„Jeder Mensch muss seinen eigenen Weg gehen“

Tschüss, Sauerland - hallo, Welt! Jessica und Daniel Krawczyk reisen seit 2015 um den Globus

Das ganze Leben in zwei Rucksäcke packen und die Welt entdecken. Fremde Länder erkunden, neue Menschen und Kulturen kennenlernen und sich schließlich dazu entscheiden trotz oder gerade wegen Corona nach Thailand auszuwandern. Das haben sich Daniel und Jessica Krawczyk getraut.

  • Daniel und Jessica Krawczyk sind seit fünf Jahren auf Weltreise.
  • Daniel, der aus der Nähe von Olpe kommt, und Jessi berichten in ihrem Blog, Youtube, Instagram und auf Facebook von ihren Reisen.
  • Sie waren auf allen Kontinenten - bis auf die Arktis.

Olpe – Seit fünf Jahren sind Daniel und Jessica Krawczyk bereits auf Weltreise. Sie haben dabei „bis auf die Arktis, jeden Kontinent und über 30 Länder bereist“. Auf die Idee kamen sie jedoch nicht spontan, wie Daniel Krawzcyk, der aus der Nähe von Olpe stammt, berichtet: „Wir haben gespürt, dass wir einfach raus wollen. Raus aus Normen, Routinen und dem sogenannten Hamsterrad. Wir wollten ursprünglich ein Jahr auf Weltreise gehen. Daraus wurde quasi unterwegs die eigene Selbständigkeit.“ Aus einem Jahr wurden jedoch über fünf Jahre. Freunde und Familie hielten die beiden zu Beginn für „verrückt“.

Für die selbst finanzierte Weltreise nahmen Daniel und Jessica auch Strapazen auf sich. Sie hatten manchmal drei bis vier Jobs gleichzeitig, um sich ihren Traum erfüllen zu können. „Als wir dann nach und nach all unser Hab und Gut verkauften, bemerkten sie, dass wir es ernst meinen.“ Am Ende sind zwei Rucksäcke übrig geblieben, mit denen sie ihre Reise 2015 begannen.

Jessica und Daniel Krawczyk aus Olpe sind seit fünf Jahren auf Weltreise

„Natürlich ist es nie leicht Familie und Freunde zurück zu lassen. Doch jeder Mensch muss seinen eigenen Weg gehen, Erfahrungen sammeln und schauen, wohin ihn das Leben treibt. Der eine ist glücklich im Leben in Deutschland, der andere sucht die Ferne und wieder ein anderer erkundet für einige Zeit die Welt und ist dann froh, zurück in der alten Heimat zu sein. Es gibt nicht den einen Weg. Wichtig ist nur, dass jeder Mensch seinen Weg findet. Es gibt hier kein ,richtig oder falsch‘“, erzählen Daniel und Jessica.

Ein atemberaubender Blick über Komodo, Indonesien, gehörte auf der Weltreise zu den besonderen Momenten.

Während ihrer Weltreise haben die zwei besondere Eindrücke gewonnen, mit denen sie „Bücher füllen könnten“. Dabei ging es von „neuen Freunden in der Ferne, der Tatsache, dass oftmals die ärmsten Menschen die ,reichsten Menschen‘ sind, da sie so unglaublich gastfreundlich, herzlich und unvoreingenommen sind, bis hin zu magischen Sonnenuntergängen, unglaublich türkis-blauem Wasser auf Bora Bora oder Begegnungen mit wilden Tieren, wie Elefanten, dem weißen Hai, einer Schlange im Badezimmer und Co.“. Langweilig wurde es Daniel und Jessica Krawczyk nie.

Sie haben sogar „Glücksmomente, die zum Teil so ungeplant kamen, dass man einfach nur Tränen in den Augen hatte bis hin zu der Erkenntnis, was wirklichen Wert im Leben hat“ auf ihrer Reise erlebt. Ihre Eindrücke haben sie in über 600 YouTube-Videos festgehalten und auf Instagram und ihrem eigenen Blog „Life to go“ geteilt.

Zudem sind die zwei abenteuerlustigen Auswanderer nicht kopflos in ihre Weltreise gestartet, sondern hatten zu Beginn eine Bucketlist, auf der Sehenswürdigkeiten und Highlights festgehalten waren, die die zwei in verschiedenen Ländern unbedingt sehen wollten.

„Vor der Weltreise war der Plan gewesen, schnell zu reisen und in dem Jahr viel zu sehen. Doch direkt zu Beginn in Thailand, spürten wir, dass wir nicht ,jagen und hetzen‘ wollen. Somit ließen wir es viel langsamer angehen und waren immer wieder ein bis drei Monate an verschiedenen Orten, wie z.B. Koh Samui, Thailand, oder Bali, Indonesien“, berichtet Daniel Krawczyk weiter. Diese Zeit haben sie genutzt, um ihre Erlebnisse und Eindrücke zu verarbeiten. Dabei besonders in Erinnerung geblieben sind ihnen einzelne Orte und Momente, doch noch mehr die Begegnung mit den Menschen auf ihrem Weg.

Jessica und Daniel Krawczyk reisten seit 2015 mit zwei Rucksäcken um die Welt und wanderten Anfang Dezember nach Thailand aus.

„Reisen und Pläne, die komplett um geschmissen wurden und ins ,Wasser gefallen‘ sind. Geld, welches wir verloren haben, da zum Beispiel Flüge nicht erstattet wurden usw. Alles kam anders, aber trotzdem immer recht gut“, erzählt Daniel über die Hindernisse, die ihnen durch die Corona-Pandemie begegnet sind. Pläne mussten geändert werden, dennoch haben sich Daniel und Jessica nicht unterkriegen lassen. Ein besonderes Highlight während der Pandemie war für sie die Rückreise nach Europa und ein Trip nach Island, „wo die Welt normal erschien“.

Auswanderung nach Thailand

Anfang Dezember wagten Daniel und Jessica dann einen neuen Schritt und zogen nach Thailand aus, wo sie sich ein Haus gemietet haben. „Thailand war schon immer speziell für uns“, gesteht Daniel. Er machte Jessica einen Heiratsantrag in Thailand, dem eine Hochzeit am Strand folgte. Auch während ihrer Weltreise waren die zwei immer wieder in Thailand für mehrere Monate. „Thailand fühlt sich nach Heimat an. Daher war der Traum schon länger vorhanden, irgendwann in Thailand leben zu wollen.“

Daniel und Jessica fanden, dass es jetzt die richtige Zeit war, da sie nicht mehr in Deutschland gemeldet waren und Corona die weiteren Reisen mehr als erschwerte und „unnötig“ in diesen Zeiten seien. Kurz vor Weihnachten sind die beiden in Bangkok aus der Quarantäne entlassen worden.

Der letzte Tag in Quarantäne in Bangkok für Daniel und Jessica - jetzt kann das Abenteuer Auswanderung richtig starten.

Die Einreise nach Thailand verlief ohne Probleme und die 14-tätige Quarantäne verbrachten Daniel und Jessica in einem „höherwertigem“ Hotel, um die Zeit gut zu überstehen. Denn je nach Hotel, sehe die Quarantäne anders aus, wie Daniel und Jessica erzählen. Die erste Woche mussten die zwei im Zimmer verbringen. „Zum Teil zog sich die Quarantäne doch etwas, aber als wir nach dem ersten negativen Corona-Test pro Tag eine Stunde an den Pool Bereich durften, war das Gefühl der Freiheit wieder greifbarer.“ Der Start ins neue Leben in Thailand konnte beginnen. Dieser verlief jedoch anders als erhofft. Mit dem gemieteten Haus gab es einige Probleme und die beiden zogen nach nur einer Nacht wieder aus. Jetzt suchen die zwei nach einem neuen Zuhause, wo sie sich wohlfühlen und nach über fünf Jahren Weltreise auch einmal die Rucksäcke auspacken können.

Auch die Ideen für die Zukunft gehen den beiden nicht aus. „Es bleibt immer spannend. Das Leben ist ein stetiger Wandel. Wir haben Ziele, Träume und Wünsche.“

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