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Ausstellung „Lebenskünstler und ihre Begleiter“ zeigt Ausschnitte aus dem Leben

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Bei der Eröffnung der Ausstellung „Lebenskünstler und ihre Begleiter“: Bürgermeister Peter Weber, Ralf Backwinkel, Albert Kattwinkel und Dieter Kohlmeier mit Annemarie und Christina Diakunczak.

Olpe – Max, Claudia, Sandra, Florian, Simon, Jasmin und Amelie sind echte Lebenskünstler. Lebenskünstler, die zu den rund 50.000 Kindern und Jugendlichen in Deutschland gehören, die lebensverkürzend erkrankt sind. Lebenskünstler, die aktuell in der gleichnamigen Ausstellung „Lebenskünstler und ihre Begleiter“ in der Sparkasse in Olpe zu sehen sind.

Die bunten Bilder zeigen Ausschnitte aus dem Leben dieser Lebenskünstler, entstanden sind sie in Seminaren und Workshops der Deutschen Kinderhospizakademie. Mit der Ausstellung soll die Arbeit des Deutschen Kinderhospizvereins und der Deutschen KinderhospizSTIFTUNG in den Vordergrund gerückt werden. „Die Tatsache, dass die Kinder und Jugendlichen das Erwachsenenalter nicht erreichen werden, stellt die ganze Familie vor eine große Herausforderung“, erklärt Ralf Backwinkel, Vorstandsmitglied der Deutschen KinderhospizSTIFTUNG, bei der Ausstellungseröffnung. 

Eine Herzensangelegenheit der Deutschen KinderhospizSTIFTUNG sei die Förderung von Ferienbegegnungen und Seminaren. Bundesweit sorgt die Stiftung dafür, dass die Kinderhospizarbeit gefördert wird. „Ein weiteres Ziel ist es, das Thema zu enttabuisieren“, so Backwinkel weiter. Die Kinder mit einer lebensverkürzenden Erkrankung sollen mitsamt ihren Stärken und Potenzialen anerkannt werden und nicht auf das Handicap reduziert werden. Wichtig sei laut Backwinkel der „unverkrampfte Umgang mit den Familien“.

„Aushängeschild für Olpe"

 „Es ist ein sehr, sehr wichtiges Thema, das wir hier der breiten Bevölkerung präsentieren wollen“, betonte Sparkassendirektor Dieter Kohlmeier. Die Kinderhospizarbeit sei ein „Aushängeschild für Olpe“. „Wir sind stolz, dass wir Olpe als Geburtsort der Kinderhospizarbeit sehen dürfen“, freute sich auch Bürgermeister Peter Weber. Er blickte zurück auf den 10. Februar 1990, an dem sich sechs Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern zusammengeschlossen haben, um den Kinderhospizverein zu gründen. „Aus dem Wunsch ist so viel entstanden.“ 

Wichtige Punkte im Leben: Ein Blick auf die ausgestellten Bilder.

Die Kinder und Jugendlichen entwickeln aus den wenigen Potenzialen und Fähigkeiten, die ihnen geblieben sind, Lebensmut und Lebensfreude – wie die Ausstellung zeigt. 

Auch Diana ist eine Lebenkünstlerin. „Sie hatte eine Lebenserwartung von 12 Jahren“, sagt Mutter Annemarie Diakunczak. Diana ist jetzt 37 Jahre alt. Seit 2001 ist Familie Diakunczak aus Breuberg im Odenwaldkreis Mitglied im Verein. „Wir nehmen regelmäßig an Veranstaltungen teil. Das ist für uns Urlaub pur. Diana wird rund um die Uhr betreut. Wir können die Gespräche suchen, die wir brauchen. Wir werden mitgetragen“, erzählen Annemarie und Christina Diakunczak lächelnd.

Die Ausstellung „Lebenskünstler und ihre Begleiter“ ist bis zum 20. Dezember in der Kundenhalle der Sparkassen-Hauptstelle in Olpe zu sehen – während der folgenden Öffnungszeiten: montags, mittwochs und freitags von 9 bis 16 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 9 bis 17 Uhr.

Kinderhospizarbeit

  • Kinder- und Jugendhospiz „Balthasar“: In Trägerschaft der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe wurde 1998 das erste Kinderhospiz Deutschlands in Olpe eröffnet. Im Jahr 2009 wurde das Jugendhospiz Balthasar als erstes deutsches Hospiz für Jugendliche und junge Erwachsene eröffnet. Weitere Infos auf der Homepage. 
  • Deutscher Kinderhospizverein: Am 10. Februar 1990 schlossen sich sechs Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern zum Deutschen Kinderhospizverein zusammen. Nachdem das anfängliche Ziel, ein stationäres Kinderhospiz zu bauen, erreicht war, begann der Verein mit dem Aufbau und der Vernetzung von ambulanten Kinderhospizdiensten in Deutschland. Der Verein arbeitet bundesweit und bietet ambulante Begleitung für die ganze Familie an. Weitere Infos auf der Homepage. 
  • Deutsche KinderhospizSTIFTUNG: Von 34 Gründungsmitgliedern im Jahr 2006 gegründet, fördert die Stiftung bundesweit Projekte der Kinder- und Jugendhospizarbeit. Die Mitglieder setzen sich ehrenamtlich und unentgeltlich für die Arbeit der Stiftung ein. Weitere Infos auf der Homepage.

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