Wiederwahl des Ortsvorstandes Arenz und Köster

Delegiertenversammlung: Corona stellt IG Metall vor neue Herausforderungen

Bei der Delegiertenversammlung der IG Metall wurde nicht nur der Ortsvorstand wiedergewählt, sondern auch Bedenken beim Kurzarbeitergeld-Konzept geäußert.
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Bei der Delegiertenversammlung der IG Metall wurde nicht nur der Ortsvorstand wiedergewählt, sondern auch Bedenken beim Kurzarbeitergeld-Konzept geäußert.

Olpe - Klimawandel, Globalisierung, COVID-19 und Kurzarbeit: Das Jahr 2020 gleicht einer Zerreißprobe für Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften und deren Zusammenarbeit.

Neben der Wahl des Ortsvorstandes für die IG Metall Olpe bestimmte vor allem eine Frage die Delegiertenversammlung am Mittwochabend: Wie schaffen es Gewerkschaften, Politik und Arbeitgeber möglichst schadenfrei aus der Pandemie?

Diese Fragen beantwortete der IG Metall Bezirksleiter NRW, Knut Giesler, in einer umfangreichen Präsentation. So biete die Pandemie sowohl Herausforderungen als auch Chancen: „Corona hat uns gezeigt, wie wichtig mobile, digitale und flexible Arbeitsplätze sind. Auf lange Sicht müssen wir mit solch einer flexiblen Arbeitswelt Arbeitsplätze noch besser absichern können, als bisher. Zudem kann genau solch ein Konzept die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken“, so Giesler.

Auf der anderen Seite habe Corona die Kaufkraft der Arbeitnehmer in Deutschland sinken lassen; Unternehmen bekämen die Zerbrechlichkeit globaler Handelsketten zu spüren. Ein Thema, welches gesellschaftliches Konfliktpotenzial schüre, mahnte der nordrheinwestfälische Bezirksleiter. Es werfe Fragen nach einer stärkeren Regionalisierung des Handels auf: „Wenn sich bestimmte Städte in den letzten Jahren auffällig stark dem rechten Politikflügel zugewandt haben, liegt das nicht daran, dass alle Bürger dort Nazis sind. Nein, das liegt dann schlicht und ergreifend daran, dass sich diese Städte von den Ländern und vom Bund zurückgelassen fühlen, strukturschwach sind und gefördert werden müssen.“

Bedenken beim Kurzarbeitergeld-Konzept

Dazu gehöre auch, die Jugend zu fördern. Es könne nicht sein, dass Ausbildungsplätze durch die Corona-Pandemie gestrichen würden. „Um Arbeitnehmer zu stärken, müssen wir Betriebe stärken. Und das im Hinblick auf den Klima wandel nachhaltig“, forderte Knut Giesler. Auf scharfe Kritik und Gerechtigkeitsbedenken unter den Versammlungsteilnehmern stieß vor allem das jetzige Kurzarbeitergeld: Hier werde der Arbeitgeber durch die wegfallenden Sozialversicherungsabgaben und Besteuerungspflichten bei freiwilliger Lohnaufstockung entlastet. Im Gegenzug belaste Arbeitnehmer langfristig weniger Geld in den Sozialkassen. Auch die Besteuerung des Lohnes, die in diesem Jahr wegfalle, werde 2021 nachgeholt.

Bei der Programmgestaltung für das nächste Halbjahr haben sich kreative Köpfe der IG Metall Gedanken gemacht: Beispielsweise ist die Funktionärskonferenz in Berlin im Rahmen eines Autokinos geplant. Ein weiterer Meilenstein für die Gewerkschaft wird in diesem Jahr die Mobilisierungskampagne für die Bundestagswahl 2021 sein. Als Ortsvorstand wurden André Arenz mit 95,8 Prozent wiedergewählt. Sein bisheriger Stellvertreter Stefan Köster wurde ebenso mit 97,9 Prozent seines Amtes bestätigt.

Neben der Wahl von 13 Beisitzerinnen und Beisitzern verabschiedete sich die IG Metall Olpe von langjährigen Mitgliedern wie Uwe Schulte, Andreas Warnecke, Ulrich Cater und Rainer Necke. Die nächsten Delegiertenversammlungen sind für den 18. August und 28.Oktober dieses Jahres terminiert.

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