Neubau in „Rekordbauzeit“

Freie Fahrt über die B55: Talbrücke Öhringhausen für Verkehr freigegeben

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Symbolischer Scherenschnitt: Jana Führt gab gemeinsam mit Vertretern der beteiligten Firmen die neue Talbrücke für den Verkehr frei.

Olpe – Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, dass die Talbrücke Öhringhausen mit einem lauten Knall gesprengt wurde. Rund 1000 Menschen waren dabei, um die Explosion „live“ mitzuerleben. Seitdem bauten die beteiligten Firmen innerhalb von zwei Jahren und drei Monaten eine neue vierfeldrige Hohlkastenbrücke aus Spannbeton – „in Rekordbauzeit“, so Karl-Josef Fischer, Pressesprecher von Straßen.NRW.

Gemeinsam mit Vertretern der ausführenden Firmen hatte der Landesbetrieb am Mittwochmorgen zu einem Ortstermin geladen. In Verbindung mit dem Umbau der B54/55 im Bereich der Auf- und Abfahrten zur A45 stellte sich dieser Neubau zwischen Olpe und Drolshagen als „die größte Baustelle der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen.NRW im Kreis Olpe“ dar.

Neben dem Ersatzneubau der Talbrücke wurden auch die Anschlussstellen in Fahrtrichtung Dortmund sowie in Fahrtrichtung Frankfurt optimiert. Eine Regenwasserbehandlungsanlage (RWBA) für die A45 wurde ebenfalls gebaut.

Auch Projektleiter Ulrich Seibel freute sich über das „gelungene Bauprojekt“, das gleichzeitig auch sein letztes ist: „Was man vor Ort sieht, ist das eine. Aber was bereits im Vorfeld alles getan wurde, ist das andere. Wir hatten sehr gute Firmen vor Ort, die gewillt waren, sich diesem Projekt schnell anzunehmen. Es war eine angenehme Zusammenarbeit.“

Dabei wurde der U-förmige Trog des Hohlkastens innerhalb von 27 Stunden in einem Stück betoniert. Insgesamt wurden 3250 Kubikmeter Stahlbeton, 570 Tonnen Betonstahl, 25 Tonnen Spannstahl und 250 Tonnen Gussasphalt verbaut. Die Baukosten der 132 Meter langen Talbrücke Öhringhausen betrugen 6,8 Millionen Euro. Die Brücke ist 15,35 Meter breit (Fahrbahnbreite: 11,25 Meter) und somit schmaler als die alte Talbrücke.

In „Rekordbauzeit": Freigabe der neuen Talbrücke Öhringhausen 

„Wir möchten uns auch bei den Anwohnern bedanken, die zwei Jahre lang Umwege fahren mussten und dies ohne groß zu murren hingenommen haben. Es gab keine negativen Reaktionen“, betonte Karl-Josef Fischer. Das Besondere: Die Talbrücke Öhringhausen befindet sich innerhalb der Schwerlastroute, die das Siegerland und die Häfen im Ruhrgebiet verbindet. Daher wurde als maßgebliche Bauwerksbelastung ein 299 Tonnen Fahrzeug bei der Brückenplanung zugrunde gelegt.

Nachdem die elfjährige Jana Führt das über die Brücke gespannte Absperrband durchgeschnitten hatte, war diese offiziell für den Verkehr freigegeben. Nach und nach fuhren dann auch die ersten Autos über die Talbrücke.

Daten zur Talbrücke Öhringhausen 

  • Bauzeit: Zwei Jahre und drei Monate 
  • Baubeginn: März 2018 
  • Bauende: Juni 2020 
  • Baukosten der Brücke: 6,8 Millionen Euro 
  • Bauart: Vierfeldrige Hohlkastenbrücke aus Spannbeton, die Vorspannung erfolgt durch rein externe Spannglieder 
  • Stützweite: 132 Meter, verteilt auf vier Felder 
  • Brückenbreite: 15,35 Meter (Fahrbahnbreite: 11,25 Meter) 
  • Max. Bauwerkshöhe: 27 Meter 
  • Verbaute Baustoffe: 3250 m³ Stahlbeton, 570 Tonnen Betonstahl, 25 Tonnen Spannstahl, 250 Tonnen Gussasphalt 
  • Auftragnehmer: ARGE Talbrücke Öhringhausen (Firma Mees aus Lennestadt und Straßen- und Tiefbau aus Kirchhundem)

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