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Rocker des Modellbaus

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Sehr detailliert sind sind die Boote im Maßstab 1:5,2 – und immer mit „Steuermann“. 	Foto: Marc Waschke
Sehr detailliert sind sind die Boote im Maßstab 1:5,2 – und immer mit „Steuermann“. Foto: Marc Waschke

„Kleiner Mann ganz groß“ – so heißt es bereits zum zweiten Mal in Kessenhammer. Denn das 152VO-Modellboot-Rennen zieht internationale Teilnehmer in den Olper Stadtteil, wo das Event mit Unterstützung der Familie Keseberg bereits im vergangenen Jahr stattgefunden hat.

Bereits drei Tage vor dem gestrigen Start des Rennens fingen die Organisatoren mit den Vorbereitungen für das Ereignis an der Uferstelle des Campingplatzes „Naturcamping Biggesee“ an. Wie im vergangenen Jahr setzte sich die Familie Keseberg, die das Restaurant „Haus am blauen See“ unterhält, für die Modellbauer ein und ermöglichte so das internationale Treffen der 152VO-Racer.

Die Teilnehmer reisten mitunter aus den Niederlanden, Belgien oder Frankreich an, um das Rennen auf der ovalen Strecke zu absolvieren. Dabei verwendeten sie ausschließlich detaillierte Nachbauten bekannter Boote aus den amerikanischen Outboard-Rennen der 50er Jahre.

Im Amerika der Nachkriegszeit entwickelte sich durch die APBA (American Powerboat Association) eine Begeisterung für den motorisierten Wassersport. Um dieser Zeit Tribut zu zollen, entwickelten die Hobbybastler von heute Modellboote im Maße 1:5,2 und versuchten diese möglichst lebensnah wirken zu lassen, weshalb sie immer einen „Steuermann“ in die Boote setzen. Diesen amerikanischen Action-Figuren entspringt der Maßstab der ihnen angepassten Modelle und damit auch der Name: 152VO – Vintage Outboard Racing im Maßstab 1:5,2.

Lebensstil der 50er Jahre

„In den vergangenen eineinhalb Jahren wuchs die Anzahl der Mitglieder des 152VO-Forums von 9 auf über 850 an, was nicht zuletzt an dem starken Zusammenhalt der Community liegt“, erklärt Jochen „Jo“ Schwarzer, der das Forum mitbegründet hat und hobbymäßig selbst entwickelte Baukits verkauft, die es zu den „weltbesten“ geschafft haben.

„Wir sind definitiv kein Verein“, betont Schwarzer und legt damit Wert drauf, dass die Szene ohne Reglementierungen wie Vorsitzende auskommt. „Wir sind die Rocker des Modellbaus“, fährt er fort und verweist damit darauf hin, dass es nicht bloß um die Modelle geht, sondern vielmehr um den Zusammenhalt und den Lebensstil der 50er Jahre sowie natürlich der Leidenschaft. „Etwa sechs Prozent der Online-Mitglieder haben noch nie in ihrem Leben ein Modell gebaut, aber hier hilft jeder jedem“, so Schwarzer.

Die Rennen laufen in verschieden Gruppen ab, für die man sich qualifizieren muss. Die Modelle unterscheiden sich teils stark voneinander, so geht das Gewicht von 1,5 bis zu 3 kg und die Geschwindigkeit von 20 bis 65 km/h. Auch preislich gibt es Differenzen, die von 200 bis 400 Euro oder mehr reichen.

Letztendlich geht es bei den Rennen allerdings um das Drumherum. „Die Boote sind bloß das Mittel zum Zweck“ ergänzt Schwarzer, der sich sicher ist auch im nächsten Jahr wieder mit etlichen Modellbau-Begeisterten zum„Stammplatz“ an der Bigge zu kommen. (Von Marc Waschke)

www.152vo.de

www.facebook.com/152VO

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