Europawahl fest im Blick

Berufskolleg des Kreises Olpe organisiert Europawoche

Europaabgeordnete und Vertreter verschiedener Parteien nahmen an einer Podiumsdiskussion am Berufskolleg des Kreises Olpe teil.

Olpe. „Geht zur Europawahl und unterstützt das Ganze. Ich finde es nämlich toll, dass so viele Nationen mittlerweile zusammenleben.“ Mit diesen Worten fordert Johona, Azubi am Berufskolleg des Kreises Olpe, in einem Videoclip ihre Mitschüler dazu auf, an den Wahlen zum Europäischen Parlament teilzunehmen.

Das Berufskolleg des Kreises Olpe hat eine Woche dazu genutzt, über Europa und die Europäische Union zu informieren. An allen drei Standorten in Attendorn, Lennestadt und Olpe fanden zeitgleich Aktivitäten statt, um den Schülern die europäische Idee näherzubringen, über die Europawahl zu informieren und sich aktiv für Zukunft einzusetzen.

Ein Kurzvideo der Bundeszentrale für politische Bildung präsentierte die wichtigsten Fakten im Hinblick auf die Wahl zum Europäischen Parlament 2019. Beim Erdkunde-Quiz „Seterra“ konnten die Schüler zeigen, wie gut sie sich in Europa auskennen. In möglichst kurzer Zeit mussten die gefragten Länder auf der Europakarte gefunden und markiert werden. Bei „Fun with Flags“ ging es um die Flaggen der europäischen Länder. 

Informationen über ein vierwöchiges Praktikum im europäischen Ausland, das finanziell durch die Europäische Kommission im Rahmen von Erasmus+ gefördert wird, standen ebenfalls zur Verfügung. Auch die Fußballfans kamen nicht zu kurz. Ein Quiz zur UEFA verknüpfte Wissen mit Fußballkünsten, da vor jeder Frage ein Softball zielgenau auf eine virtuelle Torwand geschossen werden musste. „Plastikmüll“, „Stromverbrauch“ und „Fleischkonsum“, drei aktuelle Themen, die zuvor aus europäischer Perspektive im Unterricht besprochen worden waren, boten Material für weitere tationen. In einer Wortwolke wurden Ideen und Rückmeldungen der Teilnehmenden zur persönlichen Wahrnehmung von Europa gesammelt.

Podiumsdiskussion mit Politikern

Eine Videosequenz machte die unterschiedlichen Motivationen von Lernenden und Beschäftigten des BKO, zur Europawahl zu gehen, in Bild und Ton deutlich. Einfaches Reisen und die Möglichkeit zur politischen Mitgestaltung wurden ebenso genannt wie dauerhafter Frieden oder multikulturelles Zusammenleben.

Abgerundet wurde die Europawoche durch eine Podiumsdiskussion in Olpe. Die Europa-Parlamentarier Dr. Peter Liese (CDU) und Frau Sippel (SPD) sowie der Kandidat Boris Feldmann (FDP), der ehemalige Umweltminister in NRW, Johannes Remmel (Die Grünen) und Frank Kemper (Die Linken) konnten ihre Positionen im Hinblick auf Europa darlegen und sich der Diskussion stellen. Moderiert wurde die Veranstaltung engagiert und sicher von Lena Niklas, Schülerin des beruflichen Gymnasiums Wirtschaft und Verwaltung, und Pedro Gonzalez, Schülersprecher des BKO.

Zeitgleich zur Podiumsdiskussion in Olpe fand in Altenhundem ein Zeitzeugengespräch mit der 94-jährigen Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano statt. Sie berichtete, dass sie die Zwangsarbeit im KZ Auschwitz-Birkenau nur überlebte, weil sie im Mädchenorchester zunächst Akkordeon und später Blockflöte spielen konnte.

Bernard Schmidt: „Ich gehe zur Europawahl“

Zuvor hatte bereits Felix Hensel, Präsident der IHK Siegen, in einem Vortrag über die Vorzüge der Europäischen Union für den Kreis Olpe und die Region Südwestfalen gesprochen. Neben den wirtschaftlichen Interessen wies er besonders auf die friedensstiftende Wirkung der Europäischen Union hin und forderte zur aktiven Teilnahme an der Europawahl auf.

Bernard Schmidt, Schulleiter des Berufskollegs des Kreises Olpe, empfahl den Schülern: „In vielen Ländern der Erde sind Menschen nicht berechtigt, an Wahlen teilzunehmen. Ich gehe zur Europawahl, weil ich es für meine Pflicht halte, von meinem Recht auf Wahl Gebrauch zu machen. Tun Sie dies ebenfalls.“

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