Feuer in der Tiefgarage

Jahresabschlussübung der Feuerwehr Olpe lockt viele Zuschauer

Das Team der Absturzsicherung brachte die Personen vom Dach des Kinos über eine Drehleiter in Sicherheit. Fotos: Silke Clemens

Olpe. Das Olper Kino war am Samstag Schauplatz eines ganz besonderen Großereignisses: Mehr als 300 Schaulustige hatten sich am Nachmittag dort eingefunden, um den Einsatzkräften der Feuerwehr Olpe bei ihrer großen Jahresabschlussübung zuzusehen. „Rauchentwicklung in der Tiefgarage des Cineplex“, lautete gegen 16 Uhr die Alarmierung, der rund 70 Rettungskräfte folgten.

„Die Herausforderung in diesem Szenario besteht darin, dass es bei einem Brand in der Tiefgarage wegen des Rauchs sehr unübersichtlich ist“, erklärte Brandoberinspektor Frank Hachenberg, der den Einsatz leitete. Bei einem realen Brand käme eine enorme Wärmeentwicklung hinzu, wenn etwa – wie in diesem Fall angenommen – ein Pkw im Parkhaus in Flammen stünde.

Die Kräfte machten sich unter Atemschutz mit C-Rohr daran, den simulierten, sich schnell ausdehnenden Brand zu löschen. Zusätzlich zu der Brandbekämpfung unter Abschnittsleitung von Brandinspektor Michael Reperich galt es, drei Personen vom Dach des Kinos zu bergen, die sich vor den Flammen dorthin gerettet hatten. Unter den Augen der zahlreichen Zuschauer, darunter viele Mitglieder der Altersabteilung und Jugendfeuerwehr sowie Olpes Bürgermeister Peter Weber, setzte das Team der Absturzsicherung den Leiterwagen ein und brachte die gefährdeten Personen via Drehleiter in Sicherheit. Parallel zum Brand in der Kino-Garage ereignete sich laut Übungsprotokoll gegenüber der Spielothek in der Franziskanerstraße ein Verkehrsunfall mit zwei Pkw. „Die Einsatzkräfte zeigen hier eine patientenorientierte Rettung und eine sogenannte Crash-Rettung“, informierte Frank Hachenberg.

Parallel ereignete sich ein Verkehrsunfall mit zwei Pkw.

Bei der patientenorientierten Rettung handelt es sich um eine „schonende“ Rettung, bei der es der medizinische Zustand des Patienten zulässt, dass die Ersthelfer vorsichtig und bedacht vorgehen. Die Crash-Rettung dagegen kommt dann zum Tragen, wenn die zu rettende Person derart schwer verletzt ist, dass für „schonende“ Maßnahmen keine Zeit bleibt.

Patientin aus dem Wrack geholt

Unter den wachsamen Augen von Abschnittsleiter und Brandinspektor Martin Breidebach gingen die Feuerwehrmänner mit Spreizer, Rettungszylinder und Schere zu Werk, um die eingeschlossenen Verletzten zu bergen, bei denen es sich um speziell geschulte Mitglieder der Drolshagener DLRG handelte. Das Szenario machte es erforderlich, dass bei einem der beteiligten Pkw zunächst die Scheibe und dann das gesamte Dach entfernt werden mussten, bevor die Patientin sicher aus dem Wrack geholt werden konnte. Die Verletztenversorgung der Unfallopfer übernahm am Samstag die First-Responder-Gruppe Oberveischede. Dies sind spezielle Einsatzkräfte, die nach den Vorgaben des Landes NRW zu Notfallhelfern ausgebildet wurden.

„Sollte zukünftig der Einsatz eines Notarztes bei einem lebensbedrohlichen Zustand eines Patienten in Oberveischede und näherer Umgebung notwendig sein, werden automatisch die Notfallhelfer der örtlichen Feuerwehr mitalarmiert“, erklärte Torsten Kaufmann, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Olpe. Ausgestattet mit Notfallausrüstung, einschließlich eines automatischen externen Defibrillators, rücken die Kräfte dann mit einem Einsatzfahrzeug aus, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes adäquat zu überbrücken.

Große Jahresabschlussübung der Feuerwehr Olpe

Große Jahresabschlussübung der Feuerwehr Olpe

„Das System der First Responder existiert bereits in vielen Landkreisen im Bundesgebiet. Im Kreis Olpe wird es jedoch erstmals von einer Feuerwehr realisiert“, betonte Kaufmann. Musikalisch begleitet wurde die Übung, an der insgesamt 13 Fahrzeuge beteiligt waren, vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Olpe unter der Leitung von Andreas Reuber „Die Einsatzkräfte waren heute vollumfänglich gefordert und konnten ein breites Spektrum zeigen“, resümierte Wehrführer Christian Hengstebeck.

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