Tourismuszukunft gemeinsam gestalten

Sauerland-Tourismus setzt auf Nachhaltigkeit und Qualität für Gäste und Einheimische

Sauerland-Tourismus Versammlung Vorstand Landrat Verabschiedung
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Theo Melcher, Landrat des Kreises Olpe (M.), verabschiedete sich aus dem Vorstand des Sauerland-Tourismus. Seine Nachfolge tritt Philipp Scharfenbaum, neuer Olper Kreisdirektor, an (2. v.r.). Mit im Bild (v.l.): Dr. Jürgen Fischbach (stellv. Geschäftsführer), Frank Linnekugel (1. Vorsitzender), Thomas Weber (Geschäftsführer).

Um die Tourismuszukunft effektiver zu gestalten haben sich Sauerland-Tourismus und Sauerland-Radwelt für eine Zusammenlegung entschlossen. Diese soll im Januar 2022 in Kraft treten.

Olpe - Wie sieht die touristische Zukunft des Sauerlandes aus, wenn sich das Landschaftsbild der Region so umfangreich wie nie zuvor verändert? Wie inspiriert man Gäste, wenn sich die Bedürfnisse der Menschen in und auch nach der anstrengenden Coronazeit deutlich verschieben? Und wie gestaltet ein regionaler Verband zusammen mit seinen Partnern die touristische Arbeit nachhaltig, kommunikativ und vor allem synergetisch? Die diesjährige Mitgliederversammlung des Sauerland-Tourismus setzte vor allem auf eine Vorausschau – denn für die inspirierende Outdoorregion eröffnen sich viele neue Perspektiven.

Die Weichen dafür, die Tourismuszukunft in der Region noch effektiver gemeinsam zu gestalten, wurden mit dem einstimmigen Beschluss zur Fusion des Sauerland-Tourismus und der Sauerland-Radwelt gelegt. Die Verschmelzung tritt zum 1. Januar 2022 in Kraft, der touristische Dachverband der Region wird die bisherigen Aufgaben und Tätigkeitsfelder der Sauerland-Radwelt fortführen und das Boomthema Rad ausbauen.

Gute Hoffnung und starke Vorsätze für die Tourismusarbeit von morgen prägten den Geist der Versammlung. Thomas Weber, Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus, richtete in seinem Bericht den Blick in erster Linie nach vorn: „Wir haben die Zeit – insbesondere die der Lockdowns – intensiv genutzt, um Perspektiven für die Weiterentwicklung für einen fairen, ausgewogenen, nachhaltigen Tourismus mit mehr Wertschöpfung zu gewinnen.“ In einer Zeit des Wandels gelte es, zunächst veränderte Anforderungen zu identifizieren und dann zukunftsfähige Konzepte, Produkte oder auch Handlungsempfehlungen für Akteure und Akteurinnen zu entwickeln.

Abschied von Landrat Theo Melcher

Einen besonderen Wechsel gab es in diesem Jahr im Vorstand des Sauerland-Tourismus. Theo Melcher, Landrat des Kreises Olpe, schied aus dem Vorstand aus. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmig der neue Olper Kreisdirektor Philipp Scharfenbaum berufen. Er wird ab sofort als stellvertretender Vorsitzender für den Sauerland-Tourismus tätig sei, denn der bisherige Vorsitz geht turnusmäßig von Theo Melcher an Frank Linnekugel, Leiter des Fachdienstes Regionalentwicklung/Wirtschaftsförderung des Hochsauerlandkreises, über.

Melcher hatte – in seiner Position als Olper Kreisdirektor – seit der Gründung und dann jahrelang an der Spitze des Tourismusverbandes mitgewirkt und die touristische Arbeit im Sauerland entscheidend mitgeprägt. So fiel der Dank von Seiten der Gremien wie Vorstand und Arbeitsausschusses und vom gesamten Team des Sauerland-Tourismus ausgesprochen herzlich aus. „Gerade in hektischen Zeiten ist es wichtig, Konstanten und Persönlichkeiten zu haben, das hast Du in herausragender Weise geleistet“, fasste Frank Linnekugel anerkennend zusammen.

Kultur des Reisens

Was die Corona-Pandemie im Sauerland und deutschlandweit gezeigt hat: Die Menschen entwickeln ein größeres Bewusstsein für ökologische Themen. Nachhaltigkeit ist ein Megathe–ma auf allen Ebenen der Gesellschaft. Und es betrifft insbesondere auch den Tourismus, der sich weltweit als Branche von seiner Steigerungslogik lösen muss. Weber: „Lasst uns gemeinsam überlegen, wie wir ein intelligenteres Reisemodell mit Qualität und zeitgemäßer Regionalität entwickeln können.“

Im Sauerland gebe es bereits Beispiele und Ansätze, die es zusammenzutragen und auszubauen gelte. So etwa bei nachhaltigerer Mobilität: Dabei helfe eine steigende E-Bike-Versorgungsdichte, es helfen die Wanderbusse und Radanhänger. Es dürfe aber kein Tarif-Wirrwarr im öffentlichen Nahverkehr geben – denn nachhaltiges Reisen muss einfach sein. Zudem müsse die Energiewende – auch bei touristischen Angeboten – gelingen. Tourismus und Naturschutz müssen sich als Partner begreifen und das Soziale müsse auch beim Thema Nachhaltigkeit mitgedacht werden: gute Jobs und guter Lohn. Grundsätzlich gelte: „Wir brauchen eine andere, wertigere Kultur des Reisens.“

Nachfrage in der Region

Bei allem Ausblick in die Zukunft, durfte dennoch eine kleine Rückschau auf die Entwicklung der Gästezahlen in diesem Jahr nicht fehlen. Die Folgen der Corona-Pandemie und der für den Tourismus verheerenden Lockdowns sind nach wie vor in der Region spürbar. Die Nachfrage steigt zwar kontinuierlich, seit dem Reisen wieder möglich ist. Jedoch lassen sich die enormen Verluste der ersten Monate kaum wettmachen.

So besuchten von Januar bis Juli 2021 gut 425.000 Gäste das Sauerland, es wurden in der Region fast 1,8 Millionen Übernachtungen gezählt. Insgesamt entsprach das im Vergleich zum Vorjahrszeitraum aber einem Verlust von knapp minus 52 Prozent bei den Ankünften und fast minus 39 Prozent bei den Übernachtungen. Noch gravierender sind die Zahlen bei den Gästen aus dem Ausland: Hier wurden Verluste von rund minus 81 Prozent bei den Ankünften und minus 77 Prozent bei den Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbucht.

Dem Sauerland fehlten vor allem die Gäste aus den Niederlanden und Belgien, beide Länder waren aufgrund hoher Inzidenzen zwischenzeitig als Hochrisikogebiete eingestuft, es herrschten immense Einreisebeschränkungen.

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