Vortrag von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Dr. Michael Kühlmann

Hilfe für Kinder mit Lese- und Rechtschreibstörung

DRK Selbsthilfekontaktstelle Psychotherapeut LRS Vortrag
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Bieten Hilfe für Eltern mit Kindern, die an einer Lese- und Rechtschreibstörung leiden: Dr. Michael Kühlmann (l.) und Petra Weinbrenner-Dorff von der Selbsthilfekontaktstelle der DRK Olpe.

Einen Vortrag zur Lese- und Rechtschreibstörung bei Kindern hält Dr. Michael Kühlmann am 28. Oktober um 17.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus des DRK Olpe. Er möchte in Kooperation mit der Selbsthilfekontaktstelle des DRK Olpe Eltern von betroffenen Kindern aufzeigen, was zu einer Lese- und Rechtschreibstörung führen kann und was zu beachten ist.

Olpe - Die Lese- und Rechtschreibstörung (LRS) bezeichnet die langanhaltende Störung des Erwerbs bei der Schriftsprache. Rund acht Prozent der Deutschen sind Analphabeten, die jedoch nicht einmal die grundlegenden Kenntnisse erlernt haben. 12 bis 15 Prozent dagegen sind funktionelle Analphabeten, die ihren Namen schreiben können und die Grundlagen der Schreib- und Lesefähigkeit gelernt haben, erklärt Dr. Michael Kühlmann, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut.

„Bei Kindern ist es ein relativ stabiler Satz von sechs bis acht Prozent von LRS Betroffenen. Das entspricht ein bis zwei Schülern pro Klasse.“ Diese Zahl würde sich jedoch an weiterführenden Schulen noch weiter differenzieren. „Schüler mit einer Lese- und Rechtschreibstörung haben schlechte Chancen für ein Gymnasium, da dort die pädagogische Berücksichtigung und Förderung nicht gewährleistet wird“, erklärt Dr. Michael Kühlmann weiter. In den letzten Jahren sei ein Umdenken in Kraft getreten. Ende der 1990er Jahre entstand ein neues Konzept „Schreiben wie man spricht“. „Das richtige Schreiben war unwichtig. Hauptsache war es, dass Kinder schreiben konnten“, erklärt der Psychotherapeut. „Doch heutzutage besteht ein höheres Interesse an der richtigen Rechtschreibung.“

Kinder mit LRS können psychische Probleme entwickeln

In einem Vortrag am Donnerstag, 28. Oktober, möchte Dr. Michael Kühlmann in Zusammenarbeit mit der Selbsthilfekontaktstelle des DRK Olpe Eltern von Betroffenen Kindern aufzeigen, was zu einer Lese- und Rechtschreibstörung führen kann, welche Ursachen es gibt. Denn oftmals entwickeln Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibstörung auch psychische Probleme. „Sie haben in der Schule Stress oder sogar Angst, weil sie bestraft werden, wenn sie etwas nicht richtig machen. Dann wird es kritisch. Eine Förderung dieser Kinder ist wichtig und keine Bestrafung, die es nur noch schlimmer macht. Bereits im Kindergarten wird die Sprachentwicklung beobachtet.“

Doch manche Kinder würden durch dieses „Raster“ fallen und später auffällig. Dr. Michael Kühlmann beobachtet selbst eine Zunahme von Kindern und Jugendlichen, die durch ihre Lese- und Rechtschreibstörung psychische Probleme entwickelt haben. Viele dieser Probleme verlagern sich in die Schule. Viele Betroffene würden nicht den Schulabschluss schaffen, den sie eigentlich erreichen könnten.

Vortrag soll Aufklärung leisten

„Sie können Aufmerksamkeitsstörungen, Störungen der Wahrnehmung oder auch Depressionen entwickeln.“ Dr. Michael Kühlmann plädiert dafür, dass sich etwas in der Schule verändern muss. „Aufsätze sollten bei den betroffenen Kindern nur inhaltlich gewertet und die Rechtschreibung vollkommen ignoriert werden. Eine andere Möglichkeit ist die Arbeit am Computer mit Unterstützung eines Rechtschreibprogrammes. Dennoch sollten zuerst die Grundlagen erlernt werden.“

In seinem Vortrag möchte der Psychotherapeut Aufklärung leisten, berichten, auf was Eltern achten sollten und welche Möglichkeiten im Rahmen der Schule bestehen. „Es gibt den LRS-Erlass in Schulen. Dieser bietet Inhalte und Rechte für das Kind und die Schule wird in die Pflicht genommen. Viele denken jedoch, dass der LRS-Erlass von 1991 nicht mehr gültig ist, da er veraltet ist. Das stimmt aber nicht.“

Nach dem Vortrag ist auch eine neue Selbsthilfegruppe des DRK Olpe im Gespräch. „Wir wollen betroffene Eltern mit ihren Kindern nicht alleine lassen, sondern sie unterstützen“, erklärt Petra Weinbrenner-Dorff von der Selbsthilfekontaktstelle.

Der Vortrag zur Lese- und Rechtschreibstörung von Dr. Michael Kühlmann findet am Donnerstag, 28. Oktober, um 17.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus statt. Anmeldungen bei der Selbsthilfekontaktstelle des DRK Olpe unter Tel. 02761/2643 oder per Mail unter shk@kv-olpe.drk.de.

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