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„Netzwerker und Chancengeber“

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Pfarrer Hartmut Hühnerbein (l.) verabschiedete Dieter Sander (r.) mit sehr persönlichen Worten aus seinem Amt als Jugenddorfleiter. Gleichzeitig konnte er seinen Nachfolger Michael Weißenfels (2. v. l.) herzlich begrüßen. Für die Gattinnen Ramona Weißenfels und Marion Sander gab es frühlingshafte Blumensträuße.  Fotos: Miriam Hubmayer
Pfarrer Hartmut Hühnerbein (l.) verabschiedete Dieter Sander (r.) mit sehr persönlichen Worten aus seinem Amt als Jugenddorfleiter. Gleichzeitig konnte er seinen Nachfolger Michael Weißenfels (2. v. l.) herzlich begrüßen. Für die Gattinnen Ramona Weißenfels und Marion Sander gab es frühlingshafte Blumensträuße. Fotos: Miriam Hubmayer

„Das volle Haus heute hier ist ein Zeichen der Wertschätzung deiner Arbeit und Person“, sagte Pfarrer Hartmut Hühnerbein, geschäftsführender Vorstand des Christlichen Jugenddorfes Deutschland (CJD) zu seinem Kollegen Dieter Sander, Leiter des CJD-Jugenddorfes Olpe und Gesamtleiter des Verbundes CJD NRW Süd und Wissen. Denn Sander wurde am Mittwoch im Rahmen einer kleinen Feierstunde in den „Unruhestand“ verabschiedet. Gleichzeitig stellte sich sein Nachfolger Michael Weißenfels vor.

Und wirklich: Die Aula des Eichhagener CJD platzte aus allen Nähten. Neben langjährigen Weggefährten, Kollegen, Mitarbeitern und natürlich Jugendlichen waren Olpes Bürgermeister Horst Müller, der stellvertretende Landrat Dietmar Meeser, die Bundestagsmitglieder Petra Crone (SPD) und Matthias Heider (CDU) sowie Carsten Tillmann, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Siegen, zur Verabschiedung des engagierten Jugenddorfleiters gekommen. „Die Stadt Olpe hat Ihnen vieles zu verdanken“, so Müller. „Sie sind ein Mann mit großer sozialer, kaufmännischer und schulischer Kompetenz. Selbstgefällige Auftritte sind und waren nie Ihr Ding.“ Seine Aufgabe sei gerade in den Anfangszeiten – es gab reichlich Bedenken zum Bau des CJD in Eichhagen – nicht immer leicht gewesen, Sander sei es gelungen, die Einrichtung über die Grenzen des Kreises hinaus Bedeutung zu verleihen. Den Worten des Bürgermeisters konnte sich der stellvertretende Landrat Dietmar Meeser nur anschließen: „Der Leitspruch des Jugenddorfens ,Keiner darf verloren gehen‘ war Ihre Handlungsmaxime und Ansporn. Sie haben das CJD zu einem Markenzeichen der Region gemacht.“

Matthias Heider, MdB, erinnerte sich an zahlreiche Besucher von Dieter Sander mit den Jugendgruppe in Berlin, unter anderem auf dem Weihnachtsbasar in der Bundespressekonferenz: „Man spürte immer, dass die Jugendlichen und ihre Betreuer einen Draht zueinander hatten. Sie meisterten alle problematischen Situationen unaufgeregt und souverän.“ Auch Heiders Bundestagskollegin Petra Crone zeigte sich beeindruckt vom Engagement des zukünftigen Ruheständlers: „Sie sind ein Chancengeber, nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für Ihre Mitarbeiter, ein Visionär mit Mut zum Risiko.“ Den richtigen Weg zum Beruf für die Jugendlichen zu finden, sei oft eine schwierige Aufgabe, sagte Carsten Tillmann von der Agentur für Arbeit. Die Zusammenarbeit mit Dieter Sander sei immer dankbar und auch schon mal fordernd gewesen.

Selbstverständlich ließ es sich das Leitungsteam des CJD nicht nehmen, ihren Kollegen herzlich zu verabschieden. „Du warst und bist ein souveräner Steuermann mit einen feinfühligen Gespür für das Machbare“, so Rüdiger Schnüttgen vom Sozialmarketing. Tosenden Applaus erntete außerdem André Anders vom Jugenddorfrat: „Vielen Dank für die Chance, die Sie uns bieten, dass Sie da sind, wenn wir Sie brauchen und sich wirklich für uns interessiert haben“, so der junge Mann. Klasse sei auch, dass man immer gut mit Dieter Sander „quatschen“ konnte und er natürlich cool auf seinem Motorrad aussieht. Die Mitarbeitenden – vertreten durch Susanne Hirschhorn, Susanne Strauch und Jörg Tolzin – überreichten ihrem ehemaligen Chef einen Grill als Dankeschön für „Ihr grenzenloses Vertrauen und dafür, dass Sie uns haben arbeiten lassen.“ Die eigentliche „Entpflichtung“ des „Netzwerkers, Ideen- und Chancengebers“ übernahm dann wieder Hartmut Hühnerbein, überreichte ihm das große Kronenkreuz des Diakonischen Werkes und dankte ihm dafür, ihn nie über seine Gedanken im Unklaren gelassen habe. „Wenn es jetzt mal etwas lauter zugeht, ist das Ihr Nachfolger Michael Weißenfels mit seiner Band“, schmunzelte der Pfarrer. Denn während der Feierstunde sorgte dieser am Mikrofon seiner Band mit Songs, wie Udo Lindenbergs „Ich mach mein Ding“, für Abwechslung. „Ich freue mich auf meine Arbeit“, so der zukünftige Jugenddorfleiter. Er hoffe, dass seine Fußstapfen irgendwann vielleicht nicht genauso groß, aber genauso prägnant seien. Das letzte Wort gebührte selbstverständlich Dieter Sander, der sich bei allen Weggefährten, Kollegen, Mitarbeitern, Ausbildern und den Jugendlichen bedankte. Ganz besonders hervor hob er seiner Frau Marion. „Wenn du mir nicht den Rücken freigehalten und so viel Verständnis gezeigt hättest, hätte ich meinen Job nicht machen können.“ Er schlage nun ein neues Kapitel auf und sei gespannt, wie die Seiten sich füllen.

Sander fing 1979 beim CJD in Dortmund an, war A-Jugendleiter im CJD Niederrhein, seit 1993 Jugenddorfleiter des CJD Olpe, und 2006 Gesamtleiter des CJD Verbundes NRW Süd. Er verabschiedete sich mit den Worten: „Ich bin dann mal weg.“ (Von Miriam Hubmayer, m.hubmayer@sauerlandkurier.de)

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