Neubau nimmt Formen an

Deutscher Kinderhospizverein feiert Richtfest in der „Trift“ in Olpe

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Viele Gäste kamen am Donnerstag zum Richtfest des „Hauses der Kinderhospizarbeit“ in Olpe.

Olpe. Ein paar Anläufe hat er gebraucht, am Ende hat Paul Quiter es dann aber doch geschafft: Der Vorstandssprecher des Deutschen Kinderhospizvereins (DKHV) in Olpe zerbrach die kleine Schnapsflasche beim Richtfest des „Hauses der Kinderhospizarbeit“ in der „Trift“ durch einen Wurf auf den Boden.

Warum er selbst diesen symbolischen Akt vollziehen musste, und nicht der Zimmermann, war schnell erklärt: „Das Haus hat keinen Dachfirst, also haben wir auch keinen Zimmermann“, sagte Quiter. Den Richtspruch teilte er sich dann mit seinem Vorstandskollegen Albert Kattwinkel.

Beim Richtfest konnten sich die Gäste – darunter auch der frühere Fußball-Nationalspieler und Botschafter des DKHV, Jens Nowotny – ein erstes Bild vom zweigeschossigen Gebäude machen. Auf insgesamt 947 Quadratmetern entsteht „In der Trift“ in Olpe eine „Begegnungsstätte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebensverkürzender Erkrankung, sowie deren Eltern und Geschwister“. Es gibt Räume für die Kinderhospizakademie, den DKHV, die Kinderhospizsstiftung und auch für die ambulante Kinder- und Jugendhospizarbeit. Im Erdgeschoss ist unter anderem ein behindertengerechtes Wohnzimmer mit Badezimmer vorgesehen: „Wir wollen auch die Familien von lebensverkürzt erkrankten Kinden einladen, hier bei uns zu sein“, so DKHV-Geschäftsführer Martin Gierse. Die medizinische Versorgung der Kinder ist in dieser Zeit gewährleistet.

Vor vier Jahren haben die Planungen für das „Haus der Kinderhospizarbeit“ begonnen, weil die Räume in der Bruchstraße, wo der DKHV derzeit zur Miete untergebracht ist, irgendwann zu klein wurden und keine Möglichkeit einer Erweiterung besteht. Schließlich ist der DKHV in den 27 Jahren seit seiner Gründung in Olpe von sechs Familien auf über 3400 Mitglieder gewachsen – die ersten Treffen fanden im Wohnzimmer eines der Gründungsmitglieder statt, wie sich Paul Quiter erinnert. Derzeit betreut der Verein 448 Familien an 24 Standorten bundesweit. „Im Oktober wird der 25. Standort in Lüneburg eröffnet“, so Quiter.

Stephan Göckler, Paul Quiter, Jens Nowotny, Albert Kattwinkel, Martin Gierse, Ralf Backwinkel und Berthold Böhler (v.l.) freuen sich über den Baufortschritt.

Nach dem symbolischen Spatenstich am 27. April (siehe hier) und der Grundsteinlegung am 21. Juni (siehe hier), war das Richtfest nun schon der dritte Meilenstein beim Bauprojekt. „Die Fertigstellung soll im Mai oder Juni 2018 sein“, sagte Architekt Stephan Göckler. Und Generalunternehmer Berthold Böhler ergänzte: „Das sollten wir auf jeden Fall schaffen.“ Die Eröffnung ist dann für den 10. Juni 2018 geplant.

Nebenan beginnen bald die nächsten Bauarbeiten: Laut Paul Quiter soll der Bau des „Hauses der Arbeitgeber“, in dem der Arbeitgeberverband für den Kreis Olpe (AGV), das Arbeitsmedizinische Zentrum und die Geschäftsstelle der IHK untergebracht sein werden, kurz nach dem Richtfest beginnen. Die Zusammenarbeit mit dem AGV lobt Quiter in den höchsten Tönen: „Wir sind dem Arbeitgeberverband sehr dankbar.“ Gerade bei Problemen habe sich der AGV immer als guter Ansprechpartner bewiesen. Als zum Beispiel auf dem Grundstück alte Bahnschwellen gefunden worden waren, habe sich der AGV um die Entsorgungsfrage gekümmert. Zudem führten beispielsweise gemeinsame Ausschreibungen zu geringeren Kosten.

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