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Wohnraum-Preise in Olpe explodieren - Trend geht zu mindestens 10 Euro pro Quadratmeter

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Von: Sebastian Schulz

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Neubausiedlung
Wer in Olpe eine Wohnung sucht oder ein Haus bauen möchte, hat oft schlechte Karten oder muss viel Geld investieren. © Boris Roessler/dpa

Wer versuchen möchte, in Olpe eine bezahlbare Wohnung oder gar ein Haus zu bekommen, der braucht entweder gute Kontakte, viel Geld oder Glück. Denn die Nachfrage nach Wohnraum ist so hoch, dass die Miet- und Kaufpreise explodieren.

Olpe - Es gibt zwar gute Nachrichten, weil die Stadtverordnetenversammlung in dieser Woche den Weg freigemacht hat für ein neues Baugebiet In der Stubicke. Aber mit dem Platz für elf Häuser ist auch dieses Vorhaben nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Das Bauordnungs- und Planungsamt der Stadt Olpe hat die Lage kürzlich analysiert – und kommt zu einer ernüchternden Erkenntnis. „600 junge Paare suchen derzeit in Olpe ein Baugrundstück und haben bei der Stadtverwaltung eine schriftliche Bewerbung abgegeben“, heißt es in dem Bericht des Amtes. Das ist für eine Stadt von der Größe wie Olpe eine enorme Zahl – wenngleich man relativieren muss, dass hier auch Karteileichen vermerkt sein werden, die inzwischen fündig geworden sind, sich aber nie aus dieser Liste ausgetragen haben.

Nichtsdestotrotz: In Olpe herrsche trotz des abflauenden Immobilienbooms noch immer „akuter Wohnraummangel mit deutlichen Mietpreissteigerungen“. Mieten über 10 Euro pro Quadratmeter seien keine Seltenheit mehr, inzwischen werden sogar schon teilweise bis zu 14 Euro pro Quadratmeter verlangt, wie die Technische Beigeordnete Judith Feldner im Kurier-Gespräch erklärte. Wer soll das noch bezahlen?

Auch Baugrundstücke stehen laut dem Bericht kaum noch zur Verfügung. „Werden Baugrundstücke aus privater Hand angeboten, sind in manchen Wohngebieten Grundstückspreise bis 350 Euro pro Quadratmeter realisierbar, was sich der ‘normale’ Bürger sicher nicht leisten kann“, heißt es in dem Bericht aus dem Planungsamt. Wer diesen Preis bei einem 500-Quadratmeter-Grundstück ansetzt und sich klarmacht, dass allein das Grundstück dann 175.000 Euro kostet, kann das gut nachvollziehen. Der Preis für ein Haus kommt dann noch on top.

„Selbst ältere Häuser, die zum Verkauf stehen, haben deutliche Preissteigerungen zu verzeichnen und kommen kaum noch auf den freien Markt“, schreibt das Planungsamt. „Zurzeit werden in Olpe gebrauchte Immobilien, die zwischen 40 und 50 Jahre alt sind, nicht selten über 500.000 Euro plus Nebenkosten angeboten. Diese Immobilienpreise können sich die meisten jungen Familien nicht leisten. Für diese Klientel benötigt die Kreisstadt Olpe dringend bezahlbares Bauland.“

Immerhin aus Sicht der Wohnungssuchenenden ist nun das Baugebiet In der Stubicke zwischen dem Zentrum und dem Ortsteil Dahl diese Woche auf den Weg gebracht worden. Die Primus Entwicklungsgesellschaft aus Kirchhundem will hier elf Grundstücke für Ein- oder Zweifamilienhäuser anbieten. Ebenfalls in der Vorbereitung ist ein weitere Neubaugebiet – und zwar An den Klippen am Bratzkopf. Hier ist das Verfahren ebenfalls schon weit vorangeschritten, sodass Anfang des nächsten Jahres die Straße zum Baugebiet gebaut und im Anschluss etwa Mitte des Jahres die ersten Interessierten von der Warteliste angeschrieben werden können. 28 Grundstücke wird die Stadt hier vermarkten, acht weitere gehören privaten Besitzern.

Und danach? Unweit entfernt von An den Klippen soll in Rüblinghausen ein weiteres Baugebiet entstehen, für das die Grundstücksgrenzen noch nicht festgelegt sind. Hier soll laut Judith Feldner erst im Laufe des Planungsprozesses abgefragt werden, für welche Grundstücksgrößen es wirklich Bedarf gibt – „gut möglich, dass die Menschen in einigen Jahren aus Kostengründen lieber kleinere Grundstücksflächen kaufen möchten“, gibt Judith Feldner zu bedenken. Platz wäre jedenfalls für 28 Standard-Grundstücke und 18 Doppelhausbebauungen. Aber ob dieses und womöglich ein weiteres Baugebiet in nächster Zukunft in Rhode die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Olpe entschärfen kann, bleibt mindestens fraglich.

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