Für Liebe ohne Grenzen

Erstes Treffen der neuen Selbsthilfegruppe „Vielfalt Olpe“

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Zum Treffen der Gruppe „Vielfalt Olpe“ laden (v.l.) Tim Höfer, Petra Weinbrenner-Dorff und Andreas Zimmer ein.

Kreis Olpe – Es geht um Respekt. Um Akzeptanz. Um Austausch und um geselliges Beisammensein. Vor allem aber geht es um Vielfalt, denn Vielfalt kann ganz unterschiedliche Formen haben. Und das ist genau das, was die neue Selbsthilfegruppe „Vielfalt Olpe“ anspricht: Sie will Mut machen für einen selbstbewussten Umgang mit der eigenen sexuellen Orientierung – trotz der Hindernisse und Vorurteile, die es im Alltag gibt.

Die Gruppe richtet sich an lesbische, schwule und bisexuelle Menschen ab 18 Jahren, die sich gerne mit Gleichgesinnten in einem geschützten Raum austauschen und unterstützen sowie über das sprechen möchten, was sie bewegt. Initiatoren dieser Gruppe sind Andreas Zimmer und Tim Höfer. Für sie ist es ein echtes „Herzens-Thema“. 

Vor 30 Jahren hat sich Andreas Zimmer geoutet, Tim Höfer hat seinen Eltern im Alter von 19 Jahren mitgeteilt, dass er schwul ist. Sie wissen, wie wichtig gegenseitige Unterstützung bei diesem Thema ist. Warum bin ich so? Warum verhalte ich mich so? Wie reagieren meine Freunde? „Ein spätes Coming-out ist gar nicht so selten“, erklärt Andreas Zimmer. Besonders in ländlichen Regionen, „wo man jeden kennt“, sei der gesellschaftliche Druck sehr hoch. 

Gemeinsam mit Tim Höfer gehört er seit vielen Jahren zum Team von „SCHLAU“ Olpe, einem Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt zu geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen. In Workshops kommen die Teams mit Jugendlichen ins Gespräch. „Es gibt ein Umdenken. Man sieht, wie das Thema immer mehr akzeptiert wird. Die Jugendlichen gehen mit einer Grund-Toleranz und Akzeptanz dran“, erklärt Tim Höfer. Dennoch gebe es noch Vorurteile. Er ist sich sicher: „Der Bedarf ist da. Wir müssen etwas anbieten.“ 

"Hinter jeder sexuellen Orientierung steht auch ein Lebensentwurf."

Anfangs trifft sich die neue Selbsthilfegruppe einmal im Monat im Gruppenraum des DRK-Mehrgenerationenhauses in Olpe. Neben Austausch und Gesprächen sind auch gemeinsame Unternehmungen oder Themenabende möglich. „Wir wollen einen Wohlfühlraum schaffen, in dem sie sich trauen, über das Thema zu reden. Denn alle wissen, worum es geht, alle sind im Thema drin“, so Tim Höfer weiter. 

Unterstützt werden die Männer von Petra Weinbrenner-Dorff von der DRK-Selbsthilfekontaktstelle. „Es geht nicht nur um Sexualität. Es geht um gleichgeschlechtliche Liebe, um gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Da steht die Sexualität nicht im Vordergrund“, betont sie. „Hinter jeder sexuellen Orientierung steht auch ein Lebensentwurf. Nach der ersten Verknalltheit kommen da auch ganz andere Interessen“, ergänzt Andreas Zimmer. 

Die neue Selbsthilfegruppe sei laut Zimmer die Brücke von „Ich bin so“ bis hin zu „Ich kann dazu stehen“. Das erste Treffen der Gruppe findet am Freitag, 25. Oktober, ab 19 Uhr im DRK-Mehrgenerationenhaus in Olpe statt. Bei diesem Treffen werden dann weitere Gruppentermine geplant und Themen gesammelt. Daher hoffen die Initiatoren, dass an diesem Abend viele Ideen mitgebracht werden. „Wir schaffen den Rahmen. Die Gruppe lebt dann von den Leuten, die mitmachen“, erklärt Tim Höfer abschließend.

Anprechpartner sind Andreas Zimmer und Tim Höfer. Infos über Tel. 02761/2643 oder Mail an vielfalt-olpe@gmx.de.

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