Ein Quergeist im Kreishaus

Die Ausstellung im Kreishaus wurde eröffnet von (v.l.) Klaus Droste, Künstler Pavel Feinstein und Prof. Dr. Gerhard Charles Rump. Foto: Miriam Brüser

Kurz ist sein Lebenslauf, umso umfangreicher sein Werk: eine Ausstellung des Berliner Künstlers Pavel Feinstein ist zur Zeit im Kreishaus zu sehen.

"Stillleben, Menschenbilder, Tierporträts" lautet der Titel der Ausstellung, die noch bis zum 22. April im Großen Saal des Kreishauses zu sehen ist. "Feinstein verbirgt sich hinter seinem Werk" begrüßte Klaus Droste, Geschäftsführer des Kunstvereins Südsauerland, die zahlreichen kunstinteressierten Gäste.

"Aus seinem Lebenslauf kann man kurz und knapp entnehmen: ,1960 in Moskau geboren, privater Malunterricht bei Leonid V. Starkov, Besuch der Kunstfachschule Duschanbe, 1980 Emigration nach Deutschland, 1980-85 Studium an der Hochschule der Künste Berlin, Meisterschüler, lebt in Berlin'. Um so länger ist jedoch die Liste seiner Ausstellungen und sein Werk. Daher wird hier nur ein kleiner Auszug gezeigt" so Droste über Feinstein, der zur Eröffnung auch den Weg nach Olpe fand. Sein Dank galt vor allen Dingen der Galerie Klaus Kiefer in Essen für die Bereitsstellung der 114 Exponate.

Klassik, Renaissance und Avantgarde

Eine kurze und prägnante Einführung in das Werk Feinsteins gab Prof. Dr. Charles Rump, Dozent an der TU Berlin und Redakteur für den "Kunstmarkt" der "WELT". "Drei Behauptungen zu Pavel Feinstein: Er ist ein Klassiker, ein Renaissance-Maler und ein extrem avantgardistischer Zeitgenosse.

So groß der Widerspruch zwischen diesen drei Behauptungen ist, auf Feinstein treffen sie alle zu", so Rump. Und diese Behauptungen konnte er selbstverständlich dezidiert begründen. "Motivisch gesehen beschäftigt er sich mit den klassischen Themen wie Porträts von Mensch, Tier und Stillleben."

Trotzdem, genau diese seien anders als man erwarten würde, "denn Feinstein fühlt sich als Quergeist erst wohl, wenn alles in der Schwebe hängt." Gerade einen fotografischen Aspekt liebe Rump in den Bildern Feinsteins zu vermissen.

"Die Stillleben sind ein Dokument und eine Wunschvorstellung. So schweben seine Fische im leeren Raum, es wirkt melancholisch, zeigt Unerreichbares, unaufklärbare Reste bleiben für den Betrachter übrig," meinte Rump.

Feinsteins Bilder und ihre Beziehung zum Betrachter erinnern ihn an Magrittes Bild einer Pfeife mit dem Schriftzug "Ceci n´est pas une pipe"(Das ist keine Pfeife).

Auch die Werkgenese sei komplex, manchmal seien unfertige Bilder fertig. Aber auch ein feiner Humor, hintersinnige Ironie und Situatives mit Schalk im Nacken finde man in den Bildern.

"So arbeitet Pavel Feinstein wie ein klassischer Altmeister, betont seine Werke nach Art der Renaissance und ist ein extrem avantgardistischer Zeitgenossen, " schloss Rump.

Die Ausstellung ist bis 22. April sonntags bis freitags in der Zeit von 15.30 bis 18.30 Uhr geöffnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare