Selbsthilfegruppe trifft sich montags im Alten Lyzeum

Unterstützung für Suchtkranke

Ursula Schmitt ist Anprechpartnerin der GAMA, also der „Gruppe für Alkohol- und Medikamentenabhängige und deren Angehörige“.
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Ursula Schmitt ist Anprechpartnerin der GAMA, also der „Gruppe für Alkohol- und Medikamentenabhängige und deren Angehörige“.

Kreis Olpe. „Alkoholismus ist keine Charakterschwäche, sondern eine anerkannte Krankheit“, das sagt Ursula Schmitt. Und sie weiß genau, wovon sie spricht. Denn Ursula Schmitt ist Anprechpartnerin des Vereins „Gruppe für Alkohol- und Medikamentenabhängige und deren Angehörige“ (GAMA).

Dabei erklärt sie auch, dass Alkoholsucht fälschlicherweise häufig mit Menschen in Verbindung gebracht wird, die sozial schwach sind: „Die Krankheit zieht sich aber durch alle Gesellschaftsschichten.“ Alle zwei Wochen trifft sich die Selbsthilfegruppen im Alten Lyzeum Olpe. Sie unterliegt der Schweigepflicht, was im Raum gesagt wird, bleibt auch dort. Die Mitglieder müssen Verschwiegenheitserklärungen unterzeichnen. 

Ursula Schmitt stellt klar, dass – anders als der Name der Gruppe vermuten lässt – bei den Treffen Suchtkranke aller Art willkommen sind: „Süchte sind austauschbar. Jede Sucht hat eine Geschichte, sie kommt nicht von alleine. Sucht ist Sucht, egal wie sie heißt.“ Für Angehörige von Suchtkranken zeichnet sie ein durchaus düsteres Bild: „Die Gefahr, selbst süchtig zu werden steigert sich um 80 Prozent, wenn man ein einem süchtigen Umfeld aufwächst.“ 

Schließlich habe man dann in den seltensten Fällen gelernt, sich mit Problemen auseinanderzusetzen, sondern die Sucht als einen Ausweg mitbekommen. Speziell das Verhältnis zum Alkohol sieht Ursula Schmitt als schwierig an: „Zur Gesellschaft gehört Alkohol nach wie vor dazu.“ Er gelte als „Stimmungsmacher“ – auch wenn der Umgang damit früher durchaus „distanzloser“ gewesen sei. „Dafür gibt sind heute mehr Menschen abhängig von illegale Drogen“, sagt Ursula Schmidt. 

Erster Schritt ist wichtig

Doch wann sind Menschen für sie eigentlich alkoholkrank? „Wenn sie nicht mehr kontrolliert trinken können“, antwortet sie. Bis zu 20 Menschen nehmen an den Treffen der GAMA teil, mehrheitlich trockene Alkoholiker: „Trocken zu sein ist keine Pflicht bei uns, die Mitglieder müssen aber nüchtern zu den Treffen kommen“, so Schmidt. Die Gruppe widmet sich der Suchtprophylaxe und der Jugendarbeit, sie unterstützt Suchtkranke vor, während und nach der Therapie. Schmitt sagt jedoch: „Wir sind keine Therapeuten.“ In der Gruppe zu sein helfe den Mitgliedern aber: „Statistiken zeigen, dass Menschen die in Selbsthilfegruppen sind, viel länger suchtfrei bleiben.“ 

Die Verantwortlichen können Suchtkranke bei Bedarf auch in eine Klinik bringen oder zuhause aufsuchen. Zudem arbeitet die GAMA mit dem sozialpsychatrischen Dienst des Kreisgesundheitsamtes und anderen Institutionen zusammen. Der größte Schritt für Suchtkranke ist laut Ursula Schmitt der erste, nämlich sich seine Sucht einzugestehen: „Man muss die Therapie auch wollen. Die, die nicht freiwillig dahin gehen, werden später auch rückfällig. Suchtkranke wissen oft selbst, was mit ihnen los ist.“ 

Gesprächskreis für Angehörige

Daher hat sie auch einen für Außenstehende ziemlich überraschenden Rat für die Angehörigen: „Die Familie sollte die Suchtkranken fallen lassen, damit sie merken, wie schlimm es um sie wirklich steht. Solange man sie unterstützt, ändern sich Suchtkranke nicht.“ Für die Angehörigen hat die GAMA auch einen weiteren Gesprächskreis. Darin besteht die Möglichkeit zum Gedankenaustausch und es Hilfe für Angehörige, die nicht an der gemischten Gruppe teilnehmen können. Außerdem bieten die Verantwortlichen bei Bedarf Einzelgespräche nach vorheriger Terminabsprache an. 

Mitglied – die GAMA ist ein Verein – können Betroffene oder Angehörige werden, die mindesten an sechs Gruppenabenden teilgenommen haben. Die Teilnahme am Angehörigengesprächskreis ist davon unabhängig. Die GAMA trifft sich alle 14 Tage – das nächste Mal am 6. Februar – um 19 Uhr im Raum 16 des Alten Lyzeums in Olpe. Der Gesprächskreis für Angehörige findet jeden ersten Donnerstag im Monat um 10 Uhr in Raum 15 im Lyzeum statt. Die genauen Termine und weitere Infos sind bei Ursula Schmitt, Tel. 0175/4820902 (am besten zwischen 19 und 21 Uhr), zu erfragen.

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