„Die schwarzen Schafe ausbremsen“

Gegen unnötigen Motorradlärm: Stadt Olpe will der Initiative „Silent Rider“ beitreten

Die Stadt Olpe will der Initiative „Silent Rider“ beitreten. Ein entsprechender Beschlussvorschlag ist Thema in der Stadtverordnetenversammlung am 28. April.
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Die Stadt Olpe will der Initiative „Silent Rider“ gegen unnötigen Motorradlärm beitreten. Ein entsprechender Beschlussvorschlag ist Thema in der Stadtverordnetenversammlung am 28. April.

Kurz nach dem Ortsschild. Eine Handbewegung. Geschwindigkeit. Adrenalin. Freiheit. Ein Gefühl, das viele Motorradfahrer kennen. Und ein Geräusch, das zu Empörung führt – auch in Olpe. Die Kreisstadt will daher der Initiative „Silent Rider“ gegen unnötigen Motorradlärm beitreten. Einen entsprechenden Antrag hatte die CDU bei den Haushaltsberatungen im Dezember gestellt, in der nächsten Sitzung am Mittwoch, 28. April, will die Stadtverordnetenversammlung abschließend über den Beitritt entscheiden. Auf Kurier-Anfrage erläutert Bürgermeister Peter Weber die Hintergründe.

Olpe - „Es geht darum, die schwarzen Schafe auszubremsen. Im wahrsten Sinne des Wortes“, so Weber. Er betont aber auch: „Die Initiative richtet sich nicht generell gegen Motorradfahrer. 90 bis 95 Prozent verhalten sich vorbildlich. Wir wollen die Vernünftigen nicht in Verruf bringen. Aber einzelne haben offenbar besondere Freude daran, wenn ihre Motorräder unverhältnismäßig laut sind. Gegen die ,Genussfahrer’ hat ja niemand etwas. Aber gegen unnötigen Motorradlärm.“

Weber erklärt auch, dass es wegen des Lärms immer wieder Beschwerden von Bürgern im Stadtgebiet gebe, beispielsweise im Bereich der B55/Griesemert, B54 zwischen Stachelau und Altenkleusheim oder L711 über den Engelsberg. „Aber auch am Olper Ortsausgang ,In der Wüste’ drehen Motorradfahrer gern die Maschine auf“, so das Stadtoberhaupt.

Ob wir die Probleme dadurch in den Griff bekommen, werden wir sehen.

Peter Weber, Bürgermeister

Durch den Beitritt zur Initiative „Silent Rider“ will man gemeinsam gegen den unnötigen Motorradlärm auftreten – einige andere Kommunen sind schon Teil von „Silent Rider“ – und auch an den Kampagnen der Initiative teilnehmen: „Ob wir die Probleme dadurch in den Griff bekommen, werden wir sehen.“

Der Initiative geht es laut deren Homepage darum, „gemeinsam mit allen betroffenen Kommunen, Regionen und Zielgruppen auf die umfassende Problematik des Motorradlärms in vielen Teilen Deutschlands hinzuweisen“. Und weiter: „Wir wünschen uns ein Umdenken des kleinen Anteils der ,schwarzen Schafe’ unter den Motorradfahrern, mehr gegenseitigen Respekt zwischen allen Parteien und plädieren für ein verantwortungsvolles Miteinander und Rücksichtnahme“. Daher fordert die Initiative unter anderem eine „spürbare Erhöhung“ der Bußgelder, die Einführung einer Schallobergrenze und von gerichtsfesten Lautstärkemessverfahren, die Möglichkeit der sofortigen Stilllegung des Motorrads bei nicht genehmigten Veränderungen, die Einrichtung von Verkehrsruhezonen in Naturschutz- und Wohngebieten und eine staatliche Förderung für E-Motorräder.

Am Mittwoch, 28. April, entscheidet die Olper Stadtverordnetenversammlung über den Beitritt zur Initiative „Silent Rider“. Damit verbunden ist die einmalige Zahlung einer Aufnahmegebühr von 5000 Euro. Entsprechende Mittel sind bereits im aktuellen Haushaltsplan veranschlagt.

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