Zeichen für Toleranz

Kreisstadt startet Aktion „Olpe gegen Nazis“

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Stellten die Aktion auf dem Olper Marktplatz vor (v.l.): Bürgermeister Peter Weber, Peter Enders, Klarissa Hoffmann (Olpe Aktiv), Beigeordneter Thomas Bär, SGO-Schülerin Katarina Medic, Dr. Gerd Franke (Olpe Aktiv), Andreas Stenzel (IG Oberstadt), SGO-Schüler Timo Schulte, Ulf Ullenboom (IG Oberstadt) und SGO-Lehrerin Carmen Magers.

Olpe – Wer in diesen Tagen durch Olpe geht, der wird viele bunte Hände sehen. Viele bunte Hände, die für viele Bürger stehen. Viele bunte Hände, die aus einem Kunstprojekt des Städtischen Gymnasiums Olpe hervorgegangen sind. Viele bunte Hände, die ein deutliches Zeichen darstellen. Für Toleranz. Für eine offene Gesellschaft. Für ein friedliches Miteinander.

„Olpe gegen Nazis“ ist eine gemeinsame Aktion von Stadtverwaltung, Olpe Aktiv, Kunstprojektkurs „Public Art“ am Städtischen Gymnaisum Olpe (SGO) und IG Oberstadt. Vorausgegangen war eine Aktion des Kunstkurses auf dem Olper Stadtfest. Besucher konnten sich mit ihrem bunten Handabdruck auf einem Banner verewigen und damit ein „Zeichen für Toleranz und die Individualität eines jeden Menschen“ setzen. Die zwei daraus entstandenen Banner wurden am SGO und am Rathaus aufgehängt. Begeistert von der Aktion, setzten sich die Verantwortlichen von Stadtverwaltung und Kunstprojekt zusammen und entwickelten gemeinsam mit Stadtmarketing und Einzelhandel die Aktion „Olpe gegen Nazis“: „Wir wollen den positiven Gedanken, der bei den Schülern entstanden ist, in die Stadt tragen“, erklärt Olpes Bürgermeister Peter Weber.

Die Hände wurden auf Plakate und Anstecker gedruckt und in der vergangenen Woche an die Olper Einzelhändler verteilt. Und auch das große Banner hängt wieder am Rathaus. Peter Enders, Vorsitzender von Olpe Aktiv, ist Feuer und Flamme für die Aktion: „Es ist super, dass die Banner nicht einfach verschwinden, sondern in die Fläche getragen werden. Olpe ist eine tolle Stadt. Und auch wenn wir manchmal unterschiedliche Meinungen haben, stehen wir für Toleranz und gegenseitigen Respekt.“ 

Ullenboom: „Bei uns wird niemand ausgegrenzt oder diskriminiert“

Vor dem Hintergrund, dass eine rechtsradikale Kleinpartei sich erneut die Kreisstadt für eine Veranstaltung ausgesucht hat, erklärt Peter Weber, dass die Aktion notwendig und sinnvoll sei: „Wir nehmen immer häufiger wahr, dass rechtsextreme Strömungen in der Stadt auftreten. Wir wollen zeigen, dass das nicht von der Olper Bürgerschaft getragen wird und dass es hier keine Heimat für solche Strömungen gibt.“ 

Ulf Ullenboom, Vorsitzender der IG Oberstadt, erinnert an die Zeit des Nationalsozialismus: „Wir müssen nur mal 80 Jahre zurückdenken. Auch in dieser fürchterlichen Zeit haben die Bürger in Olpe gegen das NS-Regime zusammengehalten. Sie haben die jüdischen Geschäftsleute weiter unterstützt.“ Ullenboom spannt den Bogen in die heutige Zeit: „Unsere Kunden sind Menschen jeder Herkunft. Bei uns wird niemand ausgegrenzt oder diskriminiert.“ Und Peter Enders ergänzt: „Zuwanderer haben seit dem Zweiten Weltkrieg mitgeholfen, dass unsere Stadt attraktiv wird und blüht.“

Er könne sich auch vorstellen, dass das Plakat ohne Kopfzeile und den Schriftzug „Wir machen mit“ Einzug in manche Wohnung in der Stadt halten könnte: „Man könnte das ja in den Geschäften für einen geringen Preis verkaufen oder auch verschenken.“ 

Neben den Plakaten wurden in Olpe auch Anstecker verteilt.

Doch erstmal hängen die Plakate an diesem Wochenende in der Kreisstadt. Und wenn es nach Klarissa Hofmann, Geschäftsführerin von Olpe Aktiv und verantwortlich für Kultur und Stadtmarketing bei der Stadtverwaltung, geht, ist damit am Sonntagabend noch nicht Schluss: „Es wäre schön, wenn die Plakate auch noch länger in Olpe hingen.“ 

Plakate mit bunten Händen, die ein Zeichen darstellen. Für Toleranz. Für eine offene Gesellschaft. Für ein friedliches Miteinander.

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