Erster Infoabend der Bürgerinitiative Humanitäre Flüchtlingspolitik

„Nicht einfach wegblicken“

Der Saal des Kolpinghauses war zur ersten Bürgerveranstaltung voll besetzt. Nicht nur Anwohner, sondern auch interessierte Olper nahmen die Gelegenheit war, sich über die neue Bürgerinitiative zu informieren. Foto: Miriam Hubmayer

Trotz eines sehr kurzfristigen Ortswechsels platzte der Saal des Olper Kolpinghauses am Montagabend aus allen Nähten: Der erste Informationsabend der neuen Bürgerinitiative (BI) Humanitäre Flüchtlingspolitik in Olpe zog über 180 Bürger an – nicht nur die Anwohner des Kolping-Ferienheims, sondern auch viele interessierte Olper waren anwesend.

„Wir sind im Kolping-Ferienheim nicht mehr willkommen, teilte uns das Kolping-Werk aus Coesfeld heute Nachmittag mit. Daher sind wir auf das Kolpinghaus ausgewichen“, begrüßte Wolfgang Maasjost, der die BI gemeinsam mit Reiner Löcker, Ansgar Clemens, Peter Kliche und Christian Hose initiierte, die Olper. Er freute sich sehr, dass die Bürgerinitiative nur drei Wochen nach der Gründung am 3. Januar (der SauerlandKurier berichtete) auf 120 Mitglieder angewachsen ist. „Wir möchten Sie heute sachlich informieren und mit Ihnen diskutieren“, schloss sich Christian Hose an.

109 Flüchtlinge bisher aufgenommen

Die BI „Humanitäre Flüchtlingspolitik in Olpe“ setzt sich für eine dezentrale, menschenwürdige Unterbringung, Betreuung und Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Olpe ein. „Wir haben durch einen Zufall vom Plan der Stadtverwaltung erfahren, die Kolping-Familienferienstätte zu kaufen und in eine Zentrale-Unterbringungs-Einheit, kurz ZUE, zu verwandeln“, sagte Hose.

Er erläuterte den bisherigen Stand der Recherchen der BI zur Flüchtlingspolitik in NRW und der Stadt Olpe. „Die ZUE in Hemer durchliefen zum Beispiel im Jahr 2013 11.000 Flüchtlinge“, so Hose. „Das sind ganz andere Dimensionen als wir bisher kennen.“ Die Stadt Olpe hat im vergangenen Jahr 109 Flüchtlinge aufgenommen (Stand Oktober 2014). Nach Informationen der BI sollen 2015 50 bis 100 hinzukommen. „Eine wirklich überschaubare Größe, finden wir“, so Hose weiter. Am 22. Dezember trafen sich die Initiatoren mit Bürgermeister Horst Müller zum Gespräch. „In dem Gespräch ging es nur um die Amortisierung der Kosten für Kauf und Umbau, nicht aber um die Menschen, um die Flüchtlinge“, sagte Christian Hose zum Gespräch mit Bürgermeister Müller. „Ich bin gebürtiger Olper und würde mich schämen, wenn wir hier einfach wegblicken“, so Hose. „Das Integrationspotenzial wird nicht genutzt.“ Es sei jedoch versichert worden, dass noch keinerlei Verträge gemacht und unterschieben seien, schloss sich Reiner Löcker an. Das cjd habe die Idee gehabt, in der Kolping-Ferienstätte syrische Flüchtlingsfamilien unterzubringen, dieser Vorschlag wurde vom Land NRW abgelehnt, da keine Selektion der Flüchtlinge entstehen dürfe. „Dies war wohl der Anstoß für Bürgermeister Müller“, so Löcker. ‘Weiter auf Seite 8 (Von Miriam Hubmayer, m.hubmayer@sauerlandkurier.de)

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