Digitale Möglichkeiten seit einem Jahr

Lernen und Lehren an der Franziskus-Schule hat sich verändert

Digitale Tafeln werden seit einem Jahr an der St.-Franziskus-Schule Olpe genutzt.

Olpe – „Schluss mit der Kreidezeit“ hieß es zu Beginn des Schuljahres 2018/19, nachdem die St.-Franziskus-Schule in den Sommerferien 2018 im gesamten Schulgebäude die grünen Kreidetafeln durch digitale Tafeln ausgetausch und flächendeckendes WLAN installiert hatte.

Doch damit nicht genug. Die mediale Ausstattung allein würde nicht dazu führen, die Medienkompetenz der Lernenden zu fördern, und so war ein weiterer wichtiger Schritt die Bereitstellung eines persönlichen Zugangs zum Office-365-Paket für jeden Schüler. Im Unterricht dürfen die Schüler ihre eigenen Geräte benutzen und sind dabei nicht auf ihr privates Datenvolumen angewiesen. Ein eigenes Gerät muss jedoch niemand mitbringen. Schuleigene Tablets und Laptops können geliehen, Informatikräume und auch die Schülerbibliothek mit weiteren Computern genutzt werden. 

Ein Jahr nun hat die Schulgemeinde ihr Arbeiten mit den digitalen Möglichkeiten erprobt und Erfahrungen gesammelt. Anlass genug, um nachzuhören, wie die Entwicklung aufgenommen wird. Schülersprecher Konstantin Kretschmer (EF) gefällt vor allem der Zugang zu Office 365. „Es ist einfach toll, kreativer und interaktiver miteinander arbeiten zu können. Dadurch, dass alle Schüler zum Beispiel über die Plattform „Teams“ in einem Kurs miteinander vernetzt sind, können wir Ergebnisse aus dem Unterricht hochladen, kommentieren und jederzeit online darauf zugreifen.“ Darüber hinaus betont er, dass die Tatsache, dass jeder Schüler den Zugang erhalten habe, erheblich zur Chancengleichheit in Sachen digitaler Teilhabe beitrage. Diese Meinung teilt auch das Kollegium. 

So auch Lehrerin Anna-Lena Jung, die in ihrem Leistungskurs Sozialwissenschaften das gemeinsame Arbeiten an digitalen Arbeitsblättern über „Teams“ als besonders gewinnbringend erachtet: „Häufig arbeiten mehrere Schüler mit ihren selbst mitgebrachten Geräten gleichzeitig an einem Arbeitsblatt, das wir uns zeitgleich an den digitalen Tafel anschauen können.“ Lernergebnisse würden so transparenter, schneller und ordentlicher gesichert werden können. 

Digitale Speicherung

Neben der Sicherung von Lerninhalten spiele aber auch die effektive und einfache Integration von Audiodateien und Videosequenzen eine große Rolle, was besonders im Fremdsprachenunterricht geschätzt wird. „Ich kann an den Tafeln im Englischunterricht den digitalen Unterrichtsassistenten nutzten, um Hörbeispiele direkt abzuspielen. Vorher musste ich immer einen separaten CD-Player mitbringen, was natürlich länger gedauert hat“, so Lehrerin Jana Blaskovic. Unterrichtsinhalte können besser gezeigt werden. 

„In Biologie bin ich darauf angewiesen, mikroskopische Bilder möglichst detailreich darzustellen, was mit den digitalen Tafeln einfach besser funktioniert“, betont Lehrerin Melanie Herzog und wird durch Physiklehrer Matthias Grünewald bestätigt, der in seinem Fach die Tafeln dazu nutzt, um Animationen und Simulationen von Versuchen zu verdeutlichen. 

„Darüber hinaus ist mir in meinem Unterricht wichtig, Ergebnisse der letzten Stunden immer wieder aufrufen zu können. Durch die digitale Speicherung gelingt das natürlich viel einfacher. Tafelbilder aus vorherigen Stunden kann ich einfach wieder öffnen.“ 

„Fruchtbarer Austausch zwischen Schülern und Lehrern“

Mathematiklehrer Manuel Cordes hebt vor allem die Förderung der Selbstständigkeit und Möglichkeiten der Differenzierung durch die Digitalisierung hervor: „Mit der digitalen Ausstattung unserer Schule gelingt es mir im Matheunterricht immer wieder, die unterschiedlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen. Erklärvideos und Übungen zum selbstständigen Arbeiten mit Lösungen machen den Unterricht besser.“ 

Der Rückblick zeigt, dass es viele verschiedene Wege und Möglichkeiten gibt, die digitale Ausstattung zu nutzen und nicht selten komme es vor, dass auch Lehrer von Lehrern oder Lehrer von Schülern lernen, um fitter zu werden. Man unterstütze sich gegenseitig und die Akzeptanz des eigenen Tempos sei dabei von großer Bedeutung, so der Tenor im Kollegium.

 Ein erster wichtiger, großer Schritt ist gemacht, was auch Schulleiterin Dr. Gerlis Görg besonders positiv betont: „Ich bin sehr erfreut darüber, dass sich das Kollegium so schnell in den Umgang mit den neuen Tafeln eingearbeitet hat und erachte es als großen Gewinn, dass die digitalen Neuerungen zu einem fruchtbaren Austausch zwischen Schülern und Lehrern beitragen.“

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