Rutschen, balancieren und klettern

Heimat als Abenteuer: Spielplatz auf der Eichhardt wird zur Bildungslandschaft

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Die Familien freuen sich auf den neuen „Heimatspielplatz“.

Olpe. „Das Gelände soll den Naturpark Sauerland Rothaargebirge darstellen. Hier wird der Sandspielbereich erweitert, dort entsteht dann der Biggesee mit Staudamm und Talsperrenrutsche“ – mit dem Finger zeigt Claudia Dietzmann dabei auf verschiedene Stellen auf dem Spielplatz am Kiefernweg/Eschenweg. Wo jetzt noch einfache und teilweise veraltete Spielgeräte stehen, soll im Sommer auf Anregung der Elterninitiative „HeimatflOEhe“ eine besondere Spiel- und Bildungslandschaft entstehen.

Rutschen, balancieren, klettern und matschen: Der neugestaltete „Heimatspielplatz“ in der Kreisstadt soll die Neugier wecken und den Kleinen die Region spielerisch näherbringen. Neben Spiel und Spaß stehen auch die Tradition und Geschichte der Heimat im Mittelpunkt. Außerdem wird es der erste öffentliche Wasser- und Matschspielplatz in Olpe. 

„Hier leben mehr als 100 Kinder im Einzugsgebiet“, erklärt Sandra Forth, Vorstandsmitglied des Vereins „Elterninitiative HeimatflOEhe“, der speziell für die Modernisierung und Umwandlung des Spielplatzes ins Leben gerufen wurde. „Dieser Spielplatz hat im Moment für die Kinder und Erwachsenen wenig Aufenthaltswert.“ Dabei bietet die Fläche von 1500 Quadratmetern mit Hanglage zahlreiche Möglichkeiten – wenn sie optimal genutzt wird. 

Das sahen auch die Familien auf der Eichhardt so und sammelten im Frühjahr 2018 Ideen, damit der Spielplatz für Groß und Klein attraktiver wird. Und Ideen gab es reichlich: „Wir haben uns intensiv mit unserer Heimat auseinander gesetzt. Am Ende mussten wir sogar aussortieren“. Auch die Kinder wurden bereits in die Planungen mit eingebunden – „Mama, lass uns doch den Biggesee auf den Spielplatz holen“. Gesagt, getan: Der Staudamm wird mit Hilfe von Natursteinen rekonstruiert, das Wasser wird mit blauem öcocolor Fallschutzbelag nachgeahmt. 

„Heimatorte“ aus jeder Kommune 

Echtes Wasser kommt dann bei der Wendener Hütte zum Einsatz: Die Kinder können die Wassertechnik selber ausprobieren und Wasser pumpen und die Schleusen öffnen. Aus jeder Kommune des Kreises Olpe wird mindestens ein besonderer „Heimatort“ aufgegriffen: Neben dem Biggesee und der Wendener Hütte gibt es auch die Burg Bilstein, den Schlüsenpfad, das Rutschenparadies Panorama-Park und die Attendorner Tropfsteinhöhle. Die Kinder nutzen die Hanglage im Winter bereits zum Schlittenfahren. Damit das so bleibt, entsteht dort das Skigebiet Fahlenscheid mit Rodelbahn. Ein Stehtisch und Sitzbänke laden im Bereich Ümmerich zum Verweilen ein – natürlich mit Vogelstange. 

Auf dem gesamten Spielplatz verbinden Wanderwege die regionalen Besonderheiten miteinander. Weiterhin gibt ein fest installiertes Buch Kontaktdaten und weiterführende Informationen zu allen Orten und Bauwerken, die auch auf dem Spielplatz zu finden sind. „Das schafft die Verbindung zu den ,echten’ besonderen Orten unserer Heimat“, betont Claudia Dietzmann, Vorsitzende des Vereins. 

Das besondere Projekt wird mit Landesmitteln in Höhe von 237.000 Euro gefördert. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, wird den Förderbescheid am 2. März um 15 Uhr persönlich auf dem Spielplatz übergeben. Bürgermeister Peter Weber und Landtagsabgeordneter Jochen Ritter werden ebenfalls vor Ort sein.

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