schlüssel, ein vergessener Vorname... Menschen, die an Demenz erkrankt sind, verändern sich sehr, und ihre Angehörigen leiden darunter.

Im Kreis Olpe gibt es inzwischen eine Demenz-Selbsthilfegruppe, in der Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen in Austausch treten können sowie weitere Angebote, denn der Beratungsbedarf ist da. Auch im DRK-MehrGenerationenHaus (MGH) im Löherweg 9 in Olpe wird dieser Komplex thematisiert: "Wir haben nicht nur die Demenzberatung mit Birgit Lippemeier hier im Haus, sondern auch sozialtherapeutische Gruppen für Menschen mit Demenz, wo Betroffene unter fachlicher Anleitung betreut werden. Darüber hinaus bieten wir eine ambulante häusliche Betreuung von Demenzpatienten an, hier gehen fachlich geschulte Mitarbeiter in Familien und betreuen dort stundenweise Demenzpatienten", so Karin Blumentrath vom Leitungsteam des DRK-Hauses.

Außerdem hat die zum Haus gehörende Theatergruppe nun mit "Das Licht von Troost" in den vergangenen Monaten ein Stück einstudiert, in dem sich vor allem Angehörige wiederfinden können und sollen:

Eine junge Frau besucht nach längerer Abwesenheit ihre Eltern und muss feststellen, dass sich ihr Vater sehr verändert hat. Alles Leugnen und Schönreden hilft nicht ? die Familie muss sich der Krankheit stellen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Dass angesichts dieser neuen Situation alte Konflikte aufbrechen, vereinfacht das Geschehen nicht eben.

Möglichkeit zur Diskussion

Aufgeführt wird "Das Licht von Troost" erstmals am Freitag, 3. September, um 19 Uhr im DRK-MGH im Löherweg. Weitere Aufführungstermine sind am Mittwoch, 8. September, 19 Uhr, in der Aula der Hauptschule Kirchhundem und am Samstag, 11. September, um 19 Uhr in den St.-Ursula-Schulen in Attendorn, Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor Spielbeginn. Da das rund einstündige Stück die Zuschauer unter Umständen mit Fragen zurücklässt, besteht jeweils im Nachhinein die Möglichkeit zur Diskussion mit Fachleuten.

Angesprochen sind professionelle Begleiter, Pflegefachkräfte sowie Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen, aber natürlich auch alle anderen, die sich auf relativ ungezwungene Weise einer Krankheit nähern wollen, die eben nicht nur das Leben "anderer" , sondern schnell auch den eigenen Alltag auf den Kopf stellen kann und bisher Vertrautes einer harten Prüfung unterzieht.

Karten sind an der Abendkasse erhältlich oder im Vorverkauf im MehrGenerationenHaus Olpe.

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