Auf den Spuren des Urknalls

Ein Physiker des Forschungszentrums Jülich erklärt den Olper Schülern die Funktion eines der Magneten, die die Protonen auf der Kreisbahn halten.

Das Kernforschungszentrum Jülich, eine der größten Forschungseinrichtungen in Deutschland, besuchten jetzt der Leistungskurs Physik des St.-Franziskus-Gymnasiums Olpe.

Am Ende des Schuljahres wollten die 23 Schüler der Jahrgangsstufe 12 zusammen mit ihren Lehrern Andreas Gaumann und Manuel Cordes einen Einblick in die aktuelle Forschung der Physik gewinnen.

Im Forschungszentrum Jülich arbeiten knapp 1500 Wissenschaftler an unterschiedlichen Themen. So wird dort unter anderem an einem Fusionsreaktor geforscht und auch ein neuer Kern-Spin-Tomograph wird dort getestet. Die Olper Schüler besuchten ein anderes Großexperiment: den Teilchenbeschleuniger COSY, bei dem kleinste positiv geladene Teilchen, die Protonen, beschleunigt werden und anschließend mit anderen Teilchen kollidieren.

Weitere Exkursionen sollen folgen

Auf diese Art versuchen die Wissenschaftler den Mechanismen des Urknalls auf die Spur zu kommen. Beim Urknall muss es zu einem Ungleichgewicht von Materie und Antimaterie gekommen sein, aus dem letztendlich unser Universum entstanden ist. Diesen Effekt nennt man Antisymmetrie und solche Symmetrieverletzungen suchen die Forscher am COSY, um den Urknall zu verstehen.

Besonders beeindruckend war für die Olper Gruppe der anschließende Rundgang durch den Beschleuniger, der aufgrund von Wartungsarbeiten in den Sommermonaten für einige Wochen abgestellt ist.

"Diese Gelegenheit ist schon etwas Besonderes. An einem Beschleuniger wird deutlich, wie nah Schulphysik und aktuelle Forschung sind. Die Prinzipien eines Teilchenbeschleunigers sind alle im Unterricht des letzten Schuljahres behandelt worden", so erklärte Physiklehrer Manuel Cordes, der die Exkursion organisiert hat, den besonderen Reiz des Teilchenbeschleunigers. Und auch die Schüler waren beeindruckt von der Größe und Technik, die ihnen präsentiert wurde.

Abgerundet wurde die Exkursion mit einem Besuch beim fünftgrößten Supercomputer der Welt, der ebenfalls im Forschungszentrum steht, und dem Institut für Brennstoffzellentechnik. Auf der Rückfahrt wurde dann noch das Solarkraftwerk in Jülich besichtigt. Zurück in Olpe waren sich alle einig, dass diese Fahrt einen begeisternden Einblick in die Physik geboten hat und weitere Exkursionen folgen sollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare