„Es gibt keinen Nachteil“

Ökumenische Initiative Warenkorb schließt sich den „Tafeln“ an

Die Warenkorb-Macher (v.l. Hella Pelz, Martina Neuhaus, Doris Thieme, Christiana Enders, Wolfgang Brendel und Karin Tietz) erklärten im Pressegespräch, was sich jetzt ändert – oder eben nicht.
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Die Warenkorb-Macher (v.l. Hella Pelz, Martina Neuhaus, Doris Thieme, Christiana Enders, Wolfgang Brendel und Karin Tietz) erklärten im Pressegespräch, was sich jetzt ändert – oder eben nicht. 

Olpe. „Die sind ein rotes Tuch für uns“. Zitat der Organisatoren des Olper Warenkorbs aus dem September 2018 – angesprochen auf den Bundesverband Deutsche Tafel . Jetzt jedoch schließt sich die Ökumenische Initiative ebendiesem Bundesverband an. Und so taff und entschlossen die „Warenkorb“-Macher auch sind, so bemerkenswert selbstkritisch und aufrichtig sind sie doch rückblickend.

Doris Thieme ist keine Frau, die um den heißen Brei herumredet: „Wir haben den Gerüchten geglaubt, die hier kursiert sind.“ Doch diese haben sich als falsch erwiesen. Die „Tafeln“ vor Ort müssten alles eingenommene Geld an den Bundesverband abgeben: An dieser vermeintlichen Tatsache hatte sich im September massive Kritik der Warenkorb-Macher entzündet. Konkret ging es damals um Pläne des DRK Drolshagen, eine „Tafel“ in der Rosestadt einzurichten. Doch ein Treffen mit dem NRW-Landesvorsitzenden der „Tafeln“, Wolfgang Weilerswist, sorgte dafür, dass Doris Thieme und Co. eines Besseren belehrt wurden: „Das Geld, das wir durch Spenden und Beiträge vor Ort einnehmen, bleibt auch vor Ort. Das können wir komplett für die Bedürftigen hier einsetzen.“

Und so wurde aus einer „Lösung, die wir alle nicht wollten“, eine „sehr schöne Sache, dass das jetzt so läuft“, wie Thieme erklärt. Durch den Beitritt zur „Tafel“ erhält der Warenkorb jedoch einen neuen Namen: „Tafel Olpe-Drolshagen-Wenden, Ökumenische Initiative Warenkorb“ – auch wenn die Einrichtung für die Bedürftigen in Olpe, Drolshagen und Wenden wohl immer der „Warenkorb“ bleiben wird. Daher war es laut Doris Thieme für das Team auch wichtig, dass sich der „alte Name“ im neuen wiederfindet: „Der Name ,Warenkorb’ musste erhalten bleiben. Darauf haben wir bestanden.“

Als Mitglied des Bundesverbandes Deutsche Tafel genießt die Olper Einrichtung zukünftig einen „Gebietsschutz“: In den drei Kommunen darf keine weitere „Tafel“-Ausgabestelle eingerichtet werden. Und auch mit der benachbarten Siegener „Tafel“ gab es bereits eine Einigung: „Die Kollegen in Siegen können die übriggebliebenen Lebensmittel in den Supermärkten abholen, wenn wir in Olpe nicht geöffnet haben. Wir wollen ja alle nicht, dass Lebensmittel weggeworfen werden.“

Keine Änderungen im Betrieb

Ansonsten läuft der Betrieb so weiter wie bisher weiter. Die Öffnungszeiten bleiben bei mittwochs von 13 bis 16.30 Uhr für Olpe und Drolshagen und alle zwei Wochen donnerstags von 11 bis 14 Uhr für Wenden. Ebenso bleiben die evangelische Kirchengemeinde und die Caritaskonferenzen Träger der Einrichtung und – ein Unterschied zu anderen „Tafeln“: „Hier bleibt alles in den Händen der Ehrenamtlichen“, so Christiana Enders. Bedürftige zahlen weiterhin einen Euro pro Ausgabe.

Eine wichtige Neuerung ist, dass das Team einen Kühlwagen anschaffen muss, was bereits in der kommenden Woche geschehen soll: „Die Kühlkette bei verderblichen Lebensmitteln muss erhalten bleiben“, so Doris Thieme. Vorteil dabei: „Wir können dann auch Fleisch anbieten.“ Und ein weiterer Pluspunkt: „Bei größeren Anschaffungen können wir einen Rabatt über den Bundesverband bekommen“, sagt Wolfgang Brendel.

Dennoch geht’s nicht ohne eine – überschaubare – Abgabe von 10 Euro pro Monat an den Bundesverband. Etwas, das das Team sicher verschmerzen kann – angesichts der Vorteile für Ehrenamtler wie Bedürftige. Oder, wie Doris Thieme präzise erklärt: „Es gibt keinen Nachteil.“

Wer sich ein Bild von der Arbeit des Warenkorbs machen will: Die „Drei unter einem Dach“ – Warenkorb, Kleiderkammer, Möbelbörse – veranstalten am Sonntag, 7. April, 11 und 17 Uhr einen Tag der offenen Tür im gemeinsamen Gebäude.

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