"Olper Zeitreise"

Bei der Schlacht versucht jeder Stamm das gegnerische Lager für sich zu gewinnen

Im Rahmen des 700-jährigen Stadtjubiläums fand eine "Olper Zeitreise" auf dem Gelände des Kolping Regenbogenlandes in Olpe statt. Bei diesem Ferienprojekt wurden die Kinder in verschiedene Stämme eingeteilt und durften eine Woche das Leben der Germanen nachleben.

92 Kinder, im Alter zwischen 8 und 12 Jahren, lebten im Zeitraum vom 25. bis 29. Juli in einem Zeltlager ganz besonderer Art. Das Zeltlager wurde von der Kreisstadt Olpe in Zusammenarbeit mit der "Interessengemeinschaft Altertum IGA Sugambrer" organisiert. Die IGA stellt die Geschichte eines in NRW bereits vor der Zeitrechnung ansässigen Stammes dar.

Damals lebten die Sugambrer in den Gebieten zwischen Lippe, Ruhr und Sieg. Wegen ihren ständigen Aufständen gegen die Römer wurden sie oft zwangsumgesiedelt, kehrten jedoch immer wieder in ihr altes Siedlungsgebiet zurück. Im fünften Jahrhundert wanderten sie größtenteils zum Niederrhein nach Xanten aus und nannten sich von da an "Curgerner".

Heute sind die Sugambrer ein Freundeskreis, der mit viel Begeisterung die germanische Kultur erforscht und authentisch nachlebt. Gegründet wurde die "Interessen Gemeinschaft Altertum" im April 1991. Anzutreffen sind sie sowohl auf Burg- und Ritterfesten, als auch auf Mittelaltermärkten. Zudem organisieren die Sugambrer selbst Mittelalterfeste und gestalten das Programm auf Schul- und Kindergartenfesten.

Seit zehn Jahren organisieren sie einmal im Jahr in den Sommerferien ein Zeltlager für Kinder. Aufgrund des Stadtjubiläums fand das "Abenteuerzeltlager der Germanen" dieses Jahr in Olpe statt. Dabei unterscheidet sich das Kinderlager von herkömmlichen Ferienzeltlagern, da hier versucht wird auf ursprüngliche Art gemeinsam zu zelten. Gemeinsam mit den Kindern werden alte Handwerkstechniken, wie das Schmieden, Spinnen und Weben, angewandt und die Kultur der Sugmander anschaulich erklärt und gelebt.

So lebten die "kleinen Germanen" unter der Aufsicht von neun IGA-Mitgliedern und 13 Betreuern aus dem sozialpädagogischen Bereich, beispielsweise in selbst aufgeschlagenen Zelten aus Leinen und Baumwolle.

Versteckter Schatz

Auch an reichlich Spiel, Spaß und Abenteuer wurde bei der Unterhaltung nicht gespart. Ein Höhepunkt des Programmes war die Schatzsuche. Dabei mussten die kleinen Abenteurer durch das Lösen eines Rätsels den versteckten Schatz finden, um so an die versteckte Schatztruhe gelangen zu können.

Trotz des schlechten Wetters waren die "Germanen" hart im Nehmen und kämpften sich tapfer durch das langanhaltende Regenwetter. Auch bei der Eroberung der gegnerischen Standorte mussten sie sich mit selbst geschmiedeten Schildern und Schwertern durchschlagen.

Somit gab es in dem gesamten Zeitraum überhaupt keine Zeit für Langeweile, wie die neunjährige Daniela und ihre achtjährige Freundin Frieda berichten: "Die Germanen erzählen uns nachts am Lagerfeuer Geistergeschichten und wir haben auch schon eine Schnitzeljagd gemacht. Außerdem haben wir hier im Zeltlager schon viele neue Freunde gefunden."

Dann gab es am Freitag, 29. Juli, auch noch einen richtigen Ansturm auf die Stadt - wie es sich für richtige Germanen gehört. Der Germanenstamm der Sugambrer stürmte mit den Junggermanen gegen 11 Uhr den Olper Marktplatz. Bürgermeister Horst Müller versuchte diesen Ansturm zu verhindern. Trotz guter Vorbereitung war dies leider vergebens, denn die Germanen nahmen für sich den Marktplatz in Anspruch. Der Olper Bürgermeister schaffte es jedoch die Germanen mit einer Runde Eis für alle "Kämpfer" zu besänftigen und so sich und den Marktplatz wieder frei zu kaufen.

Nachdem der Plan der Germanen erfolgreich aufgegangen war, zogen sie sich, erschöpft nach dem harten Kampf, wieder zurück in ihre Zelte am Kolpingplatz und aßen noch ein letztes Mal gemeinsam zu Mittag. Nachdem sie gut gesättigt waren, bekam noch jeder von den "kleinen Kriegern" eine Urkunde, da alle Prüfungen, die während der Woche stattgefunden haben, mit großem Erfolg gemeistert wurden. Gegen 14 Uhr endete dann eine sehr interessante und erlebnisreiche Woche.

Dabei waren das Überleben in der Natur, das Üben von Feldschlachten mit richtigen Kampfrufen sowie der Germanenball nur einige Punkte des vielfältigen Programmes. Die Kinder lernten auf spielerische Art und Weise viel über das Leben der Germanen und bekamen zudem noch einiges an Hintergrundwissen von den Sugambrern durch die Geschichten aus alter Zeit dazu.

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