Individuelle Lösungen finden

Stadtmarketingverein „Olpe aktiv“ hilft Einzelhandel

IHK Corona Frage Einzelhandel Forderungen Lockdown
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Stellten am Freitag die Sitation des Einzelhandels in Olpe im Corona-Lockdown vor (v.l.): Dieter Kohlmeier (Sparkasse), Marco Heinemann (Volksbank), Klarissa Hofmann („Olpe aktiv“), Beigerodneter Thomas Bär, Peter Enders („Olpe aktiv“), Bürgermeister Peter Weber, Jürgen Brill und Klaus Gräbener (beide IHK).

Der Lockdown hat Spuren hinterlassen. Die Situation im Einzelhandel ist dramatisch – die Gefahr, dass die Innenstädte bald ganz aussterben, ist greifbar. Vertreter von Handel, Verwaltung, Stadtmarketing und Kreditinstituten haben am Freitag in Olpe die Situation des Einzelhandels in der Kreisstadt erläutert und mögliche Hilfestellungen benannt.

Olpe - „Stellen Sie sich vor, sie bekommen vier Monate lang kein Gehalt, müssen aber Miete und Lebenshaltungskosten weiter zahlen. Das ist die Situation im Einzelhandel aktuell“, so Peter Enders, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins „Olpe aktiv“. Vielfach seien Rücklagen aufgebraucht, die Reiseveranstalter haben im vergangenen Jahr Rückzahlungen leisten müssen und neue Buchungen blieben aus. Die Veranstaltungsbranche liege brach und verzeichne riesige Verluste, die Gastronomie sei erneut geschlossen, die Hotelbranche verzeichne im Kreis 46 Prozent weniger Übernachtungen. „Neben den finanziellen Einbußen stehen Einzelhandel, Gastronomie und die vom Lockdown betroffenen Dienstleiter vor einer massiven psychischen Belastung“, sagte Enders. Doch „Olpe aktiv“ hilft: Der Stadtmarketingverein bietet auf seiner Homepage eine Plattform, auf dem Einzelhändler, Dienstleister, Freizeit- und Gastonomiebetriebe ihre Bestell- oder Lieferservices veröffentlichen können.

„Wir haben Sorge, dass die hervorragenden Strukturen in den Innenstädten Schaden nehmen könnten“, führte IHK-Hauptgeschädtführer Klaus Gräbener aus. Die IHK hat verschiedene Hilfestellungen aufgelegt, unter anderem Infos zu den staatlichen Hilfen für Gewerbetreibende, Workshops oder Social-Media-Kampagnen. „Wir wissen, dass die Gewerbetreibenden diese Krise allein meistern müssen, aber sie sind nicht allein“, erklärte Gräbener, der im Rahmen des Gesprächs am Freitag auch deutliche Worte für eine zügige Beendigung des Lockdowns fand.

„Vielleicht denkt mancher, durch die Hilfen von Bund und Land wäre die Situation geregelt. Viele Gewerbetreibende erhalten aber nur sehr geringe Hilfen. Und ganz unbürokratisch ist das auch nicht. Ohne Steuerberater, die mittlerweile auch an der Kapazitätsgrenze arbeiten, ist das Ganze für die Händler gar nicht machbar“, erklärte Olpes Bürgermeister Peter Weber. Er befürchtet: „Es wird Schließungen in Olpe geben.“ Daher sein Appell: „Wir müssen uns alle überlegen, was wir tun können, um dem Einzelhandel und der Gastronomie zu helfen. Schließlich wollen wir nach dem Ende des Corona-Lockdowns alle wieder pulsierendes Leben in einer attraktiven Innenstadt genießen.“

Um das zu erreichen, gehen Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden und Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen „im Gleichschritt“, wie Volksbank-Vorstand Marco Heinemann sagte: „Wir bieten als verlässliche Partner vor Ort vor allem persönliche Beratung und Information sowie individuelle Lösungen für die Einzelhändler.“ Und Dieter Kohlmeier, Vorstandvorsitzender der Sparkasse, ergänzte: „Auch wenn wir nicht zaubern können, versuchen wir, alles Machbare auf den Weg zu bringen.“

Hilfe im Internet

Gebündelt werden die Hilfsangebote ab Montag auf der Homepage von Olpe aktiv, www.olpe-erleben.de/wir-helfen-mit.

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