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Ein ganz besonderer Brief

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Jubilar Reinhardt Zinke nennt nun einen ganz besonderen Meisterbrief sein eigen. Sohn Andreas gratuliert dem Vater dazu herzlich gern.  Foto: Achim Gandras
Jubilar Reinhardt Zinke nennt nun einen ganz besonderen Meisterbrief sein eigen. Sohn Andreas gratuliert dem Vater dazu herzlich gern. Foto: Achim Gandras

Reinhardt Zinke steht auch heute noch jeden Morgen in der Backstube, obwohl er bereits den Goldenen Meisterbrief sein eigen nennt. Und es ist sogar ein ganz besonderes Exemplar, denn der Kirchenmaler Rolf Frank Römhild hat das schöne Stück genau so angefertigt, wie man es auch bei Zinke getan hätte: mit Liebe zum Detail.

Sohn Andreas Zinke, ebenfalls Bäckermeister, hatte die schönen Urkunden für Gerhard Reuber, den scheidenden Leiter des Musikzuges gesehen, ebenfalls die für den ehemaligen Schützenmajor Paul Imhäuser: "So etwas musste ich für meinen Vater auch haben", dachte er sich, allein schon, weil man im täglichen Trubel das goldene Jubiläum glatt übersehen hatte! Und so lag das Prachtstück dann als Überraschung unterm Weihnachtsbaum, worüber sich der Senior natürlich sehr gefreut hat.

"Ich kam 1962 aus Duderstadt, um meinen Meister an der Fachschule in Olpe zu machen", wie sich der rüstige 73-Jährige erinnert.

"Bäckermeister August Rademacher fehlte vor Pfingsten unfallbedingt ein Geselle. In seiner Not fragte er bei der Fachschule an, ob ein Schüler nicht über die Feiertage in Olpe bliebe – so wie ich, und da habe ich in seiner Traditionsbäckerei Gipperich ausgeholfen."

Morgens im Geschäft dann die große Überraschung: "Ich hatte sie schon öfter in der Stadt gesehen, nun kam sie durch die Tür, um an der Verkaufstheke auszuhelfen!"

Die bis dato unbekannte Herzdame des Meisterschülers fern der Heimat war Marlies, die Tochter des Hauses... Vater August Rademacher gab gern das Beste dazu: seine Olper Schützenkappe!

Mit der konnte der damalige Büterling nämlich die Bäckerstochter im Juli fast legal auf den Ümmerich ausführen. Alles Weitere, nach drei wundervollen Tagen im schönsten Biergarten der Welt, ist stadtbekannt.

Schlüssel zum Glück: Die Schützenkappe

Dass Schwiegervaters Schützenkappe auch anderweitig Folgen hatte, sei hier noch einmal angemerkt: Neben dem Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr 1970 kam auch noch die Schützenkönigswürde 1978/79 hinzu, womit Reinhardt Zinke wohl bewiesen hat, dass er auch mit der eigenen Kappe gerne auf den Hügel zieht.

Die handgemalte Urkunde zum 50. Meisterjubiläum steht nun im Schaufenster und die Welt dreht sich weiter. Der Senior geht morgens in die Backstube und Frau Marlies am Nachmittag hinter die Verkaufstheke.

Manche Dinge bleiben eben doch wohl wie sie sind, wenn sich die Welt auch immer schneller dreht. Wie ebenfalls der Olper Schützenball am kommenden Samstag. Gott sei Dank.

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