Gemeinsame Erklärung unterzeichnet

Internationaler Schulzweig: Etappenziel am SGO erreicht

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Bei der Unterzeichnung der Erklärung: (hintere Reihe, v.l.) Holger Burckhart, Klaus Gräbener, Felix G. Hensel, Frank Beckehoff, Jochen Ritter, (vordere Reihe, v.l.) Holger Köster, Mathias Richter, Volker Milk und Peter Weber.

Etwa 16 Monate sind vergangen, seit eine breite Allianz aus Politik, Wirtschaft und Bildung die ersten Pläne für einen internationalen Schulzweig am Städtischen Gymnasium Olpe (SGO) zu errichten. Jetzt ist ein weiteres Etappenziel erreicht: In der Aula des SGO haben die Verantwortlichen am Freitagnachmittag eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet.

Olpe – Vertreter von Bezirksregierung, Landesregierung, IHK, Kreis Olpe, Gymnasium, Uni Siegen und Stadt Olpe: Es war eine illustre Runde, die in der SGO-Aula den bisherigen Weg des Projekts skizzierte. Dabei wurde vor allem eins deutlich: Vom Internationalen Zweig profitieren irgendwie alle. 

„Es war uns allen von vornherein klar, dass das kein einfaches Projekt wird“, sagte Bürgermeister Peter Weber angesichts der vielen vergangenen Abstimmungsgesprächen und den vielen weiteren, die noch folgen werden. Mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung sei man allerdings „wieder ein großes Stück weiter. Wir haben jetzt eine Verbindlichkeit.“ Das bestätigte Mathias Richter, Staatssekretär im NRW- Schulministerium und versprach: „Das Land wird die rechtlichen Grundlagen des Schulgesetzes nutzen, um das Vorhaben zu unterstützen. Da gibt es einen klaren Konsens im Schulministerium.“ 

Weber erinnerte auch daran, dass die Initiative für den Internationalen Schulzweig zunächst aus der heimischen Wirtschaft kam. Die würde natürlich immens profitieren: Die Möglichkeit, Kinder ausländischer Fach- oder Führungskräfte in der Kreisstadt beschulen zu können stärkt den Wirtschaftsstandort Südwestfalen enorm. Ein Aspekt, den Prof. Dr. Holger Burckhart, Rektor der Uni Siegen, bestätigt: „Auch für die Personalgewinnnung der Uni Siegen ist das ganze sehr spannend.“ Aber auch die Lehrerausbildung an der Uni profitiert: „Wir haben in der Lehrerausbildung an der Uni 23 Nationalitäten. Viele angehende Lehrer könnten in Olpe ein Praxissemester machen“, so Burckhart. Und auch für die Forschung in diesem Bereich ist das Projekt ein wahrer Segen. Der Rektor betonte aber auch noch einmal die Wichtigkeit des Internationalen Schulzweigs für ganz Südwestfalen: „Wenn die Region international bestehen will, braucht sie eine internationale Schule.“ 

„Wir schaffen ein Alleinstellungsmerkmal in Südwestfalen“, sagte Volker Milk, Vizepräsident der Regierungsbezirks Arnsberg. Und SGO-Schulleiter Holger Köster ergänzte: „Ich habe in Deutschland kein ähnliches Projekt gefunden.“ Es gibt zwar allein im Regierungsbezirk Arnsberg noch zwei weitere Schulen mit Internationalen Zweigen, in Olpe kommt aber eine Besonderheit hinzu: Hier steht die heimische Wirtschaft hinter dem Projekt – auch finanziell. „Das Projekt hat breite Zustimmung in der Wirtschaft. So ein Projekt wäre nicht in jeder Region in Deutschland möglich“, sagte IHK-Präsident Felix G. Hensel. 

In Zahlen ausgedrückt: 21 heimische Unternehmen, IHK und Arbeitgeberverband stecken insgesamt 3,4 Millionen Euro – verteilt auf zehn Jahre – in das Projekt. Aber: „Wir nehmen keinen Einfluss auf die pädagogische oder inhaltliche Ausrichtung des Projekts“, so Hensel. „Sie haben alle Möglichkeiten und ein tolles Kollegium – machen sie was daraus“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener an Holger Köster gewandt. 

Stichwort „Kollegium“: „Das Projekt wäre nichts, wenn das Kollegium nicht mitziehen würde“, weiß Köster. Daher freue es ihn, dass er die Lehrer am SGO „schnell dafür gewinnen könnte.“ Der Internationale Zweig ist ein Angebot „on top“ des bisherigen schulischen Angebots am SGO und ist kostenlos. 2021 soll das notwendige Zertifizierungsverfahren abgeschlossen sein. Bis dahin muss an der Schule das passende Raumangebot bereitgestellt sein. „Da haben wir noch Hausaufgaben zu machen“, erklärte Peter Weber. Und weiter: „Wir müssen die Frage beantworten, wie die Räume in Zukunft aussehen müssen, um vernünftige pädagogische Arbeit zu leisten.“ Als erster Schritt sollen im kommenden Jahr die Chemieräume aus der ehemaligen Imbergschule ins Hauptgebäude umziehen: „Dann werden wir uns genau anschauen, wie wir das Gebäude am Imberg nutzen können, oder ob wir etwas Neues errichten müssen.“ Nach der Vorstellung des Projekts wurde die gemeinsame Erklärung unterschrieben. Darin verpflichten sich alle Akteure, sich auf unterschiedlichste Weise für den Internationalen Schulzweig einzusetzen.

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