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„Ein unbekannter Stern“

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Attendorns Bürgermeister Wolfgang Hilleke, Verfasser Hartmut Hosenfeld und Landrat Frank Beckehoff stellten das fünfte Buch der Schriftenreihe „Jüdisches Leben in Attendorn“ vor.  Foto: Anette Leusmann
Attendorns Bürgermeister Wolfgang Hilleke, Verfasser Hartmut Hosenfeld und Landrat Frank Beckehoff stellten das fünfte Buch der Schriftenreihe „Jüdisches Leben in Attendorn“ vor. Foto: Anette Leusmann

„Gabriel, ein unbekannter Stern aus Attendorn“, lautet der Titel des fünften Bandes der Schriftenreihe „Jüdisches Leben im Kreis Olpe“.

Am Donnerstag stellten Landrat Beckehoff und Verfasser Hartmut Hosenfeld die Fortsetzung der Schriftenreihe im Kreishaus in Olpe vor.

Der Attendorner Hartmut Hosenfeld, ehemaliger Schulleiter der Albert-Schweitzer-Schule in Attendorn, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Judentum, speziell in der Hansestadt Attendorn.

„Ich habe seit 25 bis 30 Jahren ein Monopol, was das Judentum betrifft“, lächelte Hosenfeld. Bereits Band IV der Schriftenreihe stammte aus seiner Feder. „Nach Beendigung meiner eigenen Nachforschungen über das Leben der jüdischen Gemeinde in Attendorn und der Herausgabe der Dokumentation ,Jüdisch in Attendorn‘ im Jahr 2006 wurde ich durch zahlreiche Gespräche mit Attendorner Bürgern und Freunden dazu angeregt, mich mit dem Leben Gerhard Gabriel Sterns genauer zu beschäftigen“, erinnerte sich der ehemalige Schulleiter.

Humanist und Journalist Gerhard Gabriel Stern war 1933 der letzte jüdische Abiturient in Attendorn. Im Januar 1936 gelang ihm über Umwege die Ausreise nach Palästina und damit blieb ihm das Schicksal vieler Juden in Deutschland erspart.

„Attendorn und Jerusalem“

„Sein journalistisches Wirken dort galt in erster Linie der Aussöhnung von Christen, Juden und Muslimen in der geteilten Stadt Jerusalem“, erklärt Landrat Beckehoff in seinem Vorwort zum Buch. In der Biografie über Gerhard Gabriel Stern kommen viele Zeitzeugen zu Wort. Dieses sind Menschen, die ihn gekannt und geschätzt haben, aber auch welche, die seinem Leben und Wirken kritisch gegenüber standen. Rosenfeld hat Stern selber noch gekannt. „Mich faszinierte sein Leben in zwei Welten, Attendorn und Jerusalem“, so der Verfasser. „Mit diesem Buch wollte ich den unbekannten Stern aus Attendorn zum Leuchten bringen“.

Und das ist ihm nach Aussage von Attendorns Bürgermeister Wolfgang Hilleke auch absolut gelungen. „Hosenfeld hat mit diesem Buch Geschichte lebendig gemacht“, lobte Hilleke. Der ehemalige Schulleiter möchte mit diesem Buch erreichen, dass die Geschichte des dritten Reiches nicht in Vergessenheit gerät. Er hat Angst davor, dass die jungen Leute irgendwann einmal nicht mehr wissen, was im zweiten Weltkrieg unter der Herrschaft von Adolf Hitler passierte. „Es ist ganz wichtig, dass die Namen nicht vergessen werden“, bekräftigte Hosenfeld.

Das Buch „Gabriel, ein unbekannter Stern aus Attendorn“, ist ab sofort beim Kreisheimatbund Olpe in der Geschäftsstelle des Kreisarchiv Olpe sowie in den Buchhandlungen in Attendorn und Olpe erhältlich. (Von Anette Leusmann)

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