Kommentar: Vorstellung der Landtagskandidaten - Chance verpasst

Das Konzept war spannend. Anhand des „Blickes in die Glaskugel“, nämlich ins Deutschland 2030, sollten sich die Politiker, die den Kreis Olpe demnächst im Landtag vertreten wollen, auf persönlicher Ebene vorstellen. Die Frage war: „Wer sind die Menschen hinter dem Parteibuch“. Gelungen ist ihnen das meiner Meinung nach über weite Strecken nicht.

Zu oft waren die Antworten eher vage oder zu sehr von der eigenen politischen Richtung eingefärbt. Zu selten haben sie wirklich sich und ihre ganz eigene Meinung vorgestellt. Gelegenheit dazu hatten sie bei Fragen wie „Im Jahr 2030 habe ich noch ... Jahre bis zur Rente?“ zuhauf. Als Antwort erstmal ein flexibles Renteneintrittsalter und eine Rentenreform zu fordern ging irgendwie am Thema des Abends vorbei. Selbst wenn die Forderungen berechtigt waren. 

An diesem Abend hatten die fünf Kandidaten die einmalige Chance, zu zeigen, wer sie sind. Ganz ohne politisches Kalkül. Und damit hätten sie Vertrauen schaffen können. Und darauf kommt es ja im Wahlkampf vor Ort an. Nicht auf die politischen Programme, sondern darauf, dass die Volksvertreter den Satz „Ich nehme Ihre Sorgen mit nach Düsseldorf“ auch wirklich mit Leben füllen. Die Chance haben sie jedoch leichtfertig vertan. So sind wir nach der Veranstaltung im Kolpinghaus „so klug als wie zuvor“, um es mit Goethe zu sagen.

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