Jetzt stehen die Fußwege im Fokus

Olpe gewinnt Wettbewerb um einen professionellen Fußverkehrs-Check

Bei der Urkundenverleihung (v.l.): Kai Thomalla (Kreisstadt Olpe), Hendrik Wüst (Landesverkehrsminister NRW), Judith Feldner (Technische Beigeordnete der Kreisstadt Olpe) und Theo Jansen (Leiter der Geschäftsstelle NRW / Koordinierungsstelle des Zukunftsnetz Mobilität NRW).

Olpe/Düsseldorf. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt, und trotzdem kommt das Gehen in der Verkehrsplanung aus verschiedensten Gründen oft zu kurz. In Olpe soll sich das jetzt ändern: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen Fußverkehrs-Check hat die Kreisstadt Olpe den Zuschlag erhalten.

In Düsseldorf verlieh Landesverkehrsminister Hendrik Wüst der Technischen Beigeordneten Judith Feldner und Kai Thomalla stellvertretend für die Kreisstadt Olpe die Gewinner-Urkunde. „Nachhaltige Mobilitätsangebote sind bei uns ein wichtiges Thema“, sagte Judith Feldner bei der Urkundenverleihung. „Dabei vergisst man aber oft, dass unsere natürlichste und einfachste Fortbewegung zu Fuß ist. Dass wir ausgewählt wurden, bestärkt uns, dass wir bei unserer Planung die richtige Richtung einschlagen.“

Fußverkehrs-Checks sind ein Angebot des „Zukunftsnetz Mobilität NRW“, dem landesweiten Unterstützungsnetzwerk für nachhaltige Mobilitätsentwicklung, in dem die Kreisstadt Olpe seit 2016 auch Mitglied ist. Katja Naefe, zuständig für Fußverkehrsberatung beim Zukunftsnetz Mobilität NRW, erläutert das praktische Prinzip: „Die Methode enthält mehrere Bausteine. Begehungen sind das Kernstück – vor Ort haben Teilnehmer die Gelegenheit, Probleme und Sichtweisen auszutauschen und neue Lösungsansätze und Ideen zu diskutieren.“ 

Durch den Austausch zwischen Verwaltung, Politik und Bürgern kann so auch die Beteiligungskultur gestärkt werden. Um einen professionellen und zielführenden Ablauf zu gewährleisten, begleitet und moderiert ein Fachbüro den Prozess und wertet die Ergebnisse aus, damit die Verwaltung darauf bei Bedarf mit konkreten Maßnahmen aufbauen kann. Für die Gewinner des Wettbewerbs ist der gesamte Check kostenlos, er wird vom Land NRW gefördert. 

Konkrete Pläne in Olpe 

Für die Kreisstadt Olpe gibt es schon konkrete Pläne. „Wir wissen schon genau, wo wir ansetzen wollen“, sagt Judith Feldner. Durch die Weiterentwicklung der Innenstadt im westlichen Bereich sei es unbedingt erforderlich, diesen Bereich (Platz am alten Bahnhofsgebäude) mit der Innenstadt (Marktplatz und Kurkölner Platz) fußläufig zu verbinden. Herausforderung sei dabei, die trennende Wirkung der Landesstraße (gleichzeitig auch Umleitungsstrecke für die Autobahn) zu überwinden. Ebenso sei es erklärtes Ziel die Innenstadt (alle drei Plätze zusammen in Abständen von 150 bis 250 Metern) mit dem Biggesee, der in einer Entfernung von rund  500 Metern beginnt, zu verbinden. Darüber hinaus soll der enorme Schüler-Fußverkehr in der Innenstadt morgens und mittags zwischen Busbahnhof und Bahnhof sowie den Schulen einen Schwerpunkt bilden: „Durch den professionellen Check und die Begleitung durch ein Fachbüro bekommen wir die Chance, in die Fußverkehrsförderung einzusteigen und gleichzeitig die Bürgerbeteiligung voranzutreiben.“ 

Verkehrsminister Hendrik Wüst lobte die Pläne der Gewinnerkommunen. „Mit Fußverkehrs-Checks können die Kommunen ihre Gehwege sicherer und attraktiver machen“, sagte Minister Hendrik Wüst bei der Urkundenverleihung. „Das erhöht die Aufenthalts- und Lebensqualität. Fußverkehr stärkt außerdem die Gesundheit und trägt zur Reduktion der lokalen Lärm-, CO2- und Schadstoffbelastung bei.“ 25 Kommunen hatten sich landesweit beworben, zehn bekamen den Zuschlag. 

Das „Zukunftsnetz Mobilität NRW“

Das „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ ist ein Netzwerk, das Kommunen berät und dabei unterstützt, mithilfe eines Kommunalen Mobilitätsmanagements nachhaltige Mobilitätskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Das Ziel: attraktive und nachhaltige Mobilitätsangebote für Kommunen und eine verlässliche Anbindung der ländlichen Räume an die Städte zu schaffen. Es gibt vier regionale Koordinierungsstellen: Westfalen, Ostwestfalen-Lippe, Rhein-Ruhr und Rheinland. Die Geschäftsstelle ist angesiedelt beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) in Köln. Das „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ wird gefördert vom Ministerium für Verkehr Nordrhein-Westfalen und der Unfallkasse NRW.

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