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Kultursensibles Verständnis

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Warben für eine kultursensible Arbeit (v. l.): Petra Lütticke, Prof. Dr. Said Moshref Dehkordy, Kornelia Strum-Schmidt, Yasemin Aydin, Gelya Trot und Ingeborg Küßner.
Warben für eine kultursensible Arbeit (v. l.): Petra Lütticke, Prof. Dr. Said Moshref Dehkordy, Kornelia Strum-Schmidt, Yasemin Aydin, Gelya Trot und Ingeborg Küßner.

Familien mit Migrationshintergrund und behinderten Angehörigen sind meist mehrfach belastet.

Mit dieser These forderte Prof. Dr. Said Moshref Dehkordy sein Publikum – Fachkräfte und ehrenamtlich Tätige aus den Bereichen der Behinderten- und Migrantenarbeit – kürzlich im Kreishaus zum Mitdenken und Mitfühlen auf.

Die Behindertenbeauftragte und der Fachdienst Gesundheit und Verbraucherschutz des Kreises Olpe gingen gemeinsam mit dem Kommunalen Integrationszentrum und den Integrationsagenturen des Deutschen Roten Kreuzes und der Diakonie Sozialdienste der Frage nach, warum Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung die verschiedenen Unterstützungsangebote weit unterdurchschnittlich in Anspruch nehmen.

In seinen Ausführungen machte der aus dem Iran stammende Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologe deutlich, wie wichtig ein genaues Hinsehen und Verständnis für den jeweils anderen Kulturkreis sei, um Hilfen im Bereich der Behindertenhilfe zugänglich zu machen.

Anschaulich verdeutlichte der Arzt kulturverstärkte Syndrome aus Kulturkreisen wie Osteuropa, der Türkei, Japan oder Indien, die hier kaum bekannt sind.

Zudem zeigte der Referent anhand verschiedener Untersuchungen, wie unterschiedliche kulturelle Prägungen zu Missverständnissen in der Beurteilung von Erkrankungen im psychiatrischen und psychosomatischen Bereich führen können.

In Bezug auf die Situation der aktuell hier Schutz und Hilfe suchenden Flüchtlinge und Asylbewerber schilderte der engagierte Arzt die Auswirkungen traumatischer Erlebnisse vor der Migration. Er plädierte für ein kultursensibles Verständnis für die Menschen, deren Biografie und kultureller Hintergrund eine große Rolle spielten, wenn es darum gehe, Hilfe zu leisten aber auch anzunehmen. Die Begegnung unterschiedlicher Kulturen biete jedoch stets die Möglichkeit, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu bereichern.

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