1. SauerlandKurier
  2. Kreis Olpe
  3. Olpe

„Energie aus der Region“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Lambert Stoll (l.) und Eva Pfaff von der Volksbank OWD begrüßten (v. l.) Volker Pressel und Christof Kottwald zum Info-Abend in der „Scheune“ des Hotels Albus.
Lambert Stoll (l.) und Eva Pfaff von der Volksbank OWD begrüßten (v. l.) Volker Pressel und Christof Kottwald zum Info-Abend in der „Scheune“ des Hotels Albus.

Olpe/Griesemert. Die „Scheune“ des Hotels Albus auf der Griesemert war am Montag Schauplatz eines informativen Abends über die Energiewende und ihre Verankerung in der Bevölkerung.

Dazu hatte die Volksbank OWD die Ortsvorsteher aus ihrem Geschäftsbereich eingeladen.

„Nicht erst seit Fukushima ist das Thema der Energiegewinnung und -versorgung von breitem öffentlichen Interesse, es geht uns alle an. Ohne Energie wären wir in der zivilisierten Welt wohl kaum noch lebensfähig“, begrüßte Volksbank-Vorstand Lambert Stoll die Gäste. Gerade das Thema „erneuerbare Energien ist hochaktuell und wird uns sicherlich auch in der Zukunft noch intensiv beschäftigen“, so Stoll weiter. Bis 2050 soll der Anteil der regenerativen Energien in Deutschland 80 Prozent betragen.

Eine Möglichkeit, die Energiewende lokal und regional mitzubestimmen, ist die Bildung von Energiegesellschaften; die einfachste Rechtsform die der Genossenschaft. Als kompetenter Referent gab Volker Pressel, Vorstandsmitglied der „eegon-Eifel-Energiegenossenschaft“, Informationen aus erster Hand.

Die „eegon“ wurde 2009 im rheinland-pfälzischen Landkreis Vulkaneifel von 20 Bürgern, darunter auch Ortsvorsteher, gegründet. Bis zum 31. Dezember 2013 stieg die Zahl der Anteilseigner auf 415 mit 1762 Anteilen. „Wir gaben nur noch 2 Anteile pro Person zu je 500 Euro aus“, so Pressel. „Es gilt ganz klar das regionale Prinzip. Wir haben Interessenten sogar aus Hamburg, die einsteigen möchten, aber der Bezug zur Eifel muss gegeben sein.“ Und die Mitgliedschaft lohnt sich finanziell: „Wir haben bisher jeweils vier Prozent Dividende auf die Anteile ausgeschüttet, einmal noch zusätzlich zwei Prozent Prämie. Bei 500 oder 1000 Euro Einlage, für die jeder nur haftet, ist dies eine risikolose Geldanlage.“ Neben den ökologischen und mehr emotionalen Motiven der Selbstbestimmung sind es auch ökonomische Gründe, die die Menschen zu „eegon“ bringen, sagt Pressel: „Wir haben Mitglieder aus allen Gesellschaftsschichten, genauso unterschiedlich sind ihre Beweggründe. Aber alle kommen aus der Eifel und wollen Bürgerenergie aus der Region für die Region und gemeinsame Wertschöpfung in der Region durch 100 Prozent regionale, erneuerbare und damit klimaneutrale Energie.“

Die „eegon“ betreibt – zum Teil mit Kooperationspartnern – Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden und Freiflächen, berät Bürger über erneuerbare Energien und ist bei Planungen und Gestaltungen von Energieanlagen „von Anfang an dabei, so schaffen wir Transparenz, Entscheidungen über Energieversorgung können nicht mehr hinter geschlossenen Türen gefällt werden.“ 2012 beteiligte sich die Energiegenossenschaft erstmals bei Trier an einem Windpark: „Wir wollen auch hier Erfahrungen zu sammeln. Wind ist immer ein Thema, natürlich unter Berücksichtigung aller naturräumlichen Aspekte und Beeinträchtigungen.“

Ebenfalls ein Thema für die Eifeler Energiegenossen ist die Wasserkraft, gleiches gilt für die Wärmeversorgung. Pressel: „Erneuerbare Energien sind ein sehr dynamisches Thema, die Politik ändert sich sehr schnell. Wichtig ist es daher vor Ort, Trends zu erkennen und zu nutzen.“

Die Eifel-Energie liegt mit ihrer regionalen Arbeit voll im Trend, wie Christof Kottwald, Rechtsanwalt beim Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband (RWGV) in seinem Vortrag über die juristischen Details einer Genossenschaftsgründung und -unterhaltung verdeutlichte: 200.000 Menschen sind in Deutschland in 800 Energiegenossenschaften organisiert – Tendenz steigend.

Lambert Stoll abschließend: „Vielleicht entsteht ja auch bei uns so etwas.“

www.kommunal-erneuerbar.de

Auch interessant

Kommentare