Leiharbeiter arbeitslos

Die Beschriftung des Fensters in der Westfälischen Straße in Olpe dürfte nur noch symbolischen Gehalt haben.

Die ZeitarbeitsFirma IHD, seit fast 20 Jahren in Olpe ansässig, ist ein Opfer der schwierigen Wirtschaftssituation geworden. Über 50 Angestellte verlieren somit wohl ihren Arbeitsplatz.

Dem Insolvenzantrag vor dem Siegener Amtsgericht wurde stattgegeben, als vorläufige Insolvenzverwalterin ist die Kölner Rechtsanwältin Sabine Feuerborn bestellt worden.

Einen Übernahmeinteressenten scheint es nicht zu geben, auch seien nur sehr wenige Angestellte bereit, bei einem Verkauf weiterhin zur Verfügung zu stehen.

Für die gereizte Stimmung spricht auch die Anwesenheit der Polizei bei der Betriebsversammlung am Anfang der Woche, als es zum Tumult gekommen war.

Aufgrund sehr prall gefüllter Arbeitszeitkonten sind viele Mitarbeiter bereits seit einiger Zeit zu Hause geblieben, um ihre Stunden abzufeiern.

Zeitarbeitsfirmen befinden sich zur Zeit in einer schwierigen Situation, da ihre Mitarbeiter die ersten sind, die von den Unternehmen nach Hause geschickt werden, wenn die Auftragslage klemmt. Bei der Firma IHD zeichnete sich ein Niedergang wohl bereits längerfristig ab; in Spitzenzeiten wurden dort gut 150 Mitarbeiter beschäftigt, außerdem verfügte das Unternehmen über Filialen in Herborn und Plettenberg, die bereits vor einiger Zeit wieder geschlossen wurden. Die Geschäftsführerin hingegen hat sich bereits im Dezember 2008 mit einem Catering-Service ein neues Standbein geschaffen.

Zur Insolvenz von "IHD- Zeitpersonal" meldete sich auch die IG Metall zu Wort. Georg Keppeler: "Beschäftigte, die auf die Wahl eines Betriebsrats in ihrem Unternehmen verzichten, verzichten auf fundamentale Rechte und Gestaltungsspielräume."

Ob ein Betriebsrat als Interessenvertretung der Beschäftigten die Insolvenz der IHD hätte verhindern können, stellt jedoch auch die IG Metall in Zweifel.

Aber: "Betriebsräte, die den Rat der IG Metall befolgt hätten und Arbeitszeitkonten im Unternehmen nur zugelassen hätten, wenn diese gegen Insolvenz versichert worden wären, hätten in jedem Fall den Verlust für die betroffenen Mitarbeiter deutlich in Grenzen gehalten. Zeitkonten sind gegen Insolvenz zu sichern. Geschäftsführer haben für das verfallene Arbeitsentgelt persönlich zu haften", fordert der Olper IG Metall-Bevollmächtigte unmissverständlich.

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