Olper besuchen zwei Museen

Die Olper Museumsfreunde besuchten neben der SS-Dokumentationsstätte Wewelsburg auch das Klostermuseum Dalheim, in dessen Kreuzgang das Foto entstand.

Zu zwei bedeutenden Museen im Paderborner Land führte die Museumsexkursion der Olper Museumsfreunde. Gegensätzlicher können die Themenschwerpunkte kaum sein, als sie im Klostermuseum Dalheim und in der SS-Dokumentationsstätte Wewelsburg erlebt wurden.

Nach dem traditionellen Picknick begann die Führung durch die Klosteranlage Dalheim.

Die Klosterkultur des Mittelalters und die Bedeutung der Klöster für Wissenschaft und Ackerbau, aber auch für die religiöse Prägung des Abendlandes werden hier anschaulich dokumentiert. In den weitläufigen Anlagen der spätgotischen Klausurgebäude und der barocken Trakte um die große Hallenkirche herum, in den Gärten, Handwerksstätten und Ställen lässt sich ablesen, wie das Klosterleben organisiert war.

Die Augustiner Chorherren hatten dieses Zentrum errichtet, und sie waren hier bis zur Säkularisation 1803. Neben dem Gotteshaus war der Kreuzgang von besonderer Bedeutung für Prozessionen der Mönche, aber auch als Begräbnisstätte.

Er war reich ausgemalt und wird kunstvoll restauriert. Der Innenhof galt als Abbild vom Paradies. Prächtig ist daneben der barocke Garten in seiner historischen Prägung, seinen Themenbeeten und den vielen alten Pflanzen und Kräutern, die für die Medizin und die Apotheke des Klosters unerlässlich waren.

Meister waren die Mönche auch im Bierbrauen; denn Bier war die Fastenspeise neben allem, "was schwimmt", so etwa Fisch und Enten. Dass die Mönche recht erfindungsreich waren, das Fastengebot zu mildern, wurde an einigen Anekdoten verdeutlicht. Einmal warfen sie sogar ein Schwein in den Teich. Die Brauerei ist heute Bestandteil des Museums, und die Olper Besuchergruppe wurde dort von ihrem Besitzer sachkundig über das Handwerk des Bierbrauens informiert.

Eine Dokumentation des Schreckens

Nach dem Mittagsimbiss in der Klostergaststätte ging die Fahrt zur Wewelsburg, der einzigen Dreiecksburg Deutschlands, ehemals Nebenresidenz der Paderborner Erzbischöfe.

Ein Teil ist heute Erinnerungs- und Gedenkstätte 1933-1945. Hier errichtete Himmler seine Ordensburg und schreckte vor keiner Grausamkeit zurück, um der Ideologie der SS zur unumschränkten Macht zu verhelfen.

Welcher Terror und welch unbeschreiblich menschenverachtende Methoden dabei ausgeübt wurden, ist bei der Dokumentation über das dortige Konzentrationslager verdeutlicht. Die umfangreiche Gesamtdarstellung der SS ist mehr als Information, sie macht betroffen, lässt Besucher aber auch den Wert und das Glück bürgerlicher Freiheit dankbar schätzen.

Auf dem Heimweg waren sich die 48 Olper Museumsfreunde einig: Es war eine spannende Bildungsreise in unterschiedliche Epochen der Geschichte, aber auch eine Botschaft, sich des Wertes unseres kulturellen Erbes bewusst zu sein und es zu pflegen: "Das muss auch Ziel eines Olper Stadtmuseums sein, das langfristig im Olper Bahnhof entstehen könnte", so die Museumsfreunde.

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