Roswitha Kirsch-Stracke tritt nach 17 Jahren als 1. Vorsitzende zurück

Abschied, Aufbruch und Preisverleihung: 40 Jahre Kreisheimatbund Olpe

Josef Wermert sagt als Schriftleiter "Tschüss" - ebenso Roswitha Kirsch-Stracke als erste Vorsitzende.
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Josef Wermert sagt als Schriftleiter "Tschüss" - ebenso Roswitha Kirsch-Stracke als erste Vorsitzende.

Olpe -  Roswitha Kirsch–Stracke war sehr erfreut, dass so viele Mitglieder den Weg nach Schönau gefunden hatten. Hier fand in diesem Jahr die Mitgliederversammlung im großen Saal eines gastronomischen Betriebes statt.

Zunächst hatten sich die Heimatfreunde am Europa-Hain getroffen. Das ist eine von rund 40 Kindern und Jugendlichen, im Rahmen der "72 – Stunden" – Aktion wiederhergestellte Wachholderheide, sie dient als Gedenkort für die Kriegstoten des Ortes und als Mahnmal für ein friedliches und freiheitliches Europa. Die jungen Leute des Jugendtreffs Schönau – Altenwenden haben sichtlich etwas bewegt, galt es doch den Boden entsprechend herzurichten und schlussendlich nahezu 50 Wacholdersträucher einzupflanzen. An jeder Pflanze wurde ein Schild mit dem Namen eines Gefallenen der umliegenden Ortschaften angebracht.

Vor der eigentlichen Versammlung galt es zunächst die Preisverleihung des Wettbewerbs „Heimat lebt“ durchzuführen. Entsprechende Geldpreise hatten die Sparkassen des Kreises Olpe zur Verfügung gestellt. Der Kreisheimatbund Olpe zeichnet mittlerweile schon zum fünften Male besonders gute Arbeiten von Studierenden und Schülern zu Themen aus dem Kreis Olpe aus.

Fünf Preisträger stellen ihre heimatbezogenen Arbeiten vor

Den Anfang machte der 27-jährige Mike Warneke aus Kirchhundem. Er hatte eine umfassende Arbeit zum Thema „Demografischer Wandel im ländlichen Raum“ geschrieben. In dieser wissenschaftlichen Arbeit geht es darum, dem hohen Altersdurchschnitt, der auch den Kreis Olpe betrifft, zu begegnen. Unter anderem sollen mikroökonomische Lösungen gefunden werden. Das Ziel: Es muss gelingen, die jungen Leute in der Region zu binden. Die Laudation hielt für den verhinderten Josef Rawe Kreisheimatpflegerin Susanne Falk in seinem Namen.

Im Übrigen besteht das Team, welches die Bewertungen vornimmt aus Doris Kennemann, Uli Selter, Klaus Schulte, Susanne Falk und Josef Rawe. Die nächste Preisträgerin war Marie Sprenger aus Ennest. Ihr ist es wichtig, die Kulturlandschaft bereits im Grundschulalter zu vermitteln. Sie möchte schon Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren für dieses Thema wecken. Beiratsmitglied Uli Selter hielt die Laudatio.

Weiter ging es mit einem sensiblen und wichtigen Thema. Der 18-jährige Matthias Rosenthal aus Schönau – Altenwenden hatte gemeinsam mit seinem Vater einen Bericht über Trisomie 21 (Down-Syndrom) im Fernsehen angeschaut. Dieses bedeutet, dass aufgrund neuer Forschungen eine Früherkennung möglich ist, und die Kinder dann erst gar nicht auf die Welt gebracht werden. 

Das Nazi-Regime hatte am 14. Juli 1933 ein Gesetz beschlossen, mit dem Titel „Verhütung erbkranken Nachwuchses“. Man wollte durch Zwangssterilisierung verhindern, dass kranke Menschen Nachwuchs bekommen sollten. Im Kreis Olpe waren nachweislich 262 Männer und Frauen in dieses Verfahren eingebracht worden. Bei diesen Vorgängen verloren auch hier einige aus dem Kreis Olpe ihr Leben. Klaus Schulte hielt die Laudatio für diesen jungen Mann. Das Thema ging den Anwesenden sichtlich unter die Haut.

Dann war Preis Nummer vier an der Reihe. Grundschullehrer und Laudator in einer Person abermals Uli Selter. Zwei Schüler der katholischen Grundschule Kirchhundem waren gemeinsam mit ihrer Lehrerin Anna Marx stellvertretend für die 3. Klasse (mittlerweile sind sie schon in der vierten) angereist, um für ihr Projekt einen Preis abzuholen. Die jungen Leute hatten sich intensiv mit der Geschichte, der Infrastruktur, den Sehenswürdigkeiten, dem Tourismus und dem Waldreichtum ihrer Ortschaft gekümmert bzw. eine umfangreiche Ausarbeitung erstellt.

Großer Applaus auch für sie und anstelle eines Geldpreises bekamen sie in Aussicht gestellt (nach dem hoffentlich baldigen Ende der Coronazeit) eine Busreise durch den Kreis Olpe zu machen. Die Schüler werden an der Schule abgeholt, dann geht es nach Attendorn ins Kreisheimatmuseum, um die Exponate aus dem Kirchhundemer Raum zu sichten, dann geht es zur Wendener Hütte und abschließend ist auch noch ein Imbiss geplant.

Neue erste Vorsitzende gewählt

Nach einer kleinen Pause ging es dann mit der eigentlichen Versammlung weiter: die erste Vorsitzende Roswitha Kirsch-Stracke dankte dem scheidenden Schriftleiter für die Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe Josef Wermert für seine Arbeit. Für genau 100 Hefte zeichnete er sich verantwortlich. Handlich, kompakt und prallvoll gefüllt mit Geschichte(n) aus dem Kreis. Nach 25 Jahren ist nun Schluss. Er bekam einen prallvoll gefüllten Korb mit Spezialitäten aus den sieben Kommunen des Kreises Olpe. Für Wermert sind nun Klaus Schulte und Josef Rawe verantwortlich. Auch Frank Beckehoff, scheidender Landrat, bedankte sich beim Vorstand für die geleistete Arbeit. Er war ebenso sichtlich bewegt, und auch er gehört nun dem Führungsgremium nicht mehr an. 

Auch die erste Vorsitzende Roswitha Kirsch–Stracke stand für eine neue Wahlperiode nicht mehr zur Verfügung. Nach 17 Jahren Arbeit im geschäftsführenden Vorstand (davon seit 2008 als Vorsitzende) tritt sie nun in die zweite Reihe. Sie bleibt aber als Beisitzerin im Vorstandsteam. Ebenso wurde Josef Wermert als neuer Beisitzer gewählt. Birgit Haberhauer-Kuschel und Uli Selter wurden wiedergewählt. Doris Kennemann schied aus Gesundheitsgründen als Beisitzerin aus. Neue erste Vorsitzende wurde die bisherige Beisitzerin Andra Arens. Sie ist seit acht Jahren dabei und freut sich auf ihr neues Amt in einem schlagkräftigen Team. Neuer Kassenprüfer wurde neben dem wiedergewählten Stefan Schlösser, Jochen Voss.

Zum Abschluss referierte im Rahmen des Jahresthemas „75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg“ Antonius Klein aus Wenden-Altenwenden. Es ging um die Befreiung der Menschen im Wendener Raum durch die Alliierten im Jahr 1945.

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