47 Mitarbeiter zu „Hygienebeauftragten in der Pflege“ weitergebildet

Resistente Keime sind ein großes Problem

Das Team um Bernhard Külpmann (3.v.l.), Marion Kriebel (l.), Eva Hubmayer (4.v.r.) und Frank Schäfer (nicht im Bild) freut sich mit den weitergebildeten Hygienebeauftragten.

Olpe. Ein Zertifikat über die Teilnahme an einem fünftägigen Hygiene-Lehrgang erhielten kürzlich 47 Mitarbeiter der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen. Sie dürfen sich jetzt „Hygienebeauftragter in der Pflege“ nennen.

In Deutschland werden pro Jahr mehr als 18 Millionen Menschen im Krankenhaus behandelt. Etwa 400.000 bis 600.000 dieser Patienten ziehen sich dort eine Infektion zu. Eine Zahl, die aufhorchen lässt und die Hygiene in deutschen Krankenhäusern in den letzten Jahren in die Öffentlichkeit gerückt hat.

Besorgniserregend ist die Entwicklung der Krankenhausinfektionen mit so genannten mehrfachresistenten gramnegativen Bakterien. „Das Problem der Resistenzentwicklung wird immer größer, weil jetzt auch multiresistente gramnegative Bakterien hinzugekommen sind, die weitaus schwieriger zu behandeln sind. Für diese Bakterien stehen nur ganz wenige beziehungsweise keine geeigneten Antibiotika zur Verfügung“, erklärt Bruno Weber, Krankenhaushygieniker der Hospitalgesellschaft. 

„Als Ursache für die Resistenzentwicklung ist an erster Stelle ein unkontrollierter Antibiotikaverbrauch zu nennen. Hygienebeauftragte in der Pflege sind staatlich anerkannte Gesundheits- und Krankenpfleger mit mehrjähriger Berufserfahrung. Sie unterstützen das Hygieneteam beispielsweise bei Hygienebegehungen im eigenen Bereich, sie achten darauf, dass die festgelegten Hygienepläne beachtet werden und sind für ihre Kollegen schnell erreichbare Ansprechpartner bei Fragen rund um die Krankenhaushygiene.

Die fachliche Weiterbildung wurde neben mir durch die Mitarbeiter des Hygieneteams Eva Hubmayer, Marion Kriebel und Frank Schäfer mit externer Unterstützung des Instituts für angewandte Hygiene Marburg durchgeführt“, erklärt Bernhard Külpmann, Hygienefachkraft und Leitung des Hygieneteams der Hospitalgesellschaft.

Hilfe durch Patienten und Besucher

In dem 40 Unterrichtsstunden umfassenden und in Anlehnung an die Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) durchgeführten Lehrgang seien unter anderem Basishygiene, Händehygiene, Lebensmittelhygiene aber auch Wasserhygiene thematisiert und so ein breites Spektrum an Fachwissen vermittelt worden. Nach Abschluss des Lehrgangs erhielten die Mitarbeiter nach bestandener Prüfung kürzlich in einer kleinen Feierstunde ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme.

Zum Abschluss der Veranstaltung fand eine gemeinsame Exkursion in das Hygieneinstitut Siegen statt, bei der sich die Teilnehmer über den praktischen Alltag in einem mikrobiologischen Labor informieren konnten. Külpmann betont, dass auch Patienten und Angehörige durch das Einhalten von einigen Regeln daran mitarbeiten können, dem Risiko der Infektion und der Weitergabe von Keimen entgegenzuwirken. Regelmäßige Händedesinfektion sei dabei die wirksamste Maßnahme. Denn Keime würden häufig über die Hände übertragen.

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