Hoffnung für die Opfer

„Lichtblick Nepal“ berichtet über Hilfe in Erdbebengebiet

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Jochen Voß (Leiter VHS Olpe), Johannes Börger und Norbert Grobbel vom „Lichtblick Nepal e.V.“ (v.l.) sprachen über die Entwicklungen in Nepal. 

Olpe. Zwei starke Erdbeben im April und Mai 2015 forderten in Nepal zahlreiche Todesopfer und Verletzte. 600.000 Häuser wurden dabei zerstört, insgesamt 4 Millionen Menschen waren von der Naturkatastrophe betroffen. Ein Jahr nach den schrecklichen Ereignissen begrüßten Johannes Börger und Norbert Grobbel vom „Lichtblick Nepal e.V.“ und Jochen Voß, Leiter der VHS Olpe, die Gäste im Forum der VHS, um über die Entwicklungen im Erdbebengebiet und der geleisteten Hilfe des Vereins zu berichten.

„Wenn man sieht, was in den letzten Monaten passiert ist, dann weiß man, dass dieser Verein etwas bewegt hat“, mit diesen Worten begrüßte Jochen Voß, Leiter der VHS Olpe, die Gäste im Forum der VHS Olpe. Im September 2015 wurde der Verein gegründet und zählt mittlerweile 33 Mitglieder. Seitdem kamen insgesamt 330.000 Euro für den Wiederaufbau von Häusern und Schulen im Erdbebengebiet zusammen.

Rund 40 Mal besuchte Johannes Börger, Vorsitzender von „Lichtblick Nepal“, innerhalb von 45 Jahren das Land Nepal. 1971 war er dort für zwei Jahre als Entwicklungshelfer tätig. Börger lernte dort seine spätere nepalesische Frau kennen, die mit ihm zusammen nach Schmallenberg -Fleckenberg zurückkehrte. „Dadurch hatte ich eine andere Beziehung zu dem Land“, erklärte Börger.

Als das Erbeben kam, war der Landwirt zeitlich verhindert, nach Nepal zu reisen. „Irgendwie entschloss ich mich dennoch, etwas zu tun“, erklärte er, „und Norbert Grobbel bot mir seine Hilfe an. Dieser reiste im Frühjahr nach Nepal vor und wir folgten später zu fünf Leuten nach“. Vier der Helfer beherrschten die Landessprache, was die Arbeit erleichterte. Mit einem Lastwagen voller Bleche leistete die sauerländer Truppe erste Hilfe und konnte in den ersten zwei Monaten für mehr als 1000 Familien Notunterkünfte errichten. 30.000 Euro waren bis dahin bereits zusammengekommen.

Rund 200.000 Euro an Spenden verwendet

Pfarrer Günter Eickelmann vom kirchlichen Pastoralverbund Meschede Bestwig hat das Geld verwaltet. Als dieser jedoch Meschede verließ, musste das Geld umdisponiert werden. Somit gründeten Börger und Grobbel die Vereine „Lichtblick Nepal“ in Deutschland und „Ujyalo Nepal“ in Nepal. „Unser Ziel war es, das Geld 1:1 rüberzubringen“, so Börger, „zunächst wollten wir die Grundbedürfnisse der Menschen befriedigen“. Bis zu zehn Helfer waren täglich mit dem Wiederaufbau der Häuser beschäftigt -

Zur Veranschaulichung zeigten die Männer ihren Gästen einige Bilder der zerstörten Häuser und von den darauffolgenden Baufortschritten durch den Verein. Doch den Bauarbeiten stellten sich einige Steine in den Weg: „Wir wussten teilweise vor lauter Geröll nicht, wohin mit dem Schutt“, so Börger. Zudem habe es einige bürokratische Probleme mit den Behörden gegeben, wie beispielsweise benötigte Genehmigungen für die Bauten, die sich als schwierige Aufgaben herausstellten. Dennoch zeigte sich Johannes Börger optimistisch: „Wir werden es schaffen. Wenn es jemand kann, dann sind wir es“.

Rund 200.000 Euro der gesammelten Spenden verwendete der Verein bisher, um den Opfern der Erdbeben zu helfen. Nachdem die Grundbedürfnisse der Menschen befriedigt wurden, geht der Verein nun zum nächsten Schritt über: „Das nächste Ziel ist eine Struktur, welche auf Bildung setzt, zu schaffen“, erklärte Jochen Voß, „denn: Bildung ist die Bank der Armen. Bildung verdampft nie – sie ist zukunftsbeständig und sie wird sich auszahlen“. Daher errichtete „Lichtblick Nepal e.V.“ bis heute fünf Schulen mit 15 Räumen.

Spendenkonto

  • Verein Lichtblick Nepal e.V.
  • Volksbank Bigge-Lenne eG
  • IBAN: DE19 460 628 17 00 227 221 00
  •  BIC: GENODEM1SMA
  • Stichwort „Erdbebenhilfe Nepal“

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