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100 Jahre Pallottiner in Olpe

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Ein Zeichen der Verbundenheit: Im Juni 1941 demonstrierte die Bevölkerung gegen die Beschlagnahmung des Pallotti-Hauses durch die Nazis. Ein Dankgottesdienst zum 100-jährigen Bestehen des Pallottiner-Ordens in Olpe wird am 25. Januar gefeiert.
Ein Zeichen der Verbundenheit: Im Juni 1941 demonstrierte die Bevölkerung gegen die Beschlagnahmung des Pallotti-Hauses durch die Nazis. Ein Dankgottesdienst zum 100-jährigen Bestehen des Pallottiner-Ordens in Olpe wird am 25. Januar gefeiert.

„Die Liebe Christi drängt uns“ – dieser Wahlspruch der Ordensgemeinschaft der Pallottiner wird nunmehr seit 100 Jahren in Olpe gelebt. Seit 1915 leben und wirken die Brüder und Priester der Pallottiner in Olpe.

Dabei kann die Gemeinschaft auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Zunächst waren die deutschen Pallottiner auf der Suche nach einem neuem Ort für die theologische Hochschule in Deutschland, in der die wachsende Zahl der Mitbrüder und Missionare ausgebildet werden sollte. Durch Kontakte des damaligen Novizenmeisters nach Neger kam Olpe als Standort ins Gespräch.

In Olpe selbst stießen diese Pläne auf eine positive Resonanz bei Pfarrer Hirschmann, Bürgermeister Sommerhof und Geheimrat Freusberg. So genehmigte bereits 1914 der Preußische Staat die Ansiedlung der Pallottiner und am 9. April 1915 wurde schließlich der Kaufvertrag für ein Grundstück im Osterseifen unterschrieben und der Bau begann. In der Hauschronik der Pallottiner heißt es zu den dann schwierigen Umständen des Beginns: „Da brach im August 1914 der Weltkrieg aus und brachte zunächst die Inangriffnahme des Baus ins Stocken. […] Es sollten einstweilen die Vorarbeiten für den Bau gemacht werden, um dann nach Beendigung des Krieges, den man damals im Sommer 1915 vermutete, sofort das Projekt in Angriff nehmen zu können.“

Auch nach Ende des Krieges 1918 wurde in der Olper Niederlassung nicht mehr weitergebaut, da man eine neue Hochschule nicht mehr brauchte. Schließlich wurde das Gebäude in der heutigen Form, deutlich kleiner als zunächst geplant, 1928 fertig gestellt. Es diente fortan als Noviziat zur Ausbildung des Pallottiner-Nachwuchses und als Exerzitienhaus. Zusätzlich wurden von den Olper Pallottinern Volksmissionen gehalten und die bis heute erhaltenen Tätigkeiten als Priester in den umliegenden Ortschaften der Region.

Im Dritten Reich hatten auch die Olper Pallottiner mit Einschränkungen zu kämpfen. Dabei konnten sie sich aber immer auf die Hilfe und Unterstützung der Olper Bevölkerung verlassen. Beeindruckend bleibt die Reaktion der Olper Bevölkerung auf die Beschlagnahmung des Pallottiner-Klosters am 19. Juni 1941. Gretel Kemper hält dazu im Heimatbuch fest: „Obwohl es niemandem im Pallotti-Haus möglich war zu telefonieren, wurde in Olpe bald bekannt, was im Kloster geschah. Die Olper strömten zum Osterseifen. Männer und Jugendliche bewaffneten sich mit Knüppeln und Stöcken, Schimpfworte wie ‚Halunken’ und ‚Lumpen’ sind später im Bericht des Oberstaatsanwaltes vermerkt. Erregte Menschen lasen Steine auf und warfen sie auf die Beamten der Gestapo, so dass auch Fenster des Klosters entzwei gingen. Einige Jugendliche wurden von der Gestapo geschlagen, aber auch ein Beamter verprügelt. Erst nach Mitternacht zog sich die Menge zurück.“ Auch wenn die Beschlagnahmung nicht zurückgenommen wurde, so zeigt es doch die Verbundenheit der Olper mit dem Kloster. Bereits 1945 nahmen die Pallottiner dann wieder ihre Arbeit auf.

Ein weiterer Einschnitt für das Haus war die Verlegung des Noviziates im Jahr 1969. Fortan wurde verstärkt im Bereich der Jugendbildungsarbeit gewirkt. 1984 wurde das alte Wirtschaftsgebäude zum Jugendhof im Pallotti-Haus umgebaut. Seither ist das Motto „Wachsen zur Fülle des Lebens“, wobei die Tage der Orientierung den Schwerpunkt der Arbeit im Jugendhof bilden. Daneben gibt es aber auch Wochenendveranstaltungen und Fortbildungsangebote. Zudem kann das Haus heute als Selbstversorgerhaus gebucht werden.

Im Jahr 2004 wurde im Pallotti-Haus das Geistliche Zentrum gegründet, das jedoch nicht lange bestehen blieb. Denn mit dem Verkauf des Pallotti-Hauses und der Umwandlung in ein Seniorenzentrum, das im Juni 2009 eröffnet werden konnte, hatten sich die Rahmenbedingungen geändert. Heute leben im „WohnGut“ noch vier Mitbrüder, die in folgenden Seelsorgebereichen tätig sind: Beicht- und Gesprächsseelsorge, Einkehrtage und Exerzitien, Geistliche Begleitung von Gruppen (Ordensschwestern, Kreuzbund, Förderer und Wohltäter) und die Kranken- und Altenseelsorge.

Nach einer hundertjährigen Geschichte in und mit Olpe wird auch die Zukunft Veränderungen bringen. So leiden auch die Pallottiner unter Nachwuchsmangel und der Jugendhof Pallotti-Haus sucht neue Räumlichkeiten in der Region. Am Sonntag, 25. Januar, soll für die letzten 100 Jahre in einem Gottesdienst um 10 Uhr Danke gesagt werden für eine segensreiche Zeit des Wirkens, die Treue der Olper zu den Pallottinern und das Mitgehen Gottes durch alle Wirren der Zeit.

Zu diesem Festakt sind schon jetzt alle Freunde der Pallottiner eingeladen.

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