„Süßigkeiten gegen Bares“

Rekordsumme bei Spendensammlung für Josefshaus und Kinderhospiz

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„Süßer“ Geldsegen für das Josefshaus und das Kinderhospiz Balthasar (v.l.): Frank Neus, Reinhard Geuecke, Joachim Giesler, Rüdiger Barth, Gerd Schreiber und Ulrich Salzmann.

Olpe – Mit einer ganz einfachen, kleinen Idee kann man viel Gutes tun. Bester Beweis dafür ist Joachim Giesler: „Ich hatte vor 20 Jahren auf meinem Schreibtisch immer eine Schale Klümpchen, an der sich alle Kollegen einfach bedienten“, erklärt er. Daraus entstand eine Idee, dank der bis 2019 insgesamt 26.077 Euro gespendet werden konnten.

„Damals sagte ich meinen Kollegen: Wenn ihr schon alles klaut, dann zahlt wenigstens dafür“, schmunzelt er bei der Spendenübergabe im Kinderhospiz Balthasar am Montagnachmittag. 1999 kamen 55 D-Mark zusammen, die der engagierte Industriemeister spendete. 

Seither steht in einer Ecke der Werkstatt beim Hilchenbacher Unternehmen „SMS Group“ ein Spendentisch mit großer Süßigkeitenschale und selbst gebautem, fest verschweißtem Sparschwein. „Damit da niemand auf die Idee kommt, sich dran zu bedienen ist das Schwein außerdem fest gekettet“, erklärt Joachim Giesler. Vom 1. Oktober bis zum letzten Arbeitstag im Jahr sammelt er Spenden im Tausch gegen Süßigkeiten. 

In den folgenden Jahren stieg die Spendensumme stetig an bis 2007 erstmals die 1000-Euro-Marke geknackt wurde. Im vergangenen Herbst, zum 20. Geburtstag, stellte der Betriebsrat die Aktion in einer Betriebsversammlung vor. „Ich hatte gehofft, dass wir so den bisherigen Höchstbetrag von 3556 Euro übertreffen“, so Giesler. 

Am letzten Arbeitstag machte sich sein Kollege Ulrich Salzmann mit dem knallblauen Sparschwein auf den Weg durch den Betrieb: „Und nachher mussten wir mit dem Zollstock nachstopfen, weil nichts mehr in das Schwein passte“, berichtet er. Kurzerhand wurde ein Tüte an das Schwein gehängt und weiter gesammelt. Unfassbare 7591 Euro kamen zusammen. „Das übertraf all meine Hoffnungen, viele spendeten 50 oder 100 Euro – einfach unglaublich.“ 

So sieht der Spendentisch aus, der bei der „SMS Group“ steht.

Dieses außergewöhnliche Engagement würdigte auch CFO Torsten Heising, rundete den Betrag auf 8000 Euro auf und verdoppelte die Summe auf 16.000 Euro. Diese wird zu gleichen Teilen an das Josefshaus und das Kinderhospiz Balthasar aufgeteilt. 

„So eine Spende ist für uns auch nicht alltäglich“, bedankt sich Reinhard Geuecke, Leiter des Josefshauses. Die Spende fließt in die für 2020 geplante Pilgerreise für alle 190 Kinder und Jugendliche, die im heilpädagogischen Heim leben. „Damit ist diese Aktion finanziert“, freut sich Geuecke. „Die restliche Spendensumme verwenden wir für Nachhilfe, Therapien und Freizeitaktionen für die Kinder – diese müssen wir komplett aus Spenden finanzieren.“ 

Auch Kinderhospizleiter Rüdiger Barth hat einen konkreten Verwendungszweck für die 8000 Euro Spende. „Wir können so endlich die Umgestaltung unseres Musikzimmers abschließen“, sagt er. „Außerdem können wir so Aufenthalte für Familien möglich machen, die die Krankenkasse nicht übernimmt.“ Denn, so Barth, viele Familien leiden mittlerweile unter dem eklatanten Mangel an Pflegekräften: „Diese Familien mit einem schwer pflegebedürftigen Kind wissen häufig nicht mehr was sie tun sollen, wenn der Pflegedienst nicht mehr kommt und brauchen dringend Entlastung“, unterstreicht Barth. „Herzlichen Dank, dass Sie uns das ermöglichen.“

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