Tracto Technik in Lennestadt

Hacker-Angriff auf Sauerländer Unternehmen: So ist der aktuelle Stand

Hacker haben die IT-Systeme der Firma Tracto Technik in Lennestadt-Saalhausen angegriffen.
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Hacker haben die IT-Systeme der Firma Tracto Technik in Lennestadt-Saalhausen angegriffen. (Symbolfoto)

Hacker-Angriff auf ein Sauerländer Unternehmen: Unbekannte haben in der vergangenen Woche die IT-Systeme der Firma Tracto Technik in Lennestadt-Saalhausen angegriffen. So ist der aktuelle Stand.

Update, 19. August, 16.49 Uhr: Tracto Technik hat nach dem Hacker-Angriff in der vergangenen Woche Informationen zum aktuellen Stand der Dinge bekannt gegeben. Demnach arbeiten alle internen und externen IT-Teams konzentriert an der Wiederherstellung des IT-Systems. "Die forensischen Aktivitäten sind abgeschlossen und die Wege, über die der Angriff erfolgte, konnte nachvollzogen und potentielle Hintertüren konnten geschlossen werden", teilte das Unternehmen mit. Die Strafverfolgungsbehörden arbeiten unabhängig an der Aufklärung und Verfolgung.

Der Wiederanlauf des IT-Betriebes sei aktuell in vollem Gange. "Die Kernsysteme zur Aufrechterhaltung der Produktion und der Wertschöpfungsketten zu Kunden und Lieferanten sind wieder stabil und die Mitarbeiter gleichen durch ihr hohes persönliches Engagement und ihren Ideenreichtum alle Engpässe in Bezug auf verbleibende Performanceeinbußen aus. Die Systeme zur Kommunikation über E-Mail werden aktuell geprüft und sukzessive wieder freigegeben", heißt es in einer Pressemitteilung.

"Sollten personenbezogene Daten abgeflossen sein, so informieren wir die betroffenen Personen und Institutionen individuell. Aktuell können wir dazu keine genauen Angaben machen, weil die Analysen noch keine verwertbaren Ergebnisse ergeben haben", erklärte Tracto Technik weiter.

Das Unternehmen nutze die Situation, um trotz "des bereits hohen Reifegrads" seiner IT und seiner "digitalen Kompetenz im Rahmen des Wiederanlaufs" eine noch weiter verbesserte Infrastruktur und intensivere Nutzung von Cloud-Services voranzutreiben. "Die Experten sind sich sicher, dass der Angriff milder verlaufen wäre, wenn hochsichere Cloudservices bei den betroffenen Systemen im Einsatz gewesen wären. Das bestärkt uns in unserer 'Cloud-First'-Strategie", so das Unternehmen abschließend.

Hacker-Angriff auf Tracto Technik: Täter schleusen Trojane

Erstmeldung vom 14. August: Saalhausen – Erinnerungen an den Januar dieses Jahres werden wieder wach, als Hacker den Automobilzulieferer Gedia aus Attendorn angriffen. Nun erwischte es Tracto Technik in Saalhausen. Auf seiner Internetseite erklärt das Unternehmen, dass die IT-Infrastruktur der Tracto in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Opfer eines Cyber-Security-Angriff geworden ist. 

Der Angriff hätte zum Ziel gehabt, Daten des Unternehmens so zu kompromittieren, dass der Geschäftsbetrieb nicht mehr vollständig möglich ist. Dahinter stecke das Ziel einer räuberischen Erpressung. „Glücklicherweise haben die Hacker nichts erbeutet, sondern 'nur' einen Trojaner eingeschleust“, berichtet Unternehmenssprecherin Michaela Bickel-Friederix auf SauerlandKurier-Nachfrage. 

Hacker-Angriff auf Tracto Technik: IT reagiert umgehend

Der IT-Bereich des Unternehmens habe bereits in der Nacht des Angriffs umgehend reagiert. Dadurch konnte die Ausweitung des Schadens eingedämmt werden. Aktuell würden die eigenen Experten sowie Cyber-Security-Spezialisten und Cyber-Forensikern daran arbeiten, die betroffenen Daten und Systeme zu isolieren, um den Geschäftsbetrieb wieder vollständig herzustellen. Die Behörden und das Landeskriminalamt seien mit ihren Spezialisten ebenfalls eingeschaltet. Michaela Bickel-Friederix geht davon aus, dass der Geschäftsbetrieb ab der kommenden Woche wieder anlaufen werde. „Wann genau kann jedoch noch nicht genau gesagt werden“. 

Im Gespräch erklärt sie, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass personenbezogene Daten aus dem Unternehmen abgesaugt wurden. Die Fertigungs- und Montageprozesse seien darüber hinaus nicht betroffen. Die Wertschöpfung laufe daher unbehindert weiter.

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