Modellprojekt gestartet

Die Vorsitzenden der Forstwirtschaftlichen Vereinigungen Olpe (Ferdinand Funke), Märkischer Kreis (Bernward Lösse) und Hochsauerland (Josef Peitz) gaben den Vorsitzenden der angeschlossenen Forstbetriebsgemeinschaften in Oberveischede detaillierte Infos zur Umsetzung der Direkten Förderung der Holzvermarktung. Sachkundige Gäste waren Dr. Alexander Schink, Staatssekretär im NRW-Landwirtschaftsministerium, Dietrich Graf Nesselrode, Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW, und Frank Dietmar Richter, Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz.

Das Land hat im Sauerland offiziell einen Modellversuch gestartet, in dem die private Holzvermarktung gefördert wird. Procedere und Hintergrund erläuterte Staatssekretär Dr. Alexander Schink in Oberveischede vor 50 Vorsitzenden von Forstbetriebsgemeinschaften aus der Region.

Weil die drei Forstwirtschaftlichen Vereinigungen im Sauerland rechtzeitig mit der Gründung ihrer eigenen "WaldHolz Sauerland GmbH" mit Unterstützung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes die Voraussetzungen für eine private Holzvermarktung geschaffen haben, hat das Land Nordrhein-Westfalen für den Modellversuch zur Umsetzung der "Direkten Förderung der Holzvermarktung" das Sauerland ausgesucht.

Bei der Informationsveranstaltung in Olpe-Oberveischede konkretisierte Staatssekretär Dr. Alexander Schink aus dem MUNLV (Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) die Spielregeln: "Um eine funktionierende private Holzvermarktung zu etablieren, fördert das Land den Holzverkauf in diesem Modellversuch mit einem Betrag von 1,50 Euro pro Festmeter. Der Landesbetrieb wird sich zukünftig bei der Holzvermarktung der Konkurrenz der Forstwirtschaftlichen Vereinigungen stellen müssen. Dieses Zusammenspiel wird ab sofort in diesem Pilotprojekt erprobt."

Dietrich Graf Nesselrode, Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW, erinnerte noch einmal an die Wurzeln der Entwicklung: "Sie hier im Sauerland haben Vordenker gehabt, die sich mit der Gründung der Forstwirtschaftlichen Vereinigungen und der eigenen WaldHolz Sauerland GmbH frühzeitig auf die geringer werdenden öffentlichen Mittel und den Strukturwandel eingestellt haben. So können Eigenständigkeit gewahrt werden und Waldbesitzerinteressen eigenverantwortlich vertreten werden."

Diese "neue Konkurrenz" ist aus zwei Gründen ein Muss: Erstens lässt das Bundeskartellamt das Monopol des Holzverkaufes über nur einen Anbieter, den Landesbetrieb nicht mehr zu. Darum hat das Bundeskartellamt das Land NRW verpflichtet, Pilotprojekte zur privaten Holzvermarktung einzurichten und zu unterstützen.

Besonders interessierte in Oberveischede die Vorsitzenden die Zusammenarbeit mit den Revierförstern. Ausdrücklich gewünscht wird, so Dr. Schink, dass bei dem Modellversuch Revierförster und private Holzvermarktung eng zusammenarbeiten.

Der Staatssekretär sowie Frank Dietmar Richter, Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz, betonten in Oberveischede sehr deutlich, dass die Förster, die Dezernatsleiter der Forstämter sowie die Forstamtsleiter angewiesen seien, die Einführung der privaten Holzvermarktung positiv zu begleiten und das auch in den derzeit stattfindenden Jahreshauptversammlungen der Forstbetriebsgemeinschaften vorzutragen. Konkret umgesetzt wird die Förderung auf Ebene der Forstbetriebsgemeinschaften.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare