Gespräche laufen – Verwaltung plant Infoabend

Möglichst transparent

Die Initiatoren der Bürgerinitiative präsentierten den Bürgern den Stand ihrer Recherchen zur Flüchtlingspolitik in NRW und der Stadt Olpe. Foto: Miriam Hubmayer

Der Kauf der Kolping-Ferienstätte sei ohne Ratsbeschluss jedoch unmöglich, habe der Bürgermeister im Gespräch versichert. „Die Immobilie ist noch auf dem freien Markt hieß es.

Unsere Recherchen haben allerdings ergeben, dass das Kolpingwerk bisher ausschließlich mit der Stadt Olpe verhandelt“, sagte Reiner Löcker.

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Die Initiatoren der Bürgerinitiative haben sich mit einem Fragenkatalog an die Stadtverwaltung gewandt. „Die Ferienstätte ist für 185 Personen ausgerichtet, wie sollen hier über 500 Flüchtlinge menschenwürdig untergebracht werden? Wie ist es mit der Hygiene? Mit der Gesundheitsversorgung? Mit dem Gewaltpotenzial? Denn viele der Menschen haben alles verloren, sind schwer traumatisiert und brauchen unsere Hilfe“, so Löcker.

Hinzu komme, dass in ganz NRW keine ZUE so nah an einem Wohngebiet liege. Daher wünschten sich die Redner, statt einer großen ZUE die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge – das heißt, in kleineren Wohneinheiten über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Forderung nach „rundem Tisch“

„Wir fordern die Erarbeitung eines nachhaltigen, gut durchdachten Konzeptes zum Umgang und Zusammenleben mit Flüchtlingen und Anwohnern“, so Christian Hose. „Dieses sollte flexibel sein, um in Zeiten steigender Flüchtlingszahlen schnell reagieren zu können. Es wäre super, wenn wir einen ,runden Tisch’, bestehend aus Vertretern der Stadt Olpe, Politikern, sozialen und kirchlichen Organisationen und Bürgern, einrichten könnten.“

So müsse die Stadtverwaltung die Aufgabe nicht allein stemmen. Die Bürgerinitiative führte bereits Gespräche mit den Fraktionen im Stadtrat und hoffe, das Thema Flüchtlinge in Olpe auch in Zukunft möglichst transparent und ehrlich zu diskutieren.

Natürlich gab es auch Stimmen aus dem Publikum zur Präsentation der BI: „Das war eine wohltuend sachliche Darstellung“, bedankte sich Lothar Epe, Vorsitzender des Caritasverbandes Olpe. „Wir unterstützen die Idee eines runden Tisches.“

Diskussion über neue Standorte im Landtag

Auch MdB Theo Kruse (CDU) schloss sich dem Dank an: „Das sensible Thema steht ganz oben auf der Tagesordnung im Landtag. Es werden dutzende Standorte für neue ZUE diskutiert“, so Kruse. „Ganz wichtig ist hier: Eine solche Einheit wird nicht eingerichtet, wenn die Kommune dagegen ist.“

Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Agentur für Arbeit Siegen, bat außerdem darum, statt eines runden Tisches ein Arbeitsbündnis einzurichten, da „ein runder Tisch immer sehr unverbindlich klingt“. Sie hoffe, dass die Überlegungen nach der besten Lösung für die Stadt Olpe mit vielen weiteren Fakten unterlegt werden könne. Nach noch weiteren Wortmeldung schloss Sebastian Nies: „Ich frage mich, warum die Stadt Olpe auf einmal so aktiv ist und es so eilig hat? Der Umgang mit den Bürgern und Flüchtlingen ist nicht akzeptabel: Ich habe von der Stadt bisher nur fiskalische Gründe und keinerlei humanitären gehört.“

Am kommenden Dienstag, 27. Januar, soll in der Aula der Realschule ein Infoabend der Stadt mit Vertretern der Stadt, Polizei und aus Hemer veranstaltet werden. „Wir sind mit unserem Fragenkatalog dabei“, sagten die Initiatoren der BI abschließend.

www.hf-olpe.de

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