„Keine Sorgen machen“

Gewerkschafter auch in Corona-Krise gut aufgestellt

Stefan Köster (Zweiter Bevollmächtigter, l.) und André Arenz (Erster Bevollmächtigter) zogen Bilanz bei der Delegiertenversammlung im Kolpinghaus Olpe.
+
Stefan Köster (Zweiter Bevollmächtigter, l.) und André Arenz (Erster Bevollmächtigter) zogen Bilanz bei der Delegiertenversammlung im Kolpinghaus Olpe.

Die IG Metall in Olpe ist nach wie vor sehr gut unterwegs – auch in diesem Jahr. Dies stellte der Erste Bevollmächtigte André Arenz auf der jüngsten Delegiertenversammlung heraus. Um die Ansteckungsgefahr während der Pandemie möglichst gering zu halten, hatte der Ortsvorstand der Gewerkschaft zu einer Veranstaltung in teil-virtueller Form geladen.

Olpe - Während sich ein Teil der Delegierten im Olper Kolpinghaus eingefunden hatte, verfolgte der andere die Vorträge und Diskussionen via Videoschaltung am heimischen Computerbildschirm.

„Um die finanzielle Entwicklung der Geschäftsstelle Olpe braucht man sich auch in der Corona-Krise derzeit keine Sorgen machen“, erklärte André Arenz bei der Vorstellung des Geschäfts- und Kassenberichts. Allerdings habe man im Juni 2020 etwas weniger Mitglieder gezählt als im gleichen Monat des Vorjahres. Es sei deshalb dringend geboten, neue Auszubildende für die IG Metall zu gewinnen. „Wir wollen nicht, dass es 2020 zu einem Corona-Jahrgang kommt“, sagte die Politische Sekretärin, Klaudia Tichy, welche bei der IG Metall für die Jugendarbeit zuständig ist. Was jetzt wichtig sei, seien Sicherheit und Perspektiven. Es gelte, die Weiterführung der Ausbildung auch in der Pandemie in der erforderlichen Qualität zu sichern und den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung oder des dualen Studiums der Auszubildenden auch in der Krise zu garantieren. „Eine gute Ausbildung hängt nicht zwingend von der 100-prozentigen Auslastung der Produktion ab“, hob sie hervor.

Dezentrale Aktionswoche im Oktober

Um für die IG Metall zukunftssichernde Strukturen in der Jugend zu erhalten und zu stärken, bietet die IG Metall Olpe auch in diesem Jahr gemeinsame Begrüßungsrunden sowie betreute Aktionen für die neuen Auszubildenden an. Vom 28. September bis zum 2. Oktober findet zudem die dezentrale Aktionswoche „Organice Solidarity Week“ statt. „Während dieser Woche wollen wir sowohl persönlich als auch in Livestream-Form in die Betriebe und die Wohnzimmer der Nation senden, um die IG Metall sichtbar zu machen“, kündigte Klaudia Tichy an.

Schließung von ThyssenKrupp Federn und Stabilisatoren

André Arenz wies erneut darauf hin, dass die IG Metall Olpe die Schließung des Standortes der thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH in Lüttringhausen für falsch halte: „Managementfehler haben uns in diese Situation am Standort gebracht und die Beschäftigten bezahlen diese Fehler jetzt mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Das ist und bleibt ungerecht!“ In seinen weiteren Ausführungen ging André Arenz noch auf den Vorschlag von Jörg Hofmann ein, in der nächsten Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie über die 4-Tage-Woche nachzudenken.

Das Werk steht still: Warnstreik der IG Metall bei ThyssenKrupp Federn in Lütringhausen

Das Werk steht still: Warnstreik der IG Metall bei ThyssenKrupp Federn in Lütringhausen

André Arenz forderte die Arbeitgeber auf, sich angesichts der anstehenden Tarifrunden ernsthaft mit einer 4-Tage-Woche zu befassen: „Die damit einhergehende Arbeitszeitverkürzung kann helfen, Arbeit neu zu verteilen und damit Beschäftigung zu sichern. Die Unternehmen können hierdurch Produktivitätssteigerung, zufriedene Mitarbeiter und eine Senkung der variablen Kosten erreichen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können neben der Arbeitsplatzsicherheit auch Entlastung erfahren oder den fünften Tag zur Qualifikation zu nutzen.“

Die IG Metall denkt über ein Optionsmodell der Arbeitszeitreduzierung zur Beschäftigungssicherung nach, das auch in mittelständischen und kleinen Unternehmen zur Anwendung kommen kann und einen Teilentgeltausgleich vorsieht. Denn sowohl die Pandemie als auch die Herausforderungen der Digitalisierung, der Energiewende und des Klimawandels müssen von allen gestemmt werden. Eine reduzierte Arbeitszeit könnte hierfür Ressourcen schaffen – sowohl hinsichtlich Qualifikation wie auch für Investitionen. Notwendig sei zudem ein Entgeltausgleich. „Die Lasten können nicht allein von den Beschäftigten getragen werden“, so André Arenz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare