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Zwei Demos in Olpe: Gegen Corona-Maßnahmen und gegen Rechts

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Von: Hartmut Poggel

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Das Bündnis „Olpe gegen Rechts“, eine Initiative von SPD, Grünen, Die Linke und einer Theologiestudentin, hatte zur „Danke“-Kundgebung auf den Kurkölner Platz eingeladen.
Das Bündnis „Olpe gegen Rechts“, eine Initiative von SPD, Grünen, Die Linke und einer Theologiestudentin, hatte zur „Danke“-Kundgebung auf den Kurkölner Platz eingeladen. © Hartmut Poggel

In Olpe kam es am Samstag zu zwei zeitgleichen Demonstrationen im Zusammenhang mit den Coronamaßnahmen. Alles verlief friedlich.

Olpe – Nachdem in den Wochen zuvor die Gegner der Coronamaßnahmen durch Olpe „spaziert“ waren, fand am Samstag (15.1.2022) eine angemeldete Demonstration in Form eines Sternmarsches von drei Startpunkten aus zum Marktplatz statt. Motto: „Für Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung“. 260 Teilnehmer registrierte die Polizei. In ihren Reihen marschierten auch einige bekannte Rechtsradikale mit.

Zeitgleich trafen sich auf Initiative des Bündnisses „Olpe gegen Rechts“ rund 80 Personen aus dem gesamten Kreis Olpe zu einer – ebenfalls angemeldeten – Kundgebung unter der Überschrift „Wir wollen Danke sagen – allen, die den Laden zu Coronazeiten am Laufen halten“. Die Polizei war mit 39 Beamten vor Ort, die Stadt Olpe hatte zusätzlich Mitarbeiter des Ordnungsamtes im Einsatz.

Zwei Demos in Olpe: Gegen Corona-Maßnahmen und gegen Rechts

Während der Sternmarsch am Marktplatz mit einem kurzen Statement der Organisatorin Bärbel Schneider aus Olpe endete, die darauf verwies, dass an diesem Tag auch in anderen deutschen Städten gegen die Coronamaßnahmen demonstriert werde, und sie sich bei den Ordnungskräften bedankte, fand auf dem Kurkölner Platz die Veranstaltung von „Olpe gegen Rechts“ mit einigen Redebeiträgen statt.

Die 2G-Regeln wurden bei der Gegendemo auf dem Kurkölner Platz strikt eingehalten.
Die 2G-Regeln wurden bei der Gegendemo auf dem Kurkölner Platz strikt eingehalten. © Hartmut Poggel

Tenor der Reden: Man könne denen, die seit zwei Jahren gesellschaftlich wichtige Arbeit trotz großer Belastungen leisteten, gar nicht genug danken, auch wenn dadurch niemand seine Rechnungen bezahlen könne. Mitorganisatorin Lena Kohlmann nahm die psychischen Auswirkungen der Pandemie in den Fokus: „Die Pandemie hat das Ausmaß und die Anzahl der psychischen Erkrankungen dramatisch verstärkt. Darüber wird meiner Meinung nach zu wenig geredet. Folgeerkrankungen der Pandemie wie Ängste, Depressionen, Zwangsstörungen und Suchterkrankungen nehmen weiter zu, dem Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und dem späteren Lebensverlauf wird nicht genügend Bedeutung beigemessen.“

Zwei Demos in Olpe: Dank an Pflegekräfte

Kohlmann dankte „auch denen, die im gesamten Gesundheits- und Pflegesektor Menschen helfen, allen, die an den Kassen, der Landwirtschaft, der Lebensmittelverarbeitung und -logistik die Versorgung sicherstellen, Tag und Nacht bei Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Hilfswerken im Einsatz sind, als Müllabfuhr und Reinigungskraft für weniger Übertragungen sorgen und in der Wissenschaft unermüdlich in den Laboren forschen und testen. Wir könnten jetzt auch alle anfangen zu klatschen, doch die sinnvollere Wertschätzung wären höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen“.

Von drei Stellen aus zogen die Gegner der Coronamaßnahmen zum Marktplatz.
Von drei Stellen aus zogen die Gegner der Coronamaßnahmen zum Marktplatz. © Hartmut Poggel

Lea Klein ging auf die Kluft zwischen Fensterreden und Taten ein; vor allem die Überlastung vieler im Gesundheitswesen arbeitender Menschen werde als selbstverständlich hingenommen: „Viele Menschen müssen grade weit über ihre Kapazitäten hinaus arbeiten. Ich bin mir sicher, dass das enorme Folgen haben wird. Viele Menschen werden psychisch an ihre Grenzen kommen, und die Attraktivität vieler Berufe in der Gesundheitsbranche wird abnehmen und der Mangel, den es ohnehin schon immer gab, wird steigen.“

Olpe: Beide Demonstrationen liefen friedlich ab

Martin Schürmann kam aus Lennestadt nach Olpe, um zu zeigen, „dass ich gegen diese Querdenker und ihren Egoismus sowie die Rechtsradikalen bin, die sich wieder offen zeigen“. Für das Ehepaar Petra und Stefan Braun „ist es selbstverständlich, dass wir Zeichen setzen müssen gegen Impfgegner und Coronaleugner“. Die Schönauer: „Das sind nur wenige, aber sie sind sehr laut, und zwischen ihnen Rechtsradikale und Querdenker. Wir sind die Mehrheit – und das müssen wir zeigen.“

„Aus polizeilicher Sicht ist alles gut gelaufen“, sagt Matthias Giese, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Olper Wache. Er zog am Samstag ein entspanntes Fazit nach den beiden Demonstrationen. Von den Mitarbeitern des Ordnungsamtes der Kreisstadt kam zustimmendes Kopfnicken.

Dass Corona-Demonstrationen immer friedlich ablaufen, ist keine Selbstverständlichkeit. Bei einer großen Demo gegen die Maßnahmen in Bielefeld kam es zu Zusammenstößen zwischen Demo-Teilnehmern und Polizisten. Es gab mehrere Verletzte.

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