Gesundheitsbedenken wachsen

Oberveischeder wehren sich gegen Windkraft und Abfallanlage

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Bei der Bürgerversammlung im Landhotel Sangermann ging es auch um unbequeme Themen. 

Oberveischede. Der Einladung von Ortsvorsteherin Christine Droste zur Oberveischeder Bürgerversammlung sind etliche Anwohner nachgekommen. Im Landhotel Sangermann kamen am Dienstag neben den positiven Entwicklungen des Dorfes auch unbequeme Themen zur Sprache.

Neben den positiven Entwicklungen galt es auch die momentanen Ungereimtheiten in Bezug auf Baulandflächen anzusprechen. Als „hoch problematisch“ beschrieb Lothar Epe die Knappheit an Bauplätzen im Dorf. „Bauplätze sind, neben den Dorfentwicklungsplänen, notwendig, um die Zukunft vom Dorf zu sichern“, so der Vertreter der Stadtverwaltung weiter. Neben der Prüfung auf Notwendigkeit einiger Spielplätze zugunsten neuer Baufläche ist, bis zum jetzigen Zeitpunkt, die Errichtung von neun Wohnbauflächen beabsichtigt.

Nach wie vor sind die geplanten Windkrafträder und die chemisch-physikalische Behandlungsanlage (CP-Anlage) ein emotionsgeladenes Thema für die Oberveischeder Bürger. „Wir müssen die Schadensbegrenzung in den Mittelpunkt stellen“, erklärte Lothar Sabisch, der sich mit den Planungen der Wind- und Abfallanlage auseinandersetzt. Auch der dafür konstituierte Arbeitskreis „Windkraft“ werde sich vehement gegen die geplanten Anlagen wehren und für die Interessen der Bürger in Oberveischede eintreten. Die geplante „Umzinglung“ Oberveischedes mit Windrädern würde „die Weiterentwicklung des Dorfes, bedingt durch die Windenergie, für die nächsten 30 Jahre verhindern“, so Sabisch weiter.

Zwei Varianten für Entsorgungeunternehmen

Auch die von der Firma Remondis geplante CP-Anlage am „Rother Stein“ veranlasste die Bürger zu Diskussionen. Die dortige Behandlung von flüssigen, giftigen und nicht giftigen Industrieabfällen, lassen den Anwohnern keine Ruhe. Sorgen über mögliche gesundheitliche Folgeschäden werden immer lauter, der Nutzen einer solchen Anlage wird heftig in Frage gestellt, sei der Bedarf im Umkreis doch bereits von zwei Konkurrenzunternehmen abgedeckt. Zwar habe die Firma Remondis bisher noch keine Baugenehmigung für das „Wunschgrundstück“, ein solch entsprechender Antrag liege dem Kreis Olpe jedoch vor, erklärte Bürgermeister Peter Weber. „Die Stadt ist in der Verantwortung den Antrag der Entsorgungsfirma zu bearbeiten“, so Weber weiter. Im Falle einer Ablehnung des Antrags zur Bebauung könnte das Unternehmen auf eine zweite Variante zurückgreifen, denn in unmittelbarer Nähe zum geplanten Baugrundstück befindet sich ein zweites Grundstück in den Händen von Remondis. Zugegeben liegt für letzteres Baurecht vor, die Eignung dieser Fläche wird zur Zeit jedoch von den zuständigen Behörden des Kreises Olpe und einer Anwaltskanzlei geprüft.

Zwar weise dieses Grundstück im Flächennutzungsplan „Entsorgung“ aus, doch gelte es „das Ergebnis Prüfung und des Gutachtens abzuwarten“, erklärte Weber. Auch wenn die Mehrheit der Bürger große Bedenken äußern, dass ein 60.000 Mann starkes Unternehmen vom Bau der Entsorgungsanlage absehen werde, so sind sich Einwohner sicher: In den nächsten Monaten wollen sie determiniert, durchsetzungsfähig und aufständisch handeln und an der Zukunft des Ortes festhalten.

Virtual-Reality-Kino geplant

Die Sicherung der Feuerwehr im Kreis Olpe durch neue Mitglieder gewährleisten und somit langfristig eine Löschgruppe erhalten, insbesondere für den Löschzug Oberveischede, dafür plädierte Christian Hengstebeck, Leiter der Feuerwehr Olpe, in seinem Bericht über die Feuerwehr im Kreis Olpe. Eine neue Errungenschaft für die 24 aktiven Mitglieder der Feuerwehr in Oberveischede ist das Projekt „First Responder“. Diese stellen das Bindeglied zwischen dem Ersthelfer und dem Rettungsdienst dar und sollen die Eintreffzeiten qualifizierter Hilfe im Notfall deutlich verkürzen.

Ein weiteres Novum ist die Planung eines Virtual-Reality (VR)-Kinos, ins Leben gerufen durch den Arbeitskreis und das daraus entstandene Projektteam „Dorfentwicklung“. Unter dem Motto „Vom Rennfeuer zur Industrieregion“ soll die Bergbau- und Heimatgeschichte Oberveischedes durch das VR-Kino und 360- Grad-Touren modern inszeniert werden. Moderne und Tradition sollen hauptsächlich Schulklassen, Individualreisenden, aber auch den Einheimischen nahe gebracht werden. Erste Absprachen mit den Vertretern der Region seien bereits gelaufen und für positiv befunden worden, so Dr. Jürgen Fischbach, Mitwirkender des „LEADER“-Projekts und der damit verbundenen Weiterentwicklungen des ländlichen Raumes.

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